Weitwinkel Objektiv: Dein bester Freund für viel Bildinhalt

Weitwinkel Objektiv: Dein bester Freund für viel Bildinhalt

Du stehst vor dem Problem, möglichst viel Bild auf Dein Foto bekommen zu wollen? In vielen Situationen ist das Weitwinkel Objektiv dann die beste Wahl. Mit seinen kurzen Brennweiten zeigt es Dir einen grossen Bildausschnitt – und das kann in Innenräumen und auch draussen nützlich sein.

Das Weitwinkel Objektiv und seine Funktionsweise

Wie eingangs bereits erwähnt, zeichnet sich das Weitwinkel Objektiv durch seine niedrigen Brennweiten aus. Normale Objektive beginnen bei etwa 35 Millimetern Brennweite. Linsen mit geringeren Werten werden als Weitwinkel Objektiv bezeichnet. Ihre Wölbung ist stärker, was dazu führt, dass mehr Inhalte von den Seiten auf das fertige Bild gelangen.

Durch ein Objektiv dieser Art übersteigst Du somit den Blickwinkel des menschlichen Auges. Dank der geringen Brennweite kannst Du einen Bildausschnitt von 180 Grad und mehr einfangen. Damit siehst Du auf dem fertigen Bild nicht nur, was direkt vor Dir ist, sondern auch Motive an den Seiten. Dies kannst Du kreativ einsetzen, um zusammen mit einer guten DSLM wie der Fujifilm X-S10 herausragende Fotos zu schiessen.

Wann setze ich ein Weitwinkel Objektiv ein?

Wann setze ich ein Weitwinkel Objektiv ein?

Mit den Möglichkeiten, die ein solches Objektiv mitbringt, steigen die Chancen auf beeindruckende Fotos. Typische Anwendungsfelder fallen wie folgt aus:

  • Möchtest Du einen Innenraum in seiner Gesamtheit fotografieren, ist das mit einem normalen Objektiv schwierig. Meist bekommst Du nur einen Ausschnitt des Raumes auf das Foto. Durch ein Objektiv mit niedriger Brennweite schaffst Du es, den gesamten Raum zu erfassen. Wichtig ist dies etwa für Immobilienmakler, die die Räumlichkeiten ansprechend präsentieren möchten.
  • Beeindruckende Architektur hinterlässt häufig durch ihre schiere Grösse einen starken Eindruck. Du wirst es schwer haben, diese Gewaltigkeit ohne niedrige Brennweite festzuhalten. Selbst sehr hohe Bauwerke wie Kirchen oder Hochhäuser schaffen es durch den weiten Winkel komplett auf das Foto.
  • Eine weite, offene Landschaft, die sich vor Dir erstreckt, bekommst Du nur mit einem Weitwinkel Objektiv auf das Foto. Landschaften sind eines der typischen Einsatzgebiete dieser Objektivart. Du musst nicht erst einen höheren Punkt erklimmen, um die Natur vor Dir festzuhalten. Stattdessen übernimmt das Objektiv die Arbeit und holt alles ins Bild.

Grundsätzlich gilt ausserdem, dass Du den Effekt eines solchen Objektivs in kreativer Art verwenden kannst. Wir empfehlen Dir, einfach ein wenig die Welt zu erkunden und hin und wieder durch das Objektiv zu schauen. Du wirst staunen, wie scheinbar alltägliche Situationen sich verändern.

Der Effekt eines Weitwinkel Objektivs

Der Effekt eines Weitwinkel Objektivs

In welchen Situationen Du dieses Objektiv verwenden kannst, haben wir erläutert. Nun wollen wir dazu übergehen, den exakten Effekt bei der Verwendung zu spezifizieren. Dies wird Dir dabei helfen, Deine Kamera mit diesem Objektiv kreativ zu verwenden.

Grundsätzlich treten bei der Nutzung folgende Effekte auf, die typisch für Fotos mit einem Weitwinkel Objektiv sind:

  • Die Bildmitte unterscheidet sich nicht von der Aufnahme mit einem Objektiv mit Normalbrennweite. Du bekommst also sehr viel Schärfe auf die Objekte oder Personen, die sich in der Mitte des Bildes aufhalten.
  • Je niedriger die Brennweite, desto stärker werden Inhalte an den Bildrändern «gestaucht». Dies führt zu einer sichtbaren Verzerrung an den Bildrändern – die Du aber vermeiden kannst. In einem Innenraum wirken somit vielleicht Schränke oder Tische gestreckt oder gestaucht. Dies kann negativ sein, aber Du kannst diesen Effekt sogar auf positive Art in Deine Bilder einbauen (dazu später mehr).

In jedem Fall verändern sich die Grössenverhältnisse zwischen Motiven in der Mitte des Fotos und am Rand gelegenen Bildinhalten. Mit ein wenig Übung schafft dies viel Dramatik und Opulenz. Ein typisches Beispiel aus der Landschaftsfotografie ist eine Berghütte, die von einem Gebirgsmassiv umringt ist. Du belässt die Hütte in der Bildmitte, während das Objektiv die Berge an den Bildrändern ebenfalls in das Foto holt.

