Digitalkameras: Zehn Tipps zur Digitalfotografie

Digitalkameras: Zehn Tipps zur Digitalfotografie

Mit einer guten Systemkamera ist der Einstieg in die digitale Fotografie gemacht. Neben passenden Digitalkameras wollen aber auch die eigenen Fähigkeiten aufpoliert werden. Wir zeigen Dir hier zehn Tipps, damit Du noch mehr aus Deinen Fotos herausholen kannst.

Tipp 1: Digitalkameras sind nur die halbe Miete

In jedem Bereich – selbst ausserhalb der Fotografie – setzen Menschen gerne das Equipment mit den Resultaten gleich. Das Motto lautet schnell: «Habe ich eine gute Digitalkamera, mache ich gute Bilder.» In der Realität stimmt das nicht zu 100 Prozent. Eine herausragende DSLM wie die Fujifilm X-T4 produziert exzellente Fotos, aber Du solltest Deine Fähigkeiten an günstigeren Geräten testen.

Unsere X-T200 ist preiswerter und wird Dir am Anfang ebenfalls vollkommen ausreichen. Denn zuerst gilt: Um gut zu fotografieren, musst Du fotografieren! Geh also hinaus in die weite Welt und mach so viele Fotos wie möglich. Alle Theorien werden Dir nur bis zu einem gewissen Punkt weiterhelfen. Danach musst Du Deine Kenntnisse in der Praxis erproben. Wir raten Dir daher, die technischen Daten zu Beginn nicht zu stark zu gewichten. Die Fotos machst am Ende immer noch Du und nicht die Kamera.

Tipp 2: Superzoom-Objektive sind in Ordnung

Von Enthusiasten wirst Du immer wieder hören, dass Superzoom-Objektive keine gute Wahl sind. Diese Objektive decken sehr kleine und sehr hohe Brennweiten ab. Fotografieren kannst Du damit also sowohl Landschaften als auch beispielsweise Porträts. Aus dem Lager der etablierten Fotografen wirst Du jedoch Stimmen hören, die meinen, dass ein Superzoom-Objektiv nichts «richtig» kann.

Das stimmt: «Echte» Weitwinkel- oder Tele-Objektive erledigen ihren Job besser. Allerdings gilt hier: Als Anfänger solltest Du diesen Punkt nicht zu stark gewichten. Ein Superzoom-Objektiv wird Dir gute Dienste leisten und erleichtert vor allem unterwegs die Arbeit. Wer auf Reisen ist, spart sich durch Superzoom-Objektive nämlich die Mitnahme mehrerer Objektive.

Nachteile wirst Du vor allem im Bereich der Lichtstärke bemerken – aber nur, wenn Du genau hinschaust. Unserer Meinung nach spricht für Anfänger nichts dagegen, Geld in ein Superzoom-Objektiv zu stecken. Günstiger kommst Du zu Beginn nicht in den Genuss vom gesamten Einsatzbereich von Digitalkameras.

Tipp 3: Licht und Schatten verstehen

Licht und Schatten verstehen

Licht ist der elementare Bestandteil jedes Fotos. Allerdings kommt es darauf an, welches Licht Du für Deine Fotos nimmst. Dafür haben wir ein paar Tipps zusammengetragen:

  • Versuche, früh am Morgen und spät am Abend zu fotografieren. Während der Morgendämmerung und dem Sonnenuntergang wirken Farben und Licht komplett anders. Du wirst weiche, fliessende Konturen bemerken, wo bei vollem Tageslicht nur harte Schlagschatten zu sehen waren.
  • Arbeite mit einem Diffusor. Dieses Hilfsmittel kostet nicht viel und streut Licht auf ansprechende Weise. Ein Reflektor kann ebenfalls helfen. Direktes Licht wirkt meist zu hell oder sorgt bei Personen für geschlossene Augen. Diffusor und Reflektor können wahre Wunder bewirken.
  • Mache Aufnahmen vom selben Gegenstand oder einer Person zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten. Dir werden starke Unterschiede auffallen, und Du wirst schnell bemerken, welche Lichtstimmungen Deinem persönlichen Geschmack entsprechen.

Für Zubehör wie Reflektor oder Diffusor solltest Du Dir ausserdem Hilfe ins Boot holen. Freunde und Familie sind gut geeignet, um die Hilfsmittel zu halten, neu auszurichten oder anderweitig in ihrer Lage zu verändern. Um eine Kamera mit einem möglichst grossen Sensor kommst Du bei Aufnahmen mit wenig Licht jedoch nicht herum. Nur so vermeidest Du Bildrauschen und Detailverlust. Die Fujifilm X-Pro3 mit ihrem APS-C-Sensor leistet für diese Aufgaben gute Dienste.

Tipp 4: Weniger Farbe ist mehr

Weniger Farbe ist mehr

Vor allem Anfänger gewinnen der Schwarz-Weiss-Fotografie nicht viel ab. Wer hochwertige Digitalkameras mit teuren Objektiven nutzt, möchte die Farbenpracht gerne einfangen. Wir raten Dir dennoch dazu, hin und wieder die Farbe aus Deinen Fotos zu nehmen. Dafür findest Du in jeder modernen DSLM eine Einstellung im Menü. Alternativ entfernst Du die Farbe nachträglich aus den Fotos.

