Sportlern auf den Fersen

Im Rahmen der Mini-Dok-Serie begleiten wir, das sind Sean (Regie & Kamera) und Ich (Produzent & Fotograf) im Auftrag von Swissmilk über das ganze Jahr Sportler/innen aus verschiedensten Regionen der Schweiz. Ziel des Projektes: Junge Erwachsene zu inspirieren sich mehr zu bewegen und sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Nach Schwingen, Beach Volleyball und Klettern ging es in der vierten Episode nach Zermatt, um den Trailrunner und Ausdauersportler Martin Anthamatten während zwei Tagen zu begleiten. Mit im Gepäck: Die Fujifilm GFX100.



Doch nochmals zurück nach Zürich, denn eine gute Vorbereitung ist der Schlüssel zu guten Bildern. Vor allem dann, wenn es auf über 3’200 Meter in alpines Gelände geht. Vor unserer Abreise haben wir aus diesem Grund das Equipment auf ein Minimum beschränkt. Wir wollten auf dem Berg so schnell wie möglich unterwegs sein, ohne viel Ballast, um wenigstens einigermassen mit Martin mithalten zu können. Da sich Filmequipment immer schnell im Volumen und Gewicht summiert, mussten wir uns vor allem bei dem Fotoequipment noch schlanker halten als sonst. Wir entschieden uns die Fujifilm GFX100 in der Kombination mit dem Fujinon GF 32-64mm und dem Fujinon GF 100-200mm ins Wallis mitzunehmen. Gewohnt an meine analoge Mittelformatkamera, war ich dann doch recht erstaunt, wie handlich alles trotzdem war. Klar, es ginge noch kleiner als Grossformat, aber für unsere geplante Bildsprache passte der grosse Sensor wie die Faust aufs Auge bzw. der Trailrunningschuh ins Gelände.

In Zermatt angekommen haben wir Martin bereits einen Abend vor dem Shoot getroffen und sind mit ihm den Dreh durchgegangen. Uns wurde rasch klar: Dieser Mann ist schnell unterwegs. Und das auf jedem Untergrund. Am nächsten Morgen haben wir im Dorf mit drehen begonnen. Ziemlich entspannt und asphaltiert. Im Morgenlicht haben wir tolle Stimmungen eingefangen. Die Fotoproduktion auf diesem Projekt ist stets ein Nebenprodukt und dementsprechend geht alles sehr schnell. Viel Bewegung und wenig Zeit. Eigentlich die Grossformat-Killer-Kombo. Der Autofokus und das Handling haben mich aber auf Anhieb positiv überrascht. Grossformat nur im Studio? Ganz klar ein NEIN von mir.

Während dem Shoot zeigte sich, wie schwer es war, Martin jeweils zu bremsen. «Läuft-Bei-Mir» muss wohl aus dem Walliser Deutsch kommen. Sein Drang immer weiter zu gehen war ansteckend und so freuten wir uns alle auf den Nachmittag, wo es hoch zur Rothornhütte ging. Da wartete die Hüttenwartin Daniela bereits auf uns. Doch zuerst ging es ans Eingemachte. Umgeben von Geröll und den merklich schwindenden Gletschern. Ein Setting welches Martin nicht umsonst als sein zu Hause beschreibt. Auf seiner Strecke des ULTRAKS kennt er jeden Stein und jedes Bächlein. Und wahrscheinlich auch so manchen Steinbock persönlich. Martin sorgte dabei stets für die nötige Sicherheit. Seine langjährige Erfahrung als Bergführer erleichterte unsere Arbeit immens. Wir drehten bis in die späten Abendstunden, um noch vor dem aufziehenden Gewitter die letzten Einstellungen des Tages zu drehen. In der SAC Hütte gab es anschliessend ein tolles Abendessen. Danke Daniela! Nightly Routine bei Produktionen: Back Ups machen und Akkus laden. Da fiel mir auf: Nur 80% meiner beiden GFX Akkus waren aufgebraucht und vier weitere mit voller Leistung hatte ich noch im Gepäck. So überliess ich Sean alle Steckdosen für Filmkamera, Drohne und Handy. – Ok gut, auch ich musste mein Handy laden.



Nächster Tag. 05:20 Uhr. Noch nebelverhangen und mit leichtem Nieselregen präsentierte sich uns die Landschaft und Martin war bereits in den Startlöchern. – Kaum zu halten. Wir jagten ihn das Gelände hoch und runter, fernab von jeglichen Wegen. Noch kalt und dunkel, ausgerüstet  mit einer Stirnlampe über Stein und Schnee. Etwas, was du wirklich nur tun solltest, wenn du ein Profi bist. Und Martin ist ein solcher, durch und durch. Die Landschaft und die sich ständig verändernden Lichtstimmungen waren magisch. Und ja, so zeigte sich dann auch plötzlich das Horu.

Die letzte Station drehten wir auf dem Hohlicht Gletscher. Martin montierte die Steigeisen und überquerte das Schneefeld, während wir vom gegenüberliegenden Grat alles filmisch und fotografisch festhielten. Die brachiale Präsenz der Natur an dieser Stelle war atemberaubend. Und so waren wir mehr als zufrieden als es dann etwas später hiess: Wrap! Wir verliessen Zermatt mit tollen Eindrücken im Gepäck. Die digitale Form davon Teilen wir hier gerne mit Bildern und dem Film. Was aber noch viel schöner ist bei solchen Geschichten: Die persönliche Erfahrung, welcher jeder einzelne mit nach Hause nimmt. Und so kann man noch so tolles Equipment am Kameragurt tragen, schlussendlich musst du raus und etwas machen. Auf dich und deine Instinkte vertrauen und dich dennoch auf Neues einlassen. Offen sein für andere Perspektiven. Und damit meine ich nicht Brennweiten und Kamerawinkel. Sondern einfach Momente auch einmal flüchtig sein zu lassen und mit allen Sinnen wahr zu nehmen. Den Auslöser für einen Augenblick ruhen zu lassen.

 



Hintergrund und Zweck

Die Serie „Life in Motion“ entstand in Zusammenhang mit unserem Projekt „moove with swissmilk“. Swissmilk hat über 8’000 Rezepte und viele Fachinformationen rund um Ernährung. Milch und Milchprodukte gehören zu einer ausgewogenen Ernährung. Für die Gesundheit ist nicht nur die ausgewogenen Ernährung wichtig, da gehört auch Bewegung dazu. Mit „moove with swissmilk“ wollen wir für Sport und Fitness begeistern. Dafür porträtieren wir unter anderem Spitzensportler. Sie zeigen auf, dass Bewegung und Ernährung ein erfolgreiches Team bilden. Denkanstösse, Bewährtes, Herausforderungen: Was im Sport gilt, gilt manchmal auch im Alltag von uns allen.


Produktion: Tasty Pictures

Director/DoP: Sen Fee

Produzent/Fotograf: Pascal Duschletta

Trailrunner: Martin Anthamatten

For Swissmilk

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1 Kommentar

Super Beitrag. Man sieht, auch bei schlechten Lichtverhältnissen macht die Fuji-GFX 100 perfekte Bilder. Filme und Text ist genial. Hut ab.