Fotokamera: Wir erklären die unterschiedlichen Funktionen

Fotokamera: Wir erklären die unterschiedlichen Funktionen

Eine gute Fotokamera macht immer noch die besten Fotos – auch wenn die Schnappschussfotografie heute weitgehend von den Smartphones in die Hände genommen wurde und Kompaktkameras kaum noch eine Rolle spielen. Ob es sich dabei um eine spiegellose Systemkamera (DSLM) oder eine Spiegelreflexkamera (DSLR) handelt, ist unerheblich. Allerdings sind die Geräte für Anfänger auch kompliziert. Aus diesem Grund erfahren Sie hier alles über die wichtigsten Funktionen im Überblick.

Fotokamera: Kurze Einführung zum Aufbau von DSLM- und DSLR-Kameras

Bevor wir zu den eigentlichen Funktionen kommen, ist es ratsam, sich grob über den Aufbau moderner Fotokameras zu informieren. Denn: Die Funktionen, auf die Sie Zugriff haben, steuern häufig eines der vier Grundbestandteile, die wie folgt ausfallen:

  • Das Objektiv ist dafür verantwortlich, dass das einfallende Licht gebündelt und auf die Bildebene projiziert wird. Die Menge des einfallenden Lichtes reguliert hingegen die …                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             
  • … Blende, denn sie steuert mit dem Grad der Öffnung, wie viel Licht später auf die Bildebene fällt. Wichtig ist ausserdem noch der …                                                                                                          
  • … Verschluss, denn er regelt die Belichtungsdauer. Je länger die Belichtung, desto mehr Licht fällt ein, und desto mehr Informationen landen am Ende auf der …                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 
  • … Bildebene, die im heutigen Fachjargon Bildsensor genannt wird. Je grösser der Bildsensor, desto mehr Licht verarbeitet er, und desto hochwertiger fällt in der Regel schliesslich die fertige Fotografie aus.

Ein altbewährtes Konzept

Schon seit den ersten Fotoapparaten hat sich dieses Konzept bewährt. Technisch gesehen bestehen zwar keine Gemeinsamkeiten mehr zwischen einer modernen Fotokamera und einem Modell von vor 100 Jahren. Die Grundstruktur ist uns in der Geschichte der Fotografie jedoch erhalten geblieben (und auch Smartphones funktionieren nach diesem Muster).

Fotokamera: Bilder oder Videos?

Zwei Grundfunktionen beherrschen alle modernen Kameras: Bilder und Videos. Entscheiden Sie vor dem Kauf, wie wichtig Ihnen Videos sind. Viele moderne Kameras unterstützen etwa die Aufnahme in 1080p, was Full-HD entspricht und daher für die meisten Anwender gut genug ist. Gute Systemkameras wie die Fujifilm X-T200 hingegen produzieren auch Videos in 4K-Auflösung – bei flüssigen 30 Bildern pro Sekunde. Wenn Sie Wert auf allerhöchste Bildqualität legen und sich die Kamera vorwiegend für Videos und Filme kaufen, sollten Sie darauf bereits im Vorfeld achten.

Bildstabilisatoren für Filmer

Eine Kleinigkeit, die aber im Alltag einen riesigen Unterschied macht, ist der optische oder elektronische Bildstabilisator – kurz: OIS oder EIS. Im Vergleich zur digitalen Bildstabilisierung sind die anderen Varianten qualitativ deutlich überlegen. In der Praxis führt diese Funktion dazu, dass Sie die Kamera nicht perfekt stillhalten müssen. Sogar recht heftige Bewegungen werden vom Stabilisator ausgeglichen und ermöglichen eine ruhige Kameraführung, beispielsweise beim Autofahren.

Ich will fotografieren: Worauf sollte ich achten?

Ich will fotografieren: Worauf sollte ich achten?

Überlegen Sie sich zuerst, was Sie gerne fotografieren möchten. Fotografie ist eine Kunst. Sie möchten Eindrücke, die Sie besonders fesseln, festhalten. Möchten Sie vielleicht sportliche Ereignisse fotografieren oder Tiere in der Natur ablichten, dann sollten Sie darauf achten, eine Kamera mit einer möglichst hohen Serienbildgeschwindigkeit zu wählen.

Serienbild-Geschwindigkeit

In den Produktbeschreibungen einer Fotokamera werden Sie immer eine Angabe dazu finden, wie viele Serienbilder die Kamera in Folge schiessen kann – beispielsweise sechs Bilder pro Sekunde für zehn Sekunden. Die Begrenzung findet statt, weil der Speicher die Daten nicht schnell genug schreiben kann oder das Speichermedium irgendwann einfach voll ist.

