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Bildhalle: René Burri – Ikonen der Fotografiegeschichte in 3D

«Als ich die Fotoschule verliess, wo wir nur Kaffeetassen im Licht fotografiert hatten, musste ich meinen Bildern hinterherlaufen. Wie sollte ich die Kamera einsetzen, wenn sich alles bewegte? Wenn die Leute gingen, wenn alles davonlief? Ich rief ihnen zu: «Nun bleibt doch mal stehen!» Es dauerte, bis ich in Bewegung kam, bis ich es schaffte, mit dem Fluss mit zu schwimmen. Und wenn es mir einmal gelang, fand das Bild auf der anderen Strassenseite statt! Bilder sind wie Taxis zur Hauptverkehrszeit – wenn man nicht schnell genug ist, bekommt sie immer ein anderer.» – René Burri

Er schuf Ikonen der Fotografiegeschichte. René Burri gilt als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Der Zürcher Fotograf (1933–2014) führte ein Leben am Puls der Weltgeschichte. Seine Ausbildung absolvierte er in seiner Heimatstadt Zürich, an der Zürcher Kunstgewerbeschule (heute Zürcher Hochschule der Künste) in der legendären Fotoklasse von Hans Finsler. Mit seinen Porträts und Bildreportagen entführte uns der Schweizer Fotograf in alle Winkel der Welt und findet schon früh zu einer eigenständigen Bildsprache.

1955 wurde er Mitglied der renommierten Fotografenagentur Magnum. Mit einer seiner ersten Reportagen über taubstumme Kinder, publiziert im Life Magazin, machte er international auf sich aufmerksam. In der Folge wird er zum visuellen Chronisten einer Reihe berühmter Persönlichkeiten wie Le Corbusier, Picasso oder Giacometti und seine Bilder des Revolutionärs Che Guevara mit Zigarre (damals eine Auftragsarbeit für das Schweizer Periodikum Du) gingen um die Welt. Seine fotografischen Arbeiten waren dabei immer an der Sache interessiert, engagiert, vielschichtig und empathisch. Er wollte die Welt nicht nur dokumentieren, er wollte sie mit seinen Bildern verändern.

Noch bis 24. Oktober zeigt die Bildhalle unter dem Titel LES AUTRES die bereits für März dieses Jahres geplante Ausstellung. Sie umfasst Ikonen aus René Burris Werk wie auch bemerkenswerte Farbbilder und Einzelstücke, die weniger bekannt sind. Die virtuelle Tour in 3D der Bildhalle ermöglicht zudem, einen Einblick in die Ausstellung für alle diejenigen, die Schweizer Fotografie von Zuhause aus erleben möchten.

 

Hier geht’s zur 3D Tour

 

«Wenn man zwei parallele Linien bei René Burri ausmachen kann, dann sind es einerseits die makellose Ökonomie, Präzision und Lesbarkeit von Bildaufbau, Struktur und visueller Wirkung seiner Fotografien, die ihnen etwas Emblematisches, Universales, gewissermassen Zeitloses verleihen, andererseits eröffnet jedes Zeichen, jede Form, jeder Ausschnitt im Bild eine ganz neue und persönliche Perspektive auf das Dargestellte.»

Marc Donnadieu, Ko-Kurator mit Mélanie Bétrisey der Ausstellung im Musée de l’Elysée, Lausanne (Auszug aus dem Katalog «René Burri, Explosion des Sehens», Musée de l’Elysée Lausanne/Scheidegger & Spiess)


 

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