Spiegelreflexkamera kaufen: Welche Kamera passt zu mir?

Spiegelreflexkamera kaufen: Welche Kamera passt zu mir?

Die perfekte Kamera gibt es leider nicht – und dieser einfache Grundsatz gilt auch für Spiegelreflexkameras. Wir zeigen Dir, wie Du trotzdem eine geeignete Spiegelreflexkamera kaufen kannst und worauf Du bei der Suche achten solltest. Ausserdem ziehen wir einige Vergleiche zu hochwertigen DLSMs und erläutern, wie diese ihre Aufgabe erledigen.

Warum überhaupt eine Spiegelreflexkamera kaufen?

DSLRs bringen zahlreiche Vorteile mit. In keiner bestimmten Reihenfolge fallen diese wie folgt aus:

  • Die Technik ist ausgereift. Seit vielen Jahrzehnten begleiten uns Spiegelreflexkameras und sorgen in den Händen fähiger Fotografen für herausragende Bilder. Grosse technische Entwicklungen sind wahrscheinlich nicht mehr zu erwarten. Das Prinzip ist ausgereizt – und das ist auch gut so.
  • Durch die langjährige Existenz der DSLRs darfst Du Dich über einen sehr üppigen Gebrauchtmarkt freuen. Von Gehäusen über Objektive bis hin zu Zubehör gibt es nichts, was Du nicht gebraucht günstiger kaufen kannst. Systemkameras müssen in diesem Punkt noch aufholen.
  • Spiegelreflexkameras produzieren Fotos, mit denen Du jeden Smartphone-Schnappschuss um mehrere Grössenordnungen in den Schatten stellst. Möchtest Du die Sache mit der Fotografie ernsthaft angehen, führt kein Weg an einer guten DSLR (oder DSLM) vorbei.
  • Die Akkulaufzeiten von Spiegelreflexkameras sind oft länger als bei vergleichbaren Systemkameras. Dies ist wichtig, wenn Du oft unterwegs bist und beispielsweise in freier Natur fotografierst. Ersatzakkus sind zwar immer eine Lösung, sind aber schwer und unhandlich.

Die Spiegelreflexkamera bringt somit selbst in Zeiten von Smartphones mit sehr guten Kameras noch Pluspunkte mit. Damit Du diese Vorteile für Dich ausnutzen kannst, werfen wir jetzt einen Blick auf wichtige technische Eigenschaften.

Nicht zu vernachlässigen: Ergonomie und Gewicht!

Nicht zu vernachlässigen: Ergonomie und Gewicht!

Im Vergleich zu modernen Systemkameras wie der Fujifilm X-S10, die nur 415 Gramm wiegt, sind Spiegelreflexkameras immer schwerer. Dieselbe Aussage gilt auch im Vergleich zu Smartphones. Vor allem Einsteiger werden damit vor Probleme gestellt. Wer es gewohnt ist, mit Smartphones oder guten Kompaktkameras zu fotografieren, wird sich wundern.

Durch das namensgebende Spiegelsystem sind Spiegelreflexkameras wesentlich grösser und schwerer. Ausserdem können sie unhandlich sein – aber das kommt auf Deine Hände an. Gute DSLRs liegen sehr ansprechend in der Hand, wenn wir vom Gewicht absehen. Vor dem Kauf solltest Du daher probieren. Nimm die Kamera in die Hand, nutze sie für ein paar Minuten und probiere dabei besonders ungewöhnliche Positionen aus.

Die technischen Eigenschaften können noch so überragend sein. Aber liegt sie schlecht in der Hand, solltest Du diese Spiegelreflexkamera nicht kaufen. Ausnahmen bestehen nur dann, wenn Du weisst, dass Du immer ein Stativ nutzen wirst. Bedenke ausserdem, dass andere Objektive noch mehr Gewicht mitbringen können. Dieser Aspekt ist bei DSLRs nicht zu unterschätzen.