Sowohl bei der Tier- als auch der Sportfotografie kommt es jedoch auf eine schnelle Serienbildgeschwindigkeit und – je nach Motiv – auf den Autofokus an. Denn: Dort halten die Motive nicht still. Wie Sie die Serienfotografie starten, unterscheidet sich je nach Fotokamera. Bei vielen DSLM-Kameras reicht es, den Finger leicht auf dem Auslöser zu lassen (und nicht komplett herunterzudrücken).

Dann werden Aufnahmen gemacht, bis der Speicher der Kamera gefüllt ist. Achten Sie ausserdem auf einen möglichst schnellen Autofokus für die Fotografie bewegter Objekte. Im Eifer des Gefechts werden Sie nicht die Zeit haben, den Fokus über das Objektiv oder im Menü zu steuern. Entscheiden Sie sich daher im Voraus für eine Systemkamera mit einem möglichst kurzen Autofokus, um scharfe Bilder zu erzeugen.

Der ISO-Wert: Was ist das?

In jeder modernen Fotokamera und mit vielen Smartphones können Sie den ISO-Wert in der Software oder direkt am Gerät mit einem Rädchen kontrollieren. In der modernen Fotografie ist damit die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors beschrieben. In neuen DSLM-Kameras wie der Fujifilm X-T4 kommen dafür meist grosse und damit lichtempfindliche APS-C-Sensoren zum Einsatz.

Indem Sie den ISO-Wert des Bildes regulieren, legen Sie also fest, wie empfindlich der Sensor auf Licht reagieren soll. Dafür gibt es Werte wie ISO 200, ISO 400, ISO 800 und dergleichen mehr. Systemkameras schaffen oft mittlere fünfstellige Werte. Dabei gilt: Je höher der ISO-Wert, desto empfindlicher der Bildsensor.

Je höher, desto besser?

Kleine Werte wie ISO 100 reichen etwa bei Sonnenlicht aus. Bei Nacht sollten es hingegen ISO 800 und mehr sein. Daraus liesse sich leicht schlussfolgern, dass höhere Werte immer eine gute Sache sind – denn Lichtinformationen führen zu einem klareren Bild. In der Realität stimmt das jedoch nicht: Eine zu hohe Lichtempfindlichkeit führt dazu, dass Bilder schnell verrauschen.

Das Resultat sind Fotos, die sich kaum anschauen lassen. Details gehen verloren und verschwinden unter einem Teppich aus wilden Farbpunkten. Was genau ein «guter» ISO-Wert ist, lässt sich jedoch nicht so einfach feststellen. Es kommt auf die Kamera, den Sensor, die Software und viele weitere Kleinigkeiten an. 

Unser Tipp: Verringern Sie den ISO-Wert im Menü Ihrer Kamera, wenn Ihnen die Fotos zu verrauscht vorkommen. Versuchen Sie es danach noch einmal und experimentieren Sie mit den Werten.

Fotokamera: Färben von Bildern in der Software

Färben von Bildern in der Software

Zahlreiche moderne Systemkameras bieten Käufern die Möglichkeit, das Bild bereits im Entstehungsprozess zu bearbeiten. Dafür kommen in der Software der Kamera diverse Filter zum Einsatz, die das Foto beispielsweise

  • in Sepia-Töne betten, 
  • es schwarzweiss erscheinen lassen, 
  • Farben überzeichnen, den Kontrast erhöhen 
  • oder auch eine Vignette hinzufügen.

Der Vorteil vieler DSLM-Kameras wird am exzellenten Sucher deutlich: Dieser lässt sich nämlich oft so darstellen, wie es auch im fertigen Bild der Fall ist. Das heisst: Schalten Sie auf Schwarzweiss-Fotografie, sehen Sie im Sucher das Bild so, wie es auch im fertigen Foto der Fall ist. In der Fujifilm X-T30 basiert der Sucher auf OLED-Technik. Er garantiert eine herausragende Farbwiedergabe. 

Das ist aus gestalterischer Sicht sinnvoll, denn vor allem Einsteigern fällt es nicht leicht, ein reales Bild nur in ihren Gedanken in ein Schwarzweissfoto zu übertragen. Der sehr gute Sucher vieler DSLM-Kameras macht dies leicht, indem die Farbveränderungen schon direkt dort zu sehen sind. So lässt sich auch die langwierige Nachbearbeitung ersparen. Sie können die gewünschten Farbveränderungen schon beim Fotografieren vornehmen.

Wichtig für Porträtfotografie: Gesichts- und Augenerkennung

Porträtfotografie

Möchten Sie vorrangig Menschen fotografieren, so hilft Ihnen der Autofokus für Gesichter und insbesondere Augen. Denn: Kein Porträt mit unscharfen Augen ist gelungen. Die Augen sind immer der Bereich, den wir zuerst anschauen und der daher auch für ein gutes Foto am wichtigsten ist.

