Minikamera: Sie ist besonders platzsparend und auch leistungsstark

Minikamera: Sie ist besonders platzsparend und auch leistungsstark

Nur eine ausgewachsene DSLM oder DSLR macht die wirklich guten Fotos? Nicht unbedingt: Auch mit einer Minikamera kannst Du sehr gute Resultate erzielen. Wie diese kleinen Alleskönner arbeiten und in welchen Situationen sie genau richtig sind, erklären wir Dir jetzt.

Die Minikamera: Was ist das überhaupt?

Minikameras sind äusserst kompakte Kameras, die in ihrer Qualität explizit nicht an Spiegelreflex- oder spiegellose Systemkameras herankommen. Zuerst klingt dies wie ein Nachteil, doch solltest Du Dir den Anwendungszweck dieser Kameraklasse genauer vor Augen führen. Preise gewinnen und berauschende Arbeiten abliefern wirst Du weiterhin mit DSLM & Co. Die Minikamera hingegen ist auf den Spass am Moment ausgelegt.

Modelle wie die Fujifilm LiPlay sind sofort einsatzbereit, wenn Du sie aus der Tasche holst. Du musst Dich nicht erst mit unzähligen Einstellungen beschäftigen, sondern drückst einfach auf den Auslöser – fertig. Damit spricht diese Art der Kamera Menschen an, die von der Technik dahinter nicht viel halten und einfach fotografieren wollen. Zusammen mit dem verhältnismässig niedrigen Preis ergibt sich ein spannendes Produkt, das eine nähere Besprechung verdient.

Die Technik der Minikameras

Die Technik der Minikameras

Wie bereits erwähnt, steht die Technologie nicht im Vordergrund beim Umgang mit Minikameras. Dennoch musst Du auf zeitgemässe Features nicht verzichten. So bieten die meisten Modelle eine Erweiterung des Speichers über microSD-Karten an. Pro Gigabyte Speicherkapazität kannst Du mit ungefähr 1000 gespeicherten Fotos im JPG-Format rechnen. Eine Karte mit 32 GB Kapazität könnte also über 30’000 Fotos aufbewahren.

Modellübergreifend kannst Du Dich ausserdem auf die folgenden Merkmale einstellen:

  • Das Objektiv ist nicht wechselbar und meistens mit einer Brennweite von etwa 35 mm ausgerüstet. Das entspricht der Normalbrennweite von Objektiven bei DSLM und DSLR. Geeignet sind diese Objektive etwa für Porträts und Gruppenfotos sowie andere typische Nahaufnahmen aus dem Alltag.
  • Ein Autofokus ist mit an Bord und hilft Dir dabei, die richtige Schärfe ins Bild zu bringen. Der Fokusbereich beläuft sich auf eine Nähe von zehn Zentimetern und geht bis ins Unendliche. Möchtest Du mit der neuen Minikamera nicht unbedingt sehr nahe Makroaufnahmen knipsen, wirst Du also niemals Probleme bekommen.
  • Hinsichtlich der Auflösung bewegst Du Dich im Rahmen zwischen vier und acht Megapixeln. Das ist genug, um etwa Full-HD- oder Ultra-HD-Bildschirme komplett auszufüllen. Die verwendeten CMOS-Sensoren sind ausreichend gross dimensioniert, um eine gute Bildqualität für diese Art der Fotos bereitzustellen.

Vor allem bei der Belichtung hast Du Spielraum. Die ISO-Empfindlichkeit regelst Du entweder selbst zwischen 100 und 1600, oder Du verlässt Dich auf die Automatik. Mit einer Verschlusszeit von bis zu zehn Sekunden kannst Du auch bei Nacht recht viel Licht ins Bild lassen. Wenn Du Dich mit der Technik auskennst, gelingen Dir dank der Minikamera recht eindrucksvolle Aufnahmen.

Blitz bei Nacht und Softwarefeatures

Da nicht überall eine ausreichende Beleuchtung bereitsteht, ist ein LED-Blitz in diese Kameras integriert. Dieser löst sich entweder selbst aus, oder Du schaltest ihn manuell ein und aus. Zugleich wird der Blitz stets so geschaltet, dass eine Korrektur gegen den Rote-Augen-Effekt stattfindet. Auf diese Weise leuchtest Du Areale in einer Entfernung von bis zu acht Metern aus.

Hinsichtlich der Software musst Du Dich mit einer Minikamera wie der instax mini 9 nicht hinter grossen Kalibern verstecken. Beispielsweise befinden sich zehn unterschiedliche Filter und weitere Effekte mit an Bord. Du kannst auf dem LCD-Bildschirm direkt alles zuschneiden, eine Vignette hinzufügen oder Helligkeit und Kontrast nachträglich ändern.