Die Bildqualität: Worauf kommt es an?

Die meisten Fotografen werden zuerst schauen, dass ihre Bilder möglichst exzellent aussehen. Zum Teil ist dies die Sache des Objektivs und Deiner Fähigkeiten. Technisch wichtig ist jedoch der Sensor. Er ist in jeder Kamera dafür verantwortlich, das eintreffende Licht in Bildinformationen umzuwandeln. Die Faustregel lautet: je grösser der Sensor, desto besser. Am oberen Ende des Spektrums findest Du Mittelformatkameras.

Diese Sensoren werden auch in DSLMs wie der Fujifilm GFX100 mit 102 Megapixeln Auflösung verbaut. Freuen kannst Du Dich auf exzellente Bildqualität – allerdings zu einem hohen Preis. Günstiger sind Spiegelreflexkameras mit Vollformat-Sensoren oder Varianten wie APS-C. In der Theorie existieren ausserdem DSLRs mit APS-H oder Four-Thirds-Sensor. Allerdings befinden sich diese Geräte nicht mehr in der Produktion. Gegenwart und Zukunft gehören somit eindeutig APS-C sowie Voll- und Mittelformat.

Megapixel: Wichtig, oder nicht?

Die Jagd nach Megapixeln solltest Du nicht zu aufmerksam verfolgen – es sei denn, Du arbeitest professionell. Die Anzahl der Megapixel gibt an, wie viele Bildpunkte auf dem fertigen Foto zu sehen sind. Eine Auflösung von 20 Megapixeln könnte also zu einer vertikalen und horizontalen Auflösung von 5000 mal 4000 Pixeln führen. Allerdings führen mehr Pixel nicht automatisch zu besserer Qualität.

Mit genügend Bildkompression und einem viel zu kleinen Sensor ist es problemlos möglich, hochauflösende und schlecht aussehende Bilder zu produzieren. Daher raten wir Dir: Achte nicht zu sehr auf den Megapixel-Wert. Die Taktfrequenz von Computer-Prozessoren oder die Watt-Anzahl von Lautsprechern sagt nichts über die letztendliche Qualität dieser Geräte aus. Genauso verhält es sich bei Kameras.

Die Hersteller sind zum Glück schlau genug, hohe Megapixel-Werte an grosse Sensoren zu knüpfen. Wenn alle Komponenten harmonisch zusammenspielen, bekommst Du sehr grosse, detailreiche Fotos. Eine Untergrenze existiert allerdings: Weniger als zwölf Megapixel solltest Du heute nicht mehr akzeptieren. 

Was möchtest Du fotografieren?

Was möchtest Du fotografieren?

Jeder, der Dir eine DSLR empfehlen möchte, wird Dir diese Frage stellen. Die Antwort wird viele technische Eigenschaften bestimmen, die für Deine Nische wichtig sind. Sehen wir uns zum Beispiel die folgenden Features an.

Autofokus

Die Qualität der Autofokus-Funktion wird an ihrer Geschwindigkeit gemessen. Je schneller eine Kamera das Bild scharfstellen kann, desto besser. Wichtig sind dafür die Autofokus-Felder. Die Spiegelreflexkamera teilt das Bild in einzelne Quadranten ein, was der Technik bei der Fokussierung hilft. Heute hast Du die Auswahl zwischen neun (für Einsteiger) bis 150 (High-End) Feldern.

Nicht ignorieren solltest Du den Autofokus, wenn Du schnelle, vergängliche Ereignisse fotografieren möchtest. Hochzeiten sowie Kinder, Tiere und Sportler in Aktion sind typische Anwendungsbereiche. Nur in bestimmten Fällen musst Du dem Autofokus keine Bedeutung beimessen. Gebäude und Landschaften bewegen sich nicht. Du hast somit genug Zeit, auf den Autofokus zu warten oder selbst scharfzustellen.

