Kamera Objektive kaufen: Tipps, worauf es bei der Auswahl zu achten gilt

Kamera Objektive kaufen: Tipps, worauf es bei der Auswahl zu achten gilt

Eines der Probleme, vor dem frischgebackene Fotografen stehen, ist die gigantische Auswahl unterschiedlicher Objektive für Spiegelreflexkameras und spiegellose Systemkameras. Nicht umsonst heisst es: «Wer die Wahl hat, hat die Qual.» Hiermit geben wir Dir einen Überblick über dieses Herzstück jeder Kamera. Somit zeigen wir Dir, wie Du am besten Kamera Objektive kaufen kannst.

Kamera Objektive kaufen: Warum ist die Auswahl so schwer?

Fotografen mit wenig Erfahrung wissen in der Regel (noch) nicht, was sie fotografieren möchten. Sie möchten öfters ganz einfach ihre Umwelt in schönen Bildern festhalten. «Umwelt» kann viel bedeuten: die weitläufige Landschaft auf einem beliebten Wanderweg, ebenso wie die lieben Mitmenschen oder kleinste Ereignisse im Tierreich.

Das Objektiv ist das Auge Deiner Kamera – und es existiert kein solches Auge, das für alle Gegebenheiten gleichermassen gut geeignet ist. Der Grund hierfür ist unter anderem die Brennweite der Objektive: Sie wird in Millimetern angegeben und verrät (grob gesagt), wie viel «Bild aufs Foto passt» (dazu später mehr). Das ist ein grosser Unterschied zu Deinem Auge.

Du selber kannst ein Objekt wie Deine Hand wenige Zentimeter vor Deinen Augen scharfstellen und Deine Haut klar erkennen. Ebenso reicht ein Blick in den Himmel aus, um den Mond zu erkennen. Die Details wirst Du jedoch nicht mehr sehen. Das Auge ist somit eine Art Alleskönner, der in nahen bis mittleren Entfernungen funktioniert, aber Details auf lange Strecken verschluckt.

Was bedeutet die Brennweite?

Was bedeutet die Brennweite?

Ebenso bei Objektiven existieren diese Modelle, die alles recht ordentlich, aber nichts herausragend gut abbilden. Du findest sie zum Beispiel öfters in Smartphones. Im Gegensatz zu Kameras sind diese Objektive, die einen Bildausschnitt präsentieren, der dem menschlichen Auge entspricht, als Objektive mit Normal-Brennweite bekannt. Sie bieten eine Brennweite von ca. 50 mm.

Machst Du mit einer Kamera wie der Fujifilm X-T200 und einem Objektiv dieser Art ein Foto, wird das Bild ungefähr so aussehen wie das, was Du selber durch Dein Auge siehst. Ausserdem handelt es sich um ein Objektiv mit einer Festbrennweite: Alle Bilder werden mit exakt 50 mm Brennweite aufgenommen.

Nun findest Du auf dem Markt auch Objektive mit stark abweichenden Brennweiten. Diese werden folgendermassen kategorisiert:

  • Objektive mit weniger als 50 mm Brennweite sind Weitwinkelobjektive. Bei weniger als 20 mm kannst Du Kamera Objektive kaufen, die als Superweitwinkelobjektiv bezeichnet werden. Machst Du damit ein Foto, ist der Blickwinkel wesentlich(!) grösser. Das eignet sich, um Landschaften in ihrer ganzen Pracht einzufangen. Fisheye-Objektive bilden somit 180° oder mehr auf einem Foto ab und sehen demzufolge stark verzerrt aus.
Kamera Objektive

Der Vollständigkeit halber erwähnen wir noch erneut die Gruppe der Normal-Brennweiten, die um 50 mm herum positioniert sind. Sie geben die Realität in etwa so wieder, wie der Mensch sie sieht.

  • Oberhalb dieser Grenze findest Du Teleobjektive, die sich ab 300 mm in Gattungen wie Super- und Ultrateleobjektive einordnen lassen. Der Bildausschnitt wird dann stark verkleinert. Bildet ein 20-mm-Objektiv noch eine komplette Landschaft ab. Somit siehst Du mit einem 300-mm-Objektiv eventuell nur noch ein einzelnes Blatt an einem Baum.

Wichtig zu wissen

Als Faustregel merkst Du Dir: Je kleiner die Brennweite, desto grösser der Blickwinkel, und – ohne weiteres – je grösser die Brennweite, desto kleiner der Blickwinkel.

Es gilt ausserdem: Wenn Du gerade erst mit dem Fotografieren anfängst, solltest Du von den Extremen die Finger lassen. Diese Art der Objektive wird für besondere Einsatzgebiete hergestellt, denen Du im Alltag mutmasslich selten über den Weg laufen wirst. Wir raten Dir daher dazu, Dich zu Beginn im Bereich der Normal-Brennweite (mit leichten Abweichungen nach oben und unten) aufzuhalten.

