Digitalkamera kaufen: Fünf hilfreiche Tipps, die Du beachten solltest

Digitalkamera kaufen: Fünf hilfreiche Tipps, die Du beachten solltest

Auch im Zeitalter des Smartphones existieren gute Gründe, sich nach höherwertigen Kameras umzusehen. Wir zeigen Dir, warum es sinnvoll ist, eine neue Digitalkamera zu kaufen. Ausserdem geben wir Dir fünf Tipps mit auf den Weg, damit Du das richtige Modell auswählst. 

Digitalkamera kaufen: Warum überhaupt?

Aktuelle Smartphones produzieren vor allem im High-End-Bereich sehr sehenswerte Bilder. Allerdings sind sie in ihren Möglichkeiten eingeschränkt. Weder Hardware noch Software erlauben Dir einen hohen Grad der Feinjustierung. Aus diesem Grund wird jeder ambitionierte Fotograf auch in Zukunft dedizierte Kameras einsetzen, die nicht in einem Mobiltelefon untergebracht sind.

Weiterhin sprechen die folgenden Gründe dafür, eine Digitalkamera zu kaufen:

  • Ergonomie: DSLRs oder DSLMs wie die Fujifilm X-E4 sind so gestaltet, dass sie sehr angenehm in der Hand liegen. In der Praxis fällt Dir der alltägliche Umgang mit dem Gerät dadurch überaus leicht. Smartphones, die bauartbedingt stets flache, dünne Rechtecke sind, können in diesem Punkt nicht ansatzweise mithalten.
  • Qualität: Mittel- und Vollformatkameras produzieren Fotos, die den recht kleinen Sensoren in Smartphones weit überlegen sind. Je schwieriger die Bedingungen – wie etwa schlechte Lichtverhältnisse –, desto grösser der Vorsprung für «echte» Kameras. Auch deswegen werden professionelle Fotos für Magazine und Webseiten niemals mit Smartphones angefertigt.
  • Zubehör: Der Markt ist umfangreich und bietet für klassische Digitalkameras unglaublich viel Zubehör. Stative, Mikrofone, Wechselbatterien, Speicherkarten, Tragetaschen, Kameragurte und vieles mehr sind nur die Spitze des Eisbergs. Damit fällt es Dir leichter, Dein Fotografieerlebnis genau auf Deine Ansprüche abzustimmen.

Solltest Du eine Digitalkamera kaufen, wirst Du somit wesentlich mehr Optionen beim Fotografieren haben. Die Art und Weise, wie Du fotografierst, ändert sich dadurch deutlich. Beim Smartphone hingegen bist Du letztendlich doch eingeschränkt.

Dank der folgenden fünf Tipps erfährst Du von uns nun konkrete Merkmale, nach denen Du Ausschau halten solltest. Sie werden Dir dabei helfen, das richtige Modell für Deine Preisvorstellungen und Ansprüche zu finden.

Tipp 1: Ergonomie: Die Fotografie muss Spass machen

Ergonomie: Die Fotografie muss Spass machen

Vor allen Ansprüchen an die Qualität sollte die Handhabung der Kamera stehen. Zu viele Menschen orientieren sich beim Kauf allein an technischen Daten und wählen ein in diesem Bereich herausragendes Modell aus. Oft sind die besten DSLRs und DSLMs auf dem Markt aber auch die grössten, schwersten und klobigsten Geräte.

Nach einiger Zeit wirst Du in diesem Szenario feststellen, dass Du die Lust am Fotografieren verlierst. Du wirst bemerken, dass Du Deine Digicam gar nicht mehr in den Händen halten willst. Das Gerät ist zu schwer, passt nicht zur Form Deiner Hände und verhagelt Dir den Spass an der Motivsuche.

Weiterhin wirken sich diese Aspekte direkt auf die Qualität Deiner Bilder aus. Kannst Du die Digitalkamera gar nicht ruhig halten, weil sie mitsamt Objektiv einfach zu schwer ist? Dann wirst Du das Gerät schnell verfluchen.