Serienbilder

In eine ähnliche Kerbe schlagen die Serienbilder. Sie geben an, wie viele Bilder die Kamera pro Auslösung aufnimmt. Es geht los bei drei Bildern pro Sekunde und endet bei bis zu 14 Bildern im High-End-Segment. Wie beim Autofokus gilt hier: Wichtig sind Serienbilder für sehr schnelle Ereignisse oder spontane Fotografie.

Porträts etwa finden in Ruhe statt. Serienbilder sind dafür nicht notwendig. Vielleicht sagst Du dem Model jedoch, dass es sich einfach «spontan» und nach Lust und Laune bewegen soll. Es ist unwahrscheinlich, dass Du dann ohne Serienbildfunktion ein brauchbares Foto schiessen wirst. Daher gilt: Je mehr Bewegung Du fotografierst, desto wichtiger sind die Serienbilder (und der Autofokus).

Mit oder ohne Objektiv?

Eingefleischte DSLR-Enthusiasten werden Dir sagen, dass Du Body und Objektiv separat kaufen solltest. So kannst Du beide Komponenten perfekt aufeinander abstimmen. Allerdings stehst Du zu Beginn vor dem Problem, dass Du nicht genau weisst, was Du willst. Du solltest ruhig ehrlich zu Dir sein und sagen: «Ich weiss, dass ich nichts weiss.» Es ist keine Schande, ein typisches Einsteiger-Bundle zu kaufen.

Damit bekommst Du ein Objektiv gleich dazu – meist ein Standard-Objektiv mit Brennweiten irgendwo zwischen 18 und 60 Millimetern. Später, wenn Du mit der Technik warm geworden bist, kannst Du noch immer ein spezialisiertes Objektiv kaufen. Wie bereits erwähnt, floriert der Gebrauchtmarkt und beliefert Dich zuverlässig mit günstigen, hochwertigen Objektiven.

Funktionen und wie Du sie erreichst

Funktionen und wie Du sie erreichst

Viele erfahrene Fotografen scheuen den Umstieg auf ein neues Modell, weil sie ihre alte Kamera kennen. Sobald sie eine neue Spiegelreflexkamera kaufen, müssen sie sich an die neue Bedienung gewöhnen – und hier kann viel falsch laufen. Vielleicht wechselst Du häufig die ISO-Werte, weil Du nachts fotografierst. Möglicherweise brauchst Du oft Zugang zur Belichtungszeit. In jedem Fall ist es wichtig, dass Du die Dir wichtigen Funktionen schnell und problemlos erreichst.

Dies ist einer der Gründe, warum Fotografen gerne das Rädchen für Einstellungen nutzen und nicht den vergleichsweise langsamen Touchscreen. Willst Du eine Spiegelreflexkamera kaufen, solltest Du vorher in den Einstellungen nach den wichtigsten Optionen suchen. Findest Du sie schnell? Fällt der Umstieg leicht? Treibt Dich die Bedienung in den Wahnsinn, wirst Du keinen Spass an der Spiegelreflexkamera haben – unabhängig von der Bildqualität. Viele manuelle Bedienungselemente wie die an der Fujifilm X-T3 erleichtern den Umgang.

Der Sonderfall: Videos und Filme

Aufgrund der hohen Bildqualität nutzen inzwischen sogar Filmemacher DSLRs. Sie eignen sich, um kurze Videos und Kurzfilme zu produzieren – oder, wenn auch seltener, sogar abendfüllende Filme. Solltest Du ebenfalls zu dieser Zielgruppe gehören, geben wir Dir einige Ratschläge.