Für Fortgeschrittene: verzerrte Bilder als bewusste Ästhetik

Wer sich auskennt, kann mit Weitwinkelobjektiven bemerkenswerte Effekte erzielen. Die Bildverzerrung, die dabei zwangsläufig eintritt, staucht das Foto in der Mitte stark, während die Seiten in die Breite gezogen werden. Fotografieren Anfänger damit, sieht das Ergebnis meist – salopp gesagt – einfach schlecht aus. Erfahrene Fotografen zaubern damit aber beeindruckende Effekte ins Bild.

Superzoom-Objektive: Die Lösung aller Probleme?

Gerne werden Anfängern Superzoom-Objektive empfohlen: Sie bilden einen sehr grossen Brennweitenbereich ab (beispielsweise 16 bis 300 mm) und würden daher Weitwinkel- ebenso wie Teleaufnahmen ermöglichen. Sie bieten tatsächlich viele Vorteile:

  • Du brauchst nur ein einziges Objektiv für alles, was gerade zu Beginn viel Geld sparen kann.
  • Bist Du unterwegs, musst Du nicht fünf unterschiedliche Objektive für alle Einsatzzwecke mitnehmen, sondern nur ein einzelnes Superzoom. Damit sparst Du Platz und Gewicht.
  • Das lästige Wechseln der Objektive entfällt. Ein Superzoom-Objektiv eignet sich für alles – ohne aufwendiges Hantieren mit Deiner Objektivsammlung.

Allerdings musst Du an einen grossen Nachteil denken: die Bildqualität. Zooms werden erreicht, indem das Linsensystem innerhalb des Objektivs hin und her verschoben wird. Diese Verschiebungen haben aber physikalisch bedingt immer den Nachteil, dass sie zu Lasten der Bildqualität gehen. Du hast damit stets einen Kompromiss in der Hand, der sich aus Flexibilität und Qualität ergibt.

Superzoom-Objektive: Die Lösung aller Probleme?

Weiterhin ist es gerade bei den sehr hohen Brennweiten ab 200 mm aufwärts unmöglich, das Bild mit der Hand ruhig zu halten. Also brauchst Du am Ende doch wieder ein Objektiv, sodass «weniger Equipment» am Ende häufig nicht zutrifft.

Bei Objektiven mit Festbrennweiten bzw. einem sehr kleinen Brennweitenbereich musst Du Dir über die Bildqualität hingegen keine Gedanken machen. Wir würden Dir daher zu Beginn nicht dazu raten, in ein Superzoom-Objektiv zu investieren. Wieso? Weil die Gefahr, dass Dir die vergleichsweise schlechte Bildqualität den Spass an der Fotografie verdirbt, gross ist.

Kamera Objektive kaufen: Das richtige Objektiv für jede Aufgabe

Nachfolgend zeigen wir Dir einige Beispiele. Orientiere Dich an ihnen, um ein für den jeweiligen Einsatzzweck passendes Kamera Objektive zu kaufen.

  • Landschaften: 20 bis 30 mm Festbrennweite

Wir hatten bereits erwähnt, dass eine geringere Brennweite den Blickwinkel vergrössert. Mit einer Brennweite von 20 bis 30 mm bekommst Du Landschaften jeder Art auf Dein Foto. Von weiten grasbewachsenen Hügeln bis hin zu massiven Gebirgsketten. Ein Beispiel dieser Gattung ist etwa das FUJINON XF 10-24mm F4 R OIS.

  • Portraits und andere Detailaufnahmen: 50 bis 60 mm Festbrennweite

Würdest Du Portraits mit einem Weitwinkelobjektiv aufnehmen, wären die Gesichter gestaucht – ergo brauchst Du ein Objektiv, das dem menschlichen Blickwinkel entspricht. Bei Modellen um 50 mm wirst Du fündig. Damit fotografierst Du nicht nur Menschen, sondern auch Architektur, Innenräume oder Dein Haustier. Wichtig für Porträts: Das Objektiv muss lichtstark sein, um in geschlossenen Räumen genügend Details abzubilden.

  • Der Alleskönner: Standard-Zoomobjektive mit 20 bis 70 mm Brennweite

Im Gegensatz zum Super-Zoomobjektiv kannst Du mit diesen Modellen nicht so nah ans Geschehen heran. Jedoch ist das kein Nachteil, da in diesem Fall die Bildqualität profitiert. Für Einsteiger sind diese Objektive eine gute Wahl, da es nichts gibt, was Du nicht damit fotografieren kannst. Das FUJINON XF 55-200mm F3.5-4.8 R LM OIS ist ein typischer Vertreter dieser Gattung.

  • Sport- und Tierfotografie: 70 bis 200 oder 70 bis 300 mm Brennweite

Sportlern kannst Du nur in wenigen Sportarten nah kommen, wilde Tiere wirst Du überhaupt nicht zur Mitarbeit überreden können. Hohe Brennweiten garantieren, dass Du beide trotzdem aus der Nähe fotografierst. Du solltest in diesem Fall aber unbedingt mit einem Stativ arbeiten, da sonst ein ruhiges Bild nicht gewährleistet ist.