Das Handling steht an erster Stelle

Ausschlaggebend sollte daher die Suche nach einer DSLM sein, die hinsichtlich Grösse und Gewicht zu Deinen Vorstellungen passt. Bevor Du eine Digitalkamera kaufen willst, solltest Du sie in die Hand nehmen, benutzen und sehen, wie sie sich anfühlt. Daher gibt es in dieser Hinsicht keine «beste Kamera».

Hände sind unterschiedlich, und das Empfinden von Komfort ist stets eine subjektive Sache. Verzichten kannst Du auf diese Aspekte nur, wenn Du garantiert weisst, dass Du immer mit Stativ fotografierst. Das ist jedoch unwahrscheinlich, da Fotografinnen und Fotografen die Kamera irgendwann garantiert in den Händen halten. Ein kleiner Tipp: Tragetaschen können ein zu hohes Gewicht zumindest unterwegs ausgleichen.

Zum Handling gehört auch die Software. Findest Du schnell, was Du brauchst, wenn Du durch die Menüs scrollst? Vor allem bei der Fotografie vergänglicher Motive hast Du keine Zeit, um nach Settings zu suchen. Bevor Du kaufst, solltest Du Dich durch die Menüs hangeln und versuchen, die wichtigsten Einstellungen zu erreichen. Einen Digitalkamera Vergleich mit mehreren Geräten anzustellen, ist ebenfalls ratsam.

Tipp 2: Zoom, Display und Bildstabilisator

Von einiger Bedeutung sind Zoom und Bildstabilisierung. Beim Zoom wirst Du stets über zwei Angaben stolpern: digital und optisch. Relevant für gute Fotos ist nur der optische Zoom. Innerhalb des Objektivs wird die Brennweite verändert, einige Linsen kommen dafür zum Einsatz. Es handelt sich um einen «echten» Zoom. Das Ergebnis sieht aus, als wärst Du näher an das Motiv herangetreten.

Im Kontrast dazu steht der digitale Zoom. Er arbeitet so wie jede beliebige Bildbetrachtungssoftware am PC. Du klickst auf einen Button, und das Bild wird digital vergrössert. Details werden dann zwar grösser dargestellt, aber nicht deutlicher. Es handelt sich stets um eine Kompromisslösung, die für ernsthafte Fotografen nur selten in Frage kommen. Lass Dich daher nicht von hohen Digital-Zoom-Angaben täuschen.

Dies ist übrigens ein weiterer Grund, warum Smartphones nicht die Qualität guter Digitalkameras erreichen. Innerhalb der kompakten Abmessungen von Mobiltelefonen ist für ein System aus mehreren Linsen nur sehr begrenzt Platz.

Hinsichtlich des Displays im Rücken der Digitalkamera solltest Du eventuell darauf achten, dass Du es schwenken und neigen kannst. Dies hilft Dir, wenn Du in ungewöhnlichen Winkeln fotografierst. Naturfotografen kommen immer wieder damit in Kontakt, wenn sie etwa Insekten an der Unterseite von Blättern fotografieren. Schwenkbare Displays erlauben solche Fotos, ohne dass Du Dich unbequem verbiegen musst.

Wann brauche ich einen Bildstabilisator?

Wann brauche ich einen Bildstabilisator?

Du hast die Wahl zwischen optischer (OIS) und elektronischer (EIS) Bildstabilisierung. Es galt lange Zeit, dass die optische Variante überlegen ist. In der Tat ist dies noch immer der Fall, die elektronische Variante hat aber stark aufgeholt.

Beide Lösungen haben denselben Zweck. Die Bildstabilisierung sorgt dafür, dass heftige Bewegungen ausgeglichen werden. Nimmst Du etwa ein Video in einem fahrenden Auto auf, lässt sich dies später ohne Bildstabilisierung kaum anschauen. Der Stabilisator gleicht durch Linsenverschiebungen das Bild aus und lässt Ruhe einkehren. Daher ist er für Dich vor allem sinnvoll, wenn Du Videos mit der Kamera aufnehmen möchtest.