Die Auflösung

Full-HD als Auflösung ist das Minimum, besser ist heute jedoch Ultra-HD bzw. 4K. Diese besonders hohe Auflösung ist im Mainstream inzwischen angekommen und nicht mehr nur den Enthusiasten vorbehalten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Du bekommst mehr Bildschärfe ohne Nachteile. Achten musst Du nur darauf, dass Deine DSLR mit SDXC-Speicherkarten kompatibel ist. Hohe Auflösungen und Bitraten benötigen mehr Speicherkapazität. Mit alten Speicherkarten kommst Du somit nicht mehr weit, wenn Du in Ultra-HD aufnimmst. Vor allem bei Aufnahmen mit einer hohen Detaildichte wirst Du jedoch froh sein, diese Investition getätigt zu haben.

Das Zubehör

Es lohnt sich, weitere Komponenten für die Spiegelreflexkamera zu kaufen. Nimmst Du Dialoge auf, reicht das Mikrofon an der Kamera normalerweise nicht aus. Externe Lösungen sind dann gefragt. Ergo: Achte darauf, dass Du ein Mikrofon an Deine DSLR anschliessen kannst.

Die Anschlüsse

HDMI ist kein Standard an DLSRs, allerdings ist dieser Anschluss für Videofilmer sehr bequem. Du kannst Deine Aufnahmen direkt von der Kamera auf ein Display – etwa einen Fernseher oder einen PC-Monitor – projizieren. Andernfalls musst Du erst mit Speichermedien hantieren und das Video komplett auf das Zielgerät übertragen. Das ist in Ordnung, aber langfristig umständlich.

Ob Du WLAN und Bluetooth brauchst, ist Ermessenssache. Die meisten Fotografen benötigen keinen dieser Anschlüsse, da die Übertragung von Daten über Speichermedien wesentlich schneller ist. Auch DSLMs wie die Fujifilm X-T4 unterstützen Bluetooth, falls Du diese Schnittstelle unbedingt benötigst.

Der Bildstabilisator

Der Bildstabilisator

Wichtig, aber oft unterschätzt ist der Bildstabilisator. Er kommt vor allem bei bewegten Bildern zum Einsatz, aber er erleichtert auch die Fotografie. Die Wahl hast Du zwischen einem optischen und einem elektronischen Bildstabilisator (OIS oder EIS). Die bessere und weitaus verbreitetere Methode ist die optische Variante OIS. Sie arbeitet schnell und zuverlässig.

Von Bedeutung ist die Bildstabilisierung immer, wenn Du in voller Bewegung Bilder machst. Sitzt Du im Auto oder läufst Du durch die Stadt und möchtest Videos machen, beruhigt der Bildstabilisator das Bild enorm. Die wacklige Bildführung verschwindet, und Du bringst genug Ruhe in das Bild, damit Du den Film einem Publikum zeigen kannst. Selbst wenn Du keinerlei Videoambitionen hast, solltest Du auf einen Bildstabilisator heute nicht mehr verzichten. Das Ergebnis ist einfach zu gut, um dieses Geld nicht auszugeben.

Akku und Display: Kleinigkeiten, die man gern vergisst

Zu guter Letzt solltest Du auf die Akkulaufzeit achten, wenn Du eine Spiegelreflexkamera kaufen willst. Das gilt vor allem, wenn Du viel unterwegs ist. Wie bereits erwähnt, sind Ersatzakkus unhandlich – und je weniger Gewicht auf Deinen Schultern lastet, desto besser. Spiegelreflexkameras bringen in dieser Disziplin oft die bessere Leistung als Systemkameras.

Der Sucher arbeitet komplett optisch und braucht – anders als die elektronische Variante bei DSLMs – daher keinen Strom. Dies kommt der Akkulaufzeit zugute. Der Spiegelmechanismus benötigt zwar ebenfalls Energie, dies ist aber zu vernachlässigen. Wichtig kann ausserdem das Display sein: OLED-Varianten sind am besten, aber auch teuer in der Anschaffung. Sie bieten aber die besten Kontraste und Farbwerte und zeigen Dir Dein Foto daher fast wie in der Realität. Bei der Auflösung hingegen gilt: je mehr, desto besser. Scharfe Displays zeigen mehr Details, die sonst verborgen bleiben.

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