Jedes halbwegs aktuelle Bildbearbeitungsprogramm hilft Dir dabei weiter. Wichtig in diesem Zusammenhang ist von technischer Seite die ISO-Einstellung. Hohe ISO-Settings sind eigentlich zu vermeiden, da sie das Bildrauschen verstärken. Allerdings kann dies auf Schwarz-Weiss-Fotos genau richtig sein. Da Schwarz-Weiss-Fotografien immer «alt» aussehen, kannst Du diesen Effekt mit einem gewollten Bildrauschen noch verstärken.

Damit verbannst Du Details absichtlich aus Deinen Bildern, was Geschmackssache ist. Nach sehr vielen Jahrzehnten der Farbfotografie herrscht noch immer ein Bedarf an schwarz-weissen Motiven. Das allein zeigt Dir, dass an diesen Fotos etwas dran sein muss. Dies wirst Du sofort erkennen, wenn Du es selbst probierst. Viele Digitalkameras können dasselbe Bild ausserdem in Farbe und Schwarz-Weiss aufnehmen. Versuche es und vergleiche, um einen Favoriten zu finden.

Tipp 5: Stative für ruhige Motive

Stative für ruhige Motive

Digitalkameras können entweder sofort ein Bild aufnehmen oder erst eine lange Belichtungszeit vorlaufen lassen. Das ist immer dann notwendig, wenn Du wenig Licht hast. Den Nachthimmel ohne viele Sekunden Belichtungszeit zu fotografieren, ist praktisch unmöglich. Allerdings haben lange Belichtungszeiten immer den Nachteil, dass jede noch so kleine Bewegung später sichtbar ist.

Das Resultat sind Verwackelungen, ausgewaschene Motive oder – im Fall von beweglichem Licht – lange Lichtbögen. Damit das nicht passiert, brauchst Du ein Stativ. Die menschliche Hand ist auch mit Hilfsmitteln nie ruhig genug. Recht früh solltest Du also in ein Stativ investieren, das mit Deiner Kamera kompatibel ist. Ob es drei- oder vierbeinig ist, ist dabei nebensächlich.

Dreibeinige Stative sind oft leichtgewichtiger, aber auf bestimmten Untergründen stehen sie weniger stabil als ihre vierbeinigen Kollegen. Für typische Schnappschüsse sind Stative aber die falsche Wahl, da das Setup viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Unterwegs kannst Du es also zu Hause lassen. In den Details unterscheiden sich Stative deutlich voneinander. Höhe, Verschluss- und Bauart, Länge, Gewicht und dergleichen mehr sind verschieden. Als Faustregel geben wir Dir mit auf den Weg: Je höher das Stativ, desto wackeliger der Stand!

Tipp 6: Verschiedene Brennweiten testen

Vor allem bei Zoom-Objektiven werden Fotografen gerne faul. Eigentlich möchtest Du gerne ein bestimmtes schönes Gebäude fotografieren, müsstest dafür aber über die Strasse gehen. Stattdessen bleibst Du lieber, wo Du bist, und holst das Motiv mit dem Objektiv näher heran. Fotografie ist jedoch viel mehr als Technik.

Wenn Dir ein Motiv gefällt und Du es mit einer herausragenden Digitalkamera festhalten möchtest, solltest Du unterschiedliche Motive verwenden. Ein beliebiges Objekt wird sehr unterschiedlich aussehen, wenn Du es mal im Weitwinkel und mal im Zoom betrachtest. Im wahrsten Sinne des Wortes öffnen sich ganz neue Perspektiven.

Allerdings gehört sehr viel Erfahrung dazu, Motive richtig einzuschätzen. Gute Fotografen wissen manchmal instinktiv, dass ein Motiv mit einer bestimmten Brennweite am besten aussieht. Diese Fähigkeit wird Dir zu Beginn jedoch fehlen. Hast Du verschiedene Objektive zur Auswahl, raten wir Dir daher, sie mit verschiedenen Motiven zu testen. Dieser Trick wird Dir die Augen dafür öffnen, welcher Stil Dir gefällt.

Tipp 7: Nachbearbeitung? Kein Problem, aber…

Nachbearbeitung? Kein Problem, aber…

Eine weitere Falle für Anfänger besteht darin, Bilder viel zu stark nachzubearbeiten. Hier greift ein psychologischer Mechanismus: «Ich bin noch kein guter Fotograf, also muss ich mit viel Nachbearbeitung nachhelfen.» Dies ist jedoch nicht richtig.