Sport- und Tierfotografie

Wichtiger Indikator: die Lichtstärke

Neben der Brennweite, die Du an jedem Objektiv ablesen kannst, findest Du dort einen weiteren Wert: die Lichtstärke. Sie lässt Dich erkennen, wie gross die maximale Blendenöffnung am Objektiv ist. Je grösser die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht (und damit Bildinformationen) fällt durch das Objektiv auf den Sensor. Die Objektivhersteller nutzen verschiedene Schreibweise, um die Blendenöffnung zu deklarieren.

Verbreitet sind etwa «f/2,8», «1/2,8» oder ganz schlicht «2,8» – und diese Werte bedeuten alle dasselbe. Es gilt: Je kleiner der Wert, desto grösser die Lichtstärke. f/1,4 wäre also sehr viel heller als f/2,8. Ausnahmen stellen Zoom-Objektive dar, dort findest Du normalerweise Werte für die kürzeste und die längste Brennweite des Objektivs – also beispielsweise f/2,5-3,8. 

Warum ist die Lichtstärke wichtig?

Warum ist die Lichtstärke wichtig?

Eine hohe Lichtstärke hat mehrere Vorteile: Die Verschlusszeiten sind kürzer, vom Betätigen des Auslösers bis zum Speichern des Bildes vergeht weniger Zeit. Die Kamera muss nicht «warten», bis Licht eingefallen ist. So fotografierst Du Sportler in Aktion, ohne dass die Bewegung verschwimmt. Bei schlechten Lichtverhältnissen im Allgemeinen, also etwa bei der Abend- und Nachtfotografie, profitierst Du ebenfalls von hohen Lichtstärken.

Da der Autofokus in modernen Kameras ebenfalls auf Licht angewiesen ist, führen höhere Blendenöffnungen zu einem schnelleren Fokus. Bei sehr hohen Brennweiten, wenn Du Motive in grosser Ferne einfangen möchtest, hilft die hohe Lichtstärke durch kurze Verschlusszeiten ebenfalls. Somit sinkt die Gefahr, dass das Motiv verwackelt.

Nachteile gibt es ebenfalls: Grosse Blendenöffnungen sind physikalisch bedingt nur bei grossen Objektiven möglich. Diese sind jedoch schwer und unhandlich und kosten üblicherweise mehr Geld. Falls Du Filter benutzt, wirst Du feststellen, dass diese ebenfalls teurer in der Anschaffung sind, wenn das Objektiv grösser ist. Ob eine hohe Lichtstärke also unbedingt notwendig ist, musst Du selbst entscheiden.

Beispielhafte Lichtstärken für verbreitete Objektive

Gute Lichtstärken für Motive mit 50 mm beginnen bereits bei f/1,2 bis f/1,4. Die hohe Lichtstärke garantiert bei nahen Detailaufnahmen viele Details. Ab 100 mm sind f/2,0 bis f/2,8 ein guter Richtwert, bei 200 mm und mehr sollte es bei mindestens f/2,8 losgehen. Zoom-Objektive, die etwa von 70 bis 200 mm geeignet sind, vertrauen häufig auf eine Lichtstärke von f/2,8-3,5.  

Welche Lichtstärke passt zu mir?

Pauschal ist diese Frage leider nicht zu beantworten. Eine gute Idee ist es, jemanden zu fragen, der sich mit der Thematik auskennt. Zeig der Person einfach einige Fotos, die Du gemacht hast, und frage, ob die Bilder qualitativ von einer höheren Lichtstärke profitieren würden.

Möchtest Du Kamera Objektive kaufen, solltest Du auf diesen Punkt also keine allzu hohe Aufmerksamkeit richten. Eine Ausnahme besteht, wenn Du jetzt schon weisst, dass Du vorrangig abends oder bei Nacht fotografieren möchtest. Dann wirst Du in der Regel jedes Quäntchen Licht zu begrüssen wissen und solltest von vornherein ein möglichst lichtstarkes Modell auswählen.

Fazit

Kamera Objektive zu kaufen, ist mindestens so herausfordernd wie die Wahl der richten DSLM oder DSLR. Wenn Du ein scharfes Auge auf die Brennweite und die Lichtstärke wirfst, machst Du schon sehr viel richtig. Du solltest Dir ausserdem sehr konkrete Gedanken darüber machen, was Du fotografieren möchtest.

Die Antwort auf diese Frage grenzt die Auswahl auf ein komfortables Ausmass ein. Die Auswahl unterschiedlicher Objektive bei Fujifilm führt ausserdem dazu, dass Du garantiert ein Modell finden wirst, das zu Deinem Anwendungszweck passt. Stöbere am besten einfach ein wenig im Sortiment, und Du wirst sicher ein geeignetes Objektiv kaufen können.

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