Damit reichen die Funktionen an die Features einfacher PC-Programme heran. Weiterhin integrieren Minikameras wie die genannte instax mini 9 einen Digitalzoom ins Gehäuse. Dieser stellt beispielsweise einen 2,4-fachen Zoom bereit, damit Du etwas weiter entfernte Motive heranholen kannst. In der niedrigen Preisklasse dieser Geräte ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Mehr als Fotografie: Ausdrucken mit der Minikamera

Mehr als Fotografie: Ausdrucken mit der Minikamera

Im Zeitalter der Smartphones müssen sich die Hersteller von Minikameras Alleinstellungsmerkmale überlegen. Zumindest Fujifilm hat dies geschafft. Jede Minikamera bringt ein Feature mit, das keine DSLM oder DSLR auf der Welt bietet. Integriert ist ein kleiner Drucker, der sofort den gewünschten Schnappschuss ausgibt. Damit ähnelt die Funktionsweise der Fujifilm instax SQ10 beispielsweise den älteren Polaroid-Kameras.

Die fertigen, ausgedruckten Fotos hältst Du nach etwa 90 Sekunden in den Händen und kannst sie beispielsweise Freunden schenken. Momente werden auf diese Weise nicht nur digital festgehalten. Stattdessen hast Du tatsächlich sofort etwas in den Händen und kannst es fühlen. Der schnelllebigen, aber grösstenteils digitalen Welt von heute sagst Du damit ein wenig den Kampf an.

Ein ausgedruckter Schnappschuss kann natürlich nie grösser sein als der Drucker und damit die Kamera. Rechne mit Ausdrucken, die etwa so gross sind wie Deine Handfläche – und damit umfangreich genug, um Details zu erkennen. Druckmaterial lässt sich einfach nachfüllen. Damit sind die Minikameras explizit keine «Wegwerfkameras». Auch ein Akku befindet sich an Bord.

Details über die Druckfunktion

Um den Drucker in Deiner Minikamera zu verwenden, brauchst Du einen bestimmten Film. Den stellt Fujifilm selbst her, kaufen kannst Du ihn in jedem Fachgeschäft. Damit Du nicht zu häufig neue Filme kaufen musst, reicht eine Aufladung für etwa 100 Ausdrucke. Selbst bei einer intensiven Nutzung solltest Du damit also mehrere Wochen oder gar Monate auskommen.

Tipp: Drucker dieser Art mögen hohe Temperaturen. Die besten und vor allem schnellsten Ergebnisse erzielst Du im Freien, wenn Du im Frühling und Sommer unterwegs bist. Damit drückst Du die bereits erwähnte Aufwärmzeit von 90 Sekunden auf nur noch eine Minute. Zusätzlich findest Du für jeden Einsatzzweck den passenden Film. Ob quadratisch, im Kleinformat oder als Panorama-Variante – das spielt keine Rolle. Für jeden Wunsch gibt es einen Film, der für Dich infrage kommt.

Verbindung mit der App

Verbindung mit der App

Smartphone und Minikamera stehen nicht im Krieg miteinander, sondern führen eine friedliche Koexistenz. Dies wird bei einem Blick auf die Features der Kameras deutlich. Die instax-Modelle von Fujifilm sind kompatibel mit allen aktuellen Android- und iOS-Smartphones. Für Dich heisst dies, dass Du Dein Smartphone mit der Kamera verbinden kannst. Anschliessend bekommst Du mit Deiner Minikamera Zugriff auf die gesamte Fotobibliothek Deines Smartphones. Sinn und Zweck dieser Verbindung ist unter anderem die Nutzung des Druckers.

Fotos auf Deinem Smartphone kannst Du sofort mit der Kamera ausdrucken. Du musst also nicht viel Zeit aufwenden, um Deine Fotos anderweitig entwickeln zu lassen. Einfach mit der App verbinden – fertig. Wahlweise erstellst Du mit der App Collagen Deiner besten Bilder und druckst etwa gleich drei Stück auf einmal aus. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Erlaubt ist, was Dir gefällt und Spass macht. Dein Smartphone ist dabei nur eine Unterstützung und steht nicht im Mittelpunkt.

Sound in Deinem Foto geniessen

Eine weitere Besonderheit der fertigen Fotos aus der Minikamera sind die Sound-Funktionen. In der Praxis funktioniert das so:

  • Zu jedem Foto kannst Du über das integrierte Mikrofon der Kamera eine kurze Nachricht einsprechen. Vielleicht möchtest Du einen kurzen Kommentar loswerden, der das Bild ein wenig erklärt. Sogar eine Grussbotschaft ist denkbar.
  • Druckst Du das Bild aus, findest Du oben links in der Ecke einen kleinen QR-Code. Den kannst Du anschliessend mit dem Smartphone einscannen. Andere Personen werden anschliessend auf die instax-Webseite umgeleitet.
  • Dort sehen sie das Foto und bekommen Deinen Audiokommentar gleich dazu.