Im fertigen Foto siehst Du das Haus in seiner ganzen Pracht, umringt wird es jedoch von einem gewaltigen Naturspektakel. Motive dieser Art findest Du überall, wenn Du ein Auge dafür entwickelst. Ebenfalls eignen sich Porträts in Innenstädten. Lass das Gesicht der Person klar und deutlich erscheinen, während im Hintergrund Strassenschluchten und ein geschäftiges Treiben die Stadt abbilden. Das Weitwinkel Objektiv kann mit der richtigen Übung bald zum Garanten für beeindruckende Fotos aus Deiner Hand werden.

Fotografieren mit einem Weitwinkel Objektiv

Kamera und Objektiv bilden stets eine Symbiose. Dies ist beim Weitwinkel nicht anders. Zuerst solltest Du also darauf achten, Dein neues Objektiv mit einer guten Kamera zu kombinieren – etwa einer Fujifilm X-T4. Dann bist Du startklar und gehst auf Motivsuche. Im Folgenden haben wir einige Tipps für Dich, damit Du die Feinheiten der Weitwinkelfotografie schnell verinnerlichst.

Bildkomposition: Wichtiger denn je

Du wirst bei Deinen ersten Gehversuchen bemerken, dass die fertigen Fotos wahrscheinlich völlig von Details überladen sind. Der grosse Bildausschnitt hat zur Folge, dass Du viele Dinge auf dem Foto haben wirst, die eigentlich nur stören. Das ist am Anfang normal, da der Bildausschnitt es schwermacht, sich auf das eigentliche Motiv zu konzentrieren. Bevor Du den Auslöser drückst, solltest Du wissen, was Du überhaupt fotografierst.

Das ist bei jedem Foto der Fall, allerdings gilt dies beim weiten Winkel noch mehr. Die Gefahr, unnötige Details ins Bild zu holen, ist hoch. Frage Dich also: Was will ich mit meinem Bild erreichen? Will ich positive oder negative Emotionen wecken oder eine bestimmte Stimmung erzeugen? Bist Du Dir über die gewünschte Bildwirkung im Klaren, wirst Du besser entscheiden können, was auf das Foto kommt. Beschäftige Dich daher ruhig ein wenig mit dem Thema der Bildkomposition. Je mehr Du darüber weisst, desto besser werden Deine Fotos mit diesem besonderen Objektiv.

Richtige Beziehungen zwischen Hinter- und Vordergrund

Richtige Beziehungen zwischen Hinter- und Vordergrund

Du solltest versuchen, zwei miteinander verknüpfte Motive im Vorder- und Hintergrund zu zeigen. In der Landschaftsfotografie wird beispielsweise gerne ein Strauss Blumen mit einer weiten, natürlichen Landschaft im Hintergrund kombiniert. Auch das erwähnte Porträt im Vordergrund mit der grossen Stadt im Hintergrund wird Dir immer wieder über den Weg laufen.

Instinktiv weisst Du dies übrigens: Fotos, in denen Vorder- und Hintergrund nichts miteinander zu tun haben, erzielen kaum eine Wirkung. Diesen Instinkt gilt es, geschickt und kreativ mit Deinem Wissen zu kombinieren. Ein Weitwinkel Objektiv erleichtert Dir diese Arbeit in gewisser Weise, da Du Motive in der Bildmitte sehr nah heranholen kannst.

  • Alles im Vordergrund wirkt grösser als in der Realität,…
  • … während alles im Hintergrund automatisch verkleinert wird.

Mach Dir dieses Wissen zunutze und lass die Welt um Dich herum in neuer Art und Weise erstrahlen.

Der ungewollte Verzerrungseffekt

Auf der Jagd nach Motiven wirst Du früher oder später mit Verzerrungen konfrontiert werden. Dies lässt sich aufgrund der Natur des Objektivs schwer vermeiden. Wenn Du Gegenstände am Bildrand unbedingt in das Bild «presst», entstehen zwangsläufig Verzerrungen. Unter Fachleuten gibt es dafür eine Regel. Je kürzer die Brennweite und je näher das Motiv ist, desto drastischer fällt bei Kameraneigung die Verzerrung aus.

Gelegentlich wird Dir dieser Effekt als «stürzende Linien» über den Weg laufen. Ein bekanntes Beispiel sind Hochhäuser. Näherst Du Dich im Urlaub in New York dem Empire State Building, willst Du es vielleicht von unten fotografieren. Mit Deinem Weitwinkel Objektiv hältst Du die Kamera nach oben und drückst ab. Im fertigen Foto sieht das Gebäude nun aus, als würde es in die Bildmitte «fallen». Es ist stark geneigt und erschlägt den Betrachter.

Gefällt Dir dieser Effekt nicht, hast Du mehrere Optionen:

  • Du erhöhst die Brennweite, wodurch die Verzerrung automatisch abnimmt.
  • Du belässt die Brennweite auf ihrem Wert, aber entfernst Dich etwas von dem Gebäude.
  • Du fotografierst nicht ganz so «steil» nach oben, sondern hältst den Winkel flacher.