Tipp 3: Megapixel weitgehend ignorieren

Nicht zu stark solltest Du den Fokus auf die Megapixel legen. Sie geben nur Auskunft über die letztendliche Auflösung des Bildes, aber nicht zwingend über die Qualität. Die Bildqualität setzt sich aus mehreren Komponenten wie Objektiv, Sensorgrösse, Blendenöffnung und vielen weiteren Details zusammen. Je mehr Licht auf diesen Sensor fällt, desto mehr Details wird Dein Bild zeigen.

Eine Digitalkamera mit einer theoretisch unglaublichen Auflösung, aber einem zu kleinen Sensor würde somit wahrscheinlich nur durchschnittliche Bilder präsentieren. Du kennst dieses Vorgehen vielleicht aus dem Hi-Fi-Bereich. Mehr Watt in den Lautsprechern deuten nicht zwangsweise auf einen besseren Klang hin.

Die Hersteller sind schlau

Die Hersteller sind schlau

Glücklicherweise kannst Du Dich im gehobenen Preissegment auf die Hersteller weitgehend verlassen. Dort werden hohe Auflösungen mit grossen Sensordiagonalen kombiniert. Ein Beispiel ist die Fujifilm GFX100. Mit einer Auflösung von 102 Megapixeln bewegt sie sich am Rande dessen, was aktuell technisch machbar ist. Es handelt sich klar um ein Modell für Profis, die mit höchster Präzision gerade zufriedenzustellen sind.

Das Resultat sind Fotos, die ihresgleichen suchen. Der hohe Preis steht einer Nutzung für Privatpersonen jedoch meist im Weg.

Allerdings wird in diesem Fall die hohe Auflösung mit einem Sensor kombiniert, der etwa 1,7-mal grösser ist als ein typischer 35-mm-Vollformatsensor. Erst die Kombination aus einem gewaltigen Sensor mit einer hohen Auflösung sorgt am Ende für eine grandiose Bildqualität. Kleine Sensoren und hohe Auflösungen sind hingegen meist nur Marketing, auf das Du nicht hören solltest.

Zusätzlich verfügen die meisten Menschen heute nicht über Anzeigegeräte, die für extrem hohe Auflösungen geschaffen sind. Digitalkameras mit zwölf Megapixeln lösen Bilder in 4000 mal 3000 Pixeln auf. Damit überschreiten sie meist die Auflösung von PC-Monitoren oder TV-Geräten zu Hause.

Tipp 4: Serienbilder und Autofokus für Eventfotografen

Diese beiden Funktionen, die jede moderne Digitalkamera mitbringt, sind auf eine gewisse Weise miteinander verknüpft. Klären wir zunächst, was beide Punkte bedeuten:

  • Die Menge der Serienbilder pro Sekunde gibt an, wie viele Fotos Deine Digitalkamera hintereinander aufnehmen kann. Bei der Fujifilm X-S10 sind es beispielsweise 17 Bilder pro Sekunde im RAW-Format.
  • Die Geschwindigkeit des Autofokus zeigt Dir hingegen, wie schnell die Kamera automatisch den Bildinhalt scharfstellt. Dies geschieht innerhalb von Millisekunden, aber kann für hohe Ambitionen auch in diesen niedrigen Zeiträumen einen Unterschied ausmachen.

Aber wozu sind diese beiden Eigenschaften wichtig?

Was fotografierst Du?

Was fotografierst Du?

Achtgeben solltest Du auf die beiden genannten Eigenschaften, wenn Du vorrangig schnelle Ereignisse fotografierst. Typische Beispiele sind Hochzeiten, (Kinder-)Geburtstage, sportliche Aktivitäten, Tiere in freier Wildbahn, generell schnelle Objekte wie Autos und ähnliche Motive. Denn: Bei der realen Nutzung wirst Du nur selten den richtigen Moment treffen, wenn Du keine Serienbilder verwendest.