Dieses Feature eignet sich perfekt, wenn Du Geschenke machen möchtest, die noch ein weiteres verstecktes Gimmick in sich tragen. Für andere Personen ist es nicht notwendig, die App zu installieren oder selbst eine solche Minikamera zu besitzen. Jedes gewöhnliche Smartphone, das QR-Codes scannen kann, reicht aus. Damit hauchst Du Deinen Fotos noch ein wenig mehr Leben ein.

Selbstauslöser mit Smartphone und Kamera

Du möchtest ein Gruppenfoto machen und dafür die Minikamera verwenden? Auch dann hilft das Smartphone. Durch die Verbindung mit der App verwandelt sich das Smartphone für einen kurzen Moment in eine Fernbedienung für die Kamera. Aus einer Entfernung von bis zu zehn Metern löst Du die Kamera aus, die anschliessend das Foto schiesst. Dadurch kommt jeder auf das fertige Bild.

Wenn es schnell gehen muss, hast Du ausserdem einige Schnellwahltasten an der Unterseite der Kamera. Damit legst Du etwa fest, welcher Rahmen für die ausgedruckten Fotos genutzt werden soll. In der Praxis ist dies einfacher als der Gang durch das Menü. Wenn Du magst, triffst Du diese Entscheidungen ebenfalls in der App. So erweitert das Smartphone die Funktionen der neuen Kamera.

Anschauen und editieren am LCD-Bildschirm

Um zu sehen, was Du fotografierst, ist jede Minikamera mit einem LCD ausgestattet. Mit Diagonalen von bis zu 2,7 Zoll sind diese Bildschirme gross genug, damit Du alles genau erkennst. Bei der Auflösung musst Du – wie in dieser Preisklasse üblich – Abstriche hinnehmen. Mehr als 230’000 Pixel kannst Du etwa bei der LiPlay nicht erwarten.

Dafür bietet Dir der Bildschirm aber die Möglichkeit, Deine fertigen Fotos gleich zu bearbeiten. Dort kannst Du via Touch-Bedienung zuschneiden, Farbwerte oder Helligkeit ändern und vieles mehr. Auch hier gilt, dass die Optionen nicht an professionelle Software für Notebook und PC heranreichen. Für ein schnelles Editing, damit Du anschliessend die Fotos optimal ausdrucken kannst, reicht es aber aus.

Falls Dir unterwegs der Strom ausgeht, kannst Du die Kamera mit einem normalen Micro-USB-Kabel laden. Dies nutzen die meisten Smartphones ohnehin, sodass Du ein solches Kabel wahrscheinlich sowieso bei Dir hast. Nach maximal drei Stunden ist die Minikamera dann wieder einsatzbereit, und Du kannst Fotos machen und den Drucker nutzen.

Für wen sind die Minikameras gemacht?

Für wen sind die Minikameras gemacht?

Beleuchten wir zuletzt noch, ob Du Dir eine solche Kamera kaufen solltest oder nicht. Die Zielgruppe ist klar umrissen: Es handelt sich nicht um die beste Lösung, wenn Du ambitionierte Fotografien gestalten möchtest. Die Bildqualität kann nicht mit DSLM, DSLR & Co. mithalten. Stattdessen liegt der Fokus und damit die Daseinsberechtigung dieser Kameraklasse in einem anderen Bereich.

  • Minikameras wiegen selten mehr als 250 bis 500 Gramm. Dies entspricht zwei bis drei handelsüblichen Smartphone. Die vollständige Kameraausrüstung einer Systemkamera bringt hingegen mehrere Kilogramm auf die Waage. Die Minikamera transportierst Du somit problemlos von A nach B. Weder das Gewicht noch die Abmessungen werden Dir jemals negativ auffallen. Auch auf Reisen sind diese Geräte damit eine Überlegung wert.
  • Die Möglichkeiten der Software sind eingeschränkt. Optionsvielfalt wie bei einer neuen Fujifilm X-T4 wirst Du vergeblich suchen. Das ist allerdings nicht zwingend ein Nachteil. Vielleicht möchtest Du nicht so tief in das Thema der Fotografie eintauchen – was völlig in Ordnung ist. Suchst Du eine Lösung, die Du einfach einschalten und nutzen kannst, bist Du hier genau richtig aufgehoben.
  • Du kannst keine Objektive wechseln oder Zubehör mit diesen Kameras verwenden. Sie kommen einfach fertig zu Dir nach Hause und sind sofort einsatzbereit. In dieser Limitierung liegt der Vorteil der Bequemlichkeit. Gedanken um Deine Hardware musst Du Dir niemals machen, da das System nicht veränderbar ist. Dies kann ein Vorteil sein, wenn Du mit Technik generell auf Kriegsfuss stehst.

Fujifilm präsentiert Minikameras somit vor allem Menschen, die zwar fotografieren möchten, aber mehr auch nicht. Witzige und doch sinnvolle Features wie der sofortige Ausdruck und die Verbindung mit dem Smartphone stehen im Vordergrund. Professionelle Anwender sprechen diese Modelle daher weniger an. Alle anderen können durch die richtige Nutzung aber viel Spass mit diesen Kameras haben.

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