Anders lässt sich dieser Effekt nicht vermeiden, da er nun mal einer physikalischen Gesetzmässigkeit folgt. Nur im Nachhinein hast Du vielleicht eine Chance mit Programmen für die Bildbearbeitung. Im besten Fall entfernst Du die stürzenden Linien damit komplett. Wir schlagen ausserdem noch eine Alternative vor: Setze den Effekt bewusst ein und treibe ihn auf die Spitze. So erzielst Du ebenfalls eine starke Wirkung. Du möchtest vermitteln, dass Du Dich in der grossen Stadt allein und verloren gefühlt hast? Dann lass doch die Gebäude über Dir zusammenstürzen und Dich praktisch erdrücken.

Objektivarten für Deine Kamera

Objektivarten für Deine Kamera

Hast Du eine zuverlässige Kamera wie die Fujifilm X-T200 zu Hause, brauchst Du nur noch das passende Weitwinkel Objektiv. Aber welches? Die Unterschiede sind vor allem im Bereich der Brennweite zu finden und fallen wie folgt aus:

  • Gemässigte Objektive

Diese Objektive mit weitem Winkel bezeichnet man auch als Reportageobjektiv. Sie bewegen sich in Bereichen zwischen 38 und 28 Millimetern Brennweite und schaffen damit Blickwinkel von bis zu 75 Grad. Reporter benutzen diese Objektive gerne (daher der Name), um viel Bildinhalt bei wenig Verzerrungen zu zeigen. Die Schärfentiefe ist sehr hoch. Für erste Gehversuche sind diese Objektive gut geeignet.

  • Superweitwinkel

Hier bewegen wir uns im Brennweitenbereich um 21 Millimeter. Der Blickwinkel erhöht sich auf mindestens 90 Grad, was bereits weit vom menschlichen Auge entfernt ist. Die perspektivische Verzerrung ist nun deutlich wahrnehmbar. Für kreative Fotos oder Innenräume, die grösser erscheinen sollen als sie sind, ist das Superweitwinkel Objektiv eine gute Wahl.

  • Fisheye

Zwischen 20 bis 8 Millimetern erreichst Du extreme Verzerrungen und Blickwinkel, die 180 Grad übersteigen können. Das Bild stülpt sich gewissermassen um das Motiv herum. Alle Linien an den Bildrändern sind extrem gekrümmt, während selbst ein Mensch im Vordergrund so gross wie ein Haus sein kann.

Du brauchst viel Übung, um mit diesen Objektiven gute Fotos zu schiessen. In der Realität wirst Du mit den ersten beiden Varianten die besten Resultate erzielen. Fisheye Objektive haben durchaus ihren Platz. So waren sie in den 1990ern beim Filmen von Musikvideos sehr beliebt. Der Umgang mit ihnen ist jedoch schwer.

Vor dem Kauf: Worauf sollte ich achten?

Vor dem Kauf: Worauf sollte ich achten?

Gehen wir zu guter Letzt auf einige typische Punkte ein, die beim Kauf eine Rolle spielen:

  • Brennweite: Mach Dir Gedanken darüber, was auf Dein Bild passen soll. Je niedriger die Brennweite, desto mehr Bildinhalte, aber desto stärker die Verzerrungen. Mit einer gemässigten Brennweite wirst Du die besten Resultate als Anfänger erzielen.
  • Blendenöffnung: Mit steigender Lichtstärke kannst Du eine geringere Tiefenschärfe erzeugen. Das ist ein Vorteil, wenn Du im Hintergrund ein Bokeh erzeugen möchtest. Normalerweise wirst Du aufgrund der hohen Tiefenschärfe den gesamten Bildinhalt scharf darstellen. Möchtest Du unscharfe Hintergründe realisieren, hilft Dir eine hohe Blendenöffnung (etwa f/1,4).
  • Kompatibilität: Nicht jedes Objektiv ist mit jeder Kamera kompatibel. Von den Objektiven von Drittherstellern würden wir ausserdem absehen. Die beste Qualität erhältst Du, wenn Du Dich etwa für ein Fujinon XF10-24mm F4 R entscheidest. So stellst Du Kompatibilität mit Deiner Kamera von Fujifilm sicher.

Achtest Du auf diese Punkte, hast Du bereits einen wichtigen Schritt getan.

Ein abschliessendes Wort zum Preis

Das Herstellungsverfahren für diese Art der Linsen ist komplex. Dies erhöht den Preis. Ein Weitwinkel Objektiv ist bei vergleichbarer Qualität stets teurer als ein Modell mit Normalbrennweite. Betrachte dies am besten als Investition, denn es gibt kaum eine Objektivart, die Du so flexibel und vielseitig einsetzen kannst. Sparen am falschen Ende solltest Du nicht.

Tipp: Der Gebrauchtmarkt floriert auch bei DSLM-Objektiven. Schau Dich bei Bedarf dort um, wenn Du zu Beginn etwas Geld sparen möchtest.

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