Integrierte Augenerkennung

Aktuelle DSLM-Kameras haben eine Augenerkennung. Die Kamera folgt den Augen der Person und hält diese konstant scharf. Das ist für ruhige Porträts nicht von allerhöchster Priorität, allerdings ändert sich dies bei Personen in Bewegung. Möchten Sie Menschen in ihrem Alltag fotografieren, hilft dieses Feature dabei, die benötigte Schärfe in das Foto zu bekommen.

Fortgeschrittene Fotografen wählen sehr fein zwischen dem jeweiligen Auge aus. So werden interessante Motive möglich, die mit der automatischen Erkennung nicht denkbar sind. Insgesamt bietet diese Funktion vor allem für unerfahrene Fotografen viel Sicherheit, weshalb Sie zumindest auf die Gesichtserkennung nicht verzichten sollten. Oft ist sie in den Optionen der Fotokamera von vornherein aktiviert.

Fotokamera: Funktionen für die Nachbearbeitung

Die Nachbearbeitung wird oft vernachlässigt. Denn am kleinen Display (ungefähr drei Zoll haben sich als durchschnittlicher Wert etabliert) ist eine professionelle Verschönerung von Fotos zu umständlich. Ergo muss Software am Computer herhalten, um das Foto zu bearbeiten. Dann stellt sich aber automatisch die Frage: Wie bekomme ich die Fotos auf mein Arbeitsgerät?

Speicherkarte, Kabel oder WLAN?

Die einfache Methode besteht darin, die Speicherkarte aus dem Fotoapparat zu entfernen. Dann legen Sie diese in ein Kartenlesegerät ein (an einigen Notebooks ist es bereits im Auslieferungszustand enthalten) und übertragen die Daten. Moderne DSLM-Kameras gehen aber einen Schritt weiter und bieten zahlreiche weitere Methoden an:

  • USB-C als Anschluss kann Daten recht schnell (aber längst nicht so schnell wie von einer Speicherkarte) übertragen. Der Vorteil liegt darin, dass Sie ein solches Kabel wahrscheinlich sowieso schon zu Hause haben und keine zusätzliche Anschaffung im Raum steht.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              
  • Die Fujifilm X-A7 beispielsweise unterstützt zusätzlich WLAN nach den Standards 802.11b, g und n. Das ermöglicht zu Hause die drahtlose Übertragung von Daten in einem angenehmen Tempo. Notfalls lassen sich Daten auch über Bluetooth übertragen, allerdings ist das in der Praxis viel zu langsam und sollte daher nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen.

Der Vorteil der drahtlosen Methoden ist aber, dass Sie nicht mit den Speicherkarten jonglieren müssen. Eine WLAN-Verbindung besteht zwischen Ihren Geräten ohnehin, sobald Sie einmal in Ihrem Heimnetzwerk eingeloggt sind. Achten Sie daher beim Kauf ruhig darauf, dass die Fotokamera WLAN-Funktionalität beinhaltet.

Fotokamera: Schwenkbare Displays – ein Segen für ungewöhnliche Fotografie

Fotokamera - Schwenkbare Displays

Die (oft touchfähigen) Displays moderner Kameras sind manchmal starr verbaut, oft aber auch schwenkbar. Das bietet Ihnen bei der Fotografie ganz neue Optionen – etwa bei Selbstporträts. Wenn Sie sich selbst fotografieren, dann drehen und neigen Sie das Display einfach so, dass Sie es auch von vorne sehen können. Manche Motive lassen sich am besten fotografieren, wenn sich die Kamera auf Höhe des Bodens befindet. Dort können Sie selbst aber nur schwer bequem auf das Display schauen – es sei denn, sie neigen es nach oben.

Ein schwenkbares Display ist eine hervorragende Funktion, die Fotografie aus ungewöhnlichen Winkeln ermöglicht und Ihnen neue Fotooptionen liefert – etwa das Selfie, das eigentlich eine Domäne der Smartphones ist. Die allermeisten DSLM-Kameras kommen inzwischen mit diesem Feature auf den Markt. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, sich für eine Kamera mit einem hochwertigen, scharfen Display zu entscheiden. Angegeben wird diese Bildschärfe mit der Anzahl an Bildpunkten auf dem Display – also beispielsweise 2,5 Millionen Pixel. Je mehr, desto besser!

Fazit: Funktionen sind das A und O

Eine gute Bildqualität garantieren alle aktuellen DSLM-Kameras von Fujifilm. Umso wichtiger ist es, auf die Funktionen zu achten, die Sie in Ihrem Alltag brauchen – ob als Amateur oder ambitionierter Hobbyfotograf. Fragen Sie sich daher im Voraus, was Sie unbedingt brauchen, und entscheiden Sie anhand der Antwort, welche Fotokamera für Sie geeignet ist. Wählen Sie im Zweifelsfall lieber eine Kamera mit zu vielen als zu wenigen Funktionen. Denn sonst ist der Ärger im Nachhinein gross.

 

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