Empfehlenswert sind zu Beginn unter anderem die folgenden Schritte:

  • Verändere Helligkeit und Kontrast, bewege Dich dabei aber im Rahmen. Zu viel Helligkeit führt zu Bildrauschen, zu starke Kontraste sehen unnatürlich aus.
  • Verändere Eigenschaften wie die Farbsättigung oder einzelne Farbwerte. So kannst Du etwa einem leuchtenden Sonnenuntergang ein noch intensiveres Orange verpassen. Auch Kleidung wirst Du damit wunderbar hervorheben.
  • Richte das Foto neu aus, indem Du es leicht neigst. Gerade bei Landschaftsaufnahmen ist es wichtig, den Horizont in annähernd perfekt waagerechter Ausrichtung darzustellen. Das gelingt nicht jedem Fotografen ohne Bearbeitung.
  • Schneide das Foto zu, um etwa überflüssige Bildinhalte zu entfernen oder die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bereich zu lenken.

Viel mehr solltest Du zu Beginn nicht machen. Es ist verführerisch, bei Porträts die Haut zu glätten oder die Augen intensiv leuchten zu lassen. Übertreibst Du es, sehen Deine Personen aber schnell wie Puppen aus und haben mit realistischen Porträts nichts mehr zu tun. Gehe somit behutsam vor – denn so schlimm ist die Realität wirklich nicht.

Tipp 8: Fotos wertschätzen

Fotos wertschätzen

Künstlern – und dazu gehören auch Fotografen – fällt es oft schwierig, den Wert der eigenen Arbeit zu erkennen. Bist Du auf Reisen und kommst mit 500 Fotos nach Hause, werden einige davon herausragend sein. Wahrscheinlich bekommt sie aber niemand zu sehen, da Du «für die Festplatte» fotografierst. Das solltest Du in Zukunft vermeiden. Lerne zu schätzen, dass die Fotografie Dich begeistert und mehr ist als nur ein kleines Hobby. Zeige Deine Fotos ruhig anderen und lass einige davon ausdrucken.

Warum hängst Du Dir die Bilder nicht sogar an die Wand oder verschenkst sie an Freunde? Indem Du es ernst nimmst, wirst Du Deine Fotos sofort verbessern. Vielleicht kennst Du ein Tierheim in der Nähe? Dort könntest Du Hunde, Katzen und Co. ansprechend fotografieren, um die Räumlichkeiten vor Ort hübscher zu gestalten. Dieser Tipp wird Dir dabei helfen, Dich intensiver mit der Fotografie auseinanderzusetzen. Zeig den Leuten ruhig, dass dieses Hobby mehr für Dich ist als ein kleiner Spass nebenbei.

Tipp 9: Das Smartphone nicht vergessen

Die Versuchung ist gross, nach der Anschaffung einer guten DSLM das Smartphone nicht mehr in Betracht zu ziehen. Das ist allerdings keine gute Idee. Eine alte Fotografenweisheit lautet: «Die beste Kamera ist die, die Du dabei hast.» Wenn Du unterwegs erst die Systemkamera aus der Tasche holen musst, ist der hübsche Vogel vor Dir vielleicht schon weg. Das Smartphone wäre schneller einsatzbereit gewesen – aber daran hast Du nicht gedacht. Die richtigen Motive zu finden, ist oft reine Glückssache.

Du solltest diese Momente nicht vorbeiziehen lassen, sondern im Notfall einfach das in die Hand nehmen, was griffbereit ist. Die fertigen Fotos zeigst Du für ehrliches Feedback dann am besten Aussenstehenden. Freunde und Familie werden Dir immer sagen, dass Deine Fotos grossartig sind. Fremde Menschen geben ehrliches Feedback. Das ist zwar manchmal schmerzhaft, aber lehrreich. Im Zweifelsfall solltest Du eher auf diese Personen hören als auf Deine Eltern. Diese finden ohnehin alles fantastisch, was Du in die Hand nimmst.

Tipp 10: Nicht entmutigen lassen!

Der bekannte Fotograf Henri Cartier-Bresson sagte einmal: «Deine ersten 10’000 Fotos sind die schlechtesten.» Diese Aussage verdeutlicht, dass Meister nicht vom Himmel fallen und es mit Talent allein nicht getan ist. Ohne harte Arbeit wirst Du die Qualität Deiner Fotos nicht verbessern können. Daher wirst Du am Anfang viele schlechte Fotos produzieren – selbst mit sehr guten Digitalkameras. Das sollte Dich aber nicht entmutigen, sondern Dir eher zeigen, wie weit Du es gebracht hast.

Vergleichst Du Deine aktuellen Fotos mit denen vor einem Jahr, wirst Du einen grossen Sprung feststellen. Dies hättest Du nie geschafft, wenn Du nicht am Ball geblieben wärst. Solange es Dir Spass macht, solltest Du daher einfach weitermachen. Die Verbesserungen werden sich automatisch einstellen. Ein guter Motivator sind Gleichgesinnte: Freunde und Bekannte, die Dein Hobby teilen, helfen dabei, begeistert weiterzumachen. Ausserdem lernst Du so neue Arten der Fotografie kennen, da jeder Mensch unterschiedliche Schwerpunkte in den eigenen Bildern setzt.

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