Nehmen wir an, ein Tennisspieler erhebt sich in die Luft und setzt zum entscheidenden Schlag an. Wirst Du ihn genau in diesem Moment erfassen, wenn Du nur ein Bild machen kannst? Unwahrscheinlich. Serienbilder sind wie eine kleine Filmaufnahme, die jedes einzelne Bild in maximaler Auflösung und Qualität speichert. Anschliessend kannst Du Dir das beste Foto aussuchen und den Rest löschen.

  • Achtung: Serienbildgeschwindigkeit ist nicht mit der Anzahl der Bilder pro Sekunde bei Videoaufnahmen zu verwechseln. Diese beiden technischen Merkmale haben trotz des ähnlichen Namens nichts miteinander zu tun.

Analog dazu kannst Du Autofokus und Serienbilder aussen vor lassen, wenn Du hauptsächlich Architektur, Landschaften, Porträts und ähnliche Motive einfängst. Diese Dinge bewegen sich nicht, Du kannst Dir also viel Zeit für das Setup des Fotos nehmen. Ein schneller Autofokus beispielsweise ist dann unnötig, da Du das Motiv in Ruhe mit maximaler Schärfe anreichern kannst.

Tipp 5: Die Videofunktion und ihre Bedeutung

Die Videofunktion und ihre Bedeutung

Willst Du Dir eine Digitalkamera kaufen und damit eher Videos aufnehmen als Fotos, dann spielen die technischen Daten eine Rolle. Von Bedeutung ist die Auflösung: Alles unter Full-HD bzw. 1080p (also 1920 mal 1080 Pixel) ist heute nicht mehr zeitgemäss.

Hegst Du höhere Ambitionen, solltest Du gleich auf ein Modell mit Ultra-HD setzen (und damit auf 3840 mal 2160 Pixel). Damit nimmst Du Bilder auf, die an der Spitze der heutigen technischen Möglichkeiten rangieren. Eine um das Vierfache erhöhte Menge an Pixeln auf Deiner Aufnahme sorgt für mehr Schärfe und bessere Details.

Wie wichtig sind Bilder pro Sekunde?

Die meisten Digitalkameras nehmen mit 30 Bildern pro Sekunde auf. Für eine flüssige Bildwiedergabe reicht das aus. Hast Du Interesse an Zeitlupen, brauchst Du mehr. Die Faustregel ist: Je mehr Bilder pro Sekunde, desto ausgeprägter die mögliche Verlangsamung. Die Fujifilm X-T4 schafft beispielsweise 60 Bilder pro Sekunde in 4K-Auflösung.

In der Software der Kamera solltest Du Dich ebenfalls umsehen. Beispielsweise besitzen einige Modelle spezielle Nachtmodi. Diese fangen bei Dunkelheit mehr Licht ein, was für Aufnahmen am Abend oder in geschlossenen Räumen sinnvoll ist.

Ebenfalls wichtig: Das Zubehör

Achte auf eine Digitalkamera, die Dir den Anschluss von Zubehör erlaubt. Ein Mikrofon ist beispielsweise wichtig, wenn Du Geräusche, wie etwa ein Gespräch, an ihrer Quelle aufnehmen möchtest. Den Blitzschuh kannst Du benutzen, um eine weitere Lichtquelle zu installieren. Aus der Digitalkamera wird dann eine Videokamera, die ansehnliche Resultate erzeugt.

Da vor allem Ultra-HD-Aufnahmen sehr viel Speicherplatz verschlingen, solltest Du ausserdem auf Kompatibilität mit microSDXC Wert legen. Der Standard sorgt dafür, dass Du die grössten am Markt erhältlichen Speicherkarten verwenden kannst. Zu wenig Kapazität wird sonst schnell die Speicherkarte füllen, was die Länge der Aufnahme deutlich begrenzt.

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