FUJIFILM X100V: What else?

Thomas Gysin

In der digitalen Welt fand Gysin anfänglich nie eine wirkliche Freundin, kein Kamerahersteller mochte ihn zu überzeugen, bis er FUJIFILM wiederentdeckte; 2012 hielt er erstmals eine X-E1 in der Hand. Heute nimmt er für Interviews die X-E3 mit, dazu die Festbrennweiten FUJINON 16 mm 1:1.4, und 56 mm 1:1.2 sowie eine X-T3 mit dem 16-55 mm F/2.8. Immer dabei hatte Gysin bis anhin seine X100F, neu hat er die X100V.

Seine erste Kamera war bereits eine FUJIFILM, eine Kleinbild-Spiegelreflex, dazu kaufte er sich zwei Festbrennweiten mit Schraubgewinde, ein 28er und ein 135er. Mit diesem leichten Gepäck bereiste Thomas Gysin alle ehemaligen Ostblockstaaten, fotografierte nur Schwarzweiss. Seine ersten Auftraggeber waren die damalige Wirtschaftliche Rundschau in Bern und Depeschenagenturen.

Für seine Reportagen im Nahen und Mittleren Osten erhielt er von der Redaktion eine Nikkormat mit 24er und 85er Optik, dazu hatte er immer seine Leica CL mit dem Summicron 2/40 dabei.

Diese komplette Fotoausrüstung wiegt gerade mal 478 g: FUJIFILM X100V

Praxistest der FUJIFILM X100V und Interviews während der Coronakrise unter der Auflage von Social Distancing und im Notprogrammmodus – April 2020 – Thomas Gysin

 

Es ist mir nicht das erste Mal passiert: Der Termin für ein auf 30 Minuten beschränktes Interview wurde bestätigt, das anschliessende Fotoshooting aber abgesagt – keine Zeit oder keine Lust. Die Fototasche muss also daheim bleiben.

Solche Gegebenheiten sind ärgerlich, halten mich aber nicht auf, meinen Job trotzdem zu machen. Beim Interview stelle ich darum nach spätestens 20 Minuten meine letzte Frage, um danach noch rasch meine FUJIFILM X100V aus der Laptop-Tasche zu ziehen. Die Proteste bleiben dabei bescheiden und weichen schnell einem ungläubigen Lächeln. Und dann heisst es jeweils: „Okay, wenn es unbedingt sein muss, aber maximal drei Minuten und nur einmal abdrücken.“


Reportage im Notprogrammmodus. (200 ISO, Filmsimulation Provia)

Unterwegs, nur mit der FUJIFILM X100V.

Während der Corona-Pandemie wurden alle offiziellen Interviewtermine abgesagt, Fotoshootings sowieso. Möglich waren nur noch kurze Gespräche anlässlich eines Blitzbesuches. Bei solchen Gelegenheiten hatte aber niemand etwas gegen ein schnelles Lächeln in die Linse der X100V.

Ist die X100V also bloss eine Kamera für Notfälle? Keineswegs!

Ein bisschen Mut braucht es schon, nur mit der FUJIFILM X100V aufzukreuzen. Irgendwie wird man nie ganz ernst genommen. Anderseits macht gerade das den Reiz aus: Es ensteht unwillkürlich eine unbeschwerte Atmosphäre, die X100V macht niemandem Angst.

Die Gesichter bleiben gelassen, es kommt keine künstliche Hektik auf, eine verkrampfte Mimik oder ein gestelltes Posieren bleiben aus. Es gibt kein vor und hinter der Kamera mehr. Das Gespräch, das zuvor ein Ping-Pong-Spiel war, weicht einem freundschaftlichen Dialog, das auffordernde  „ich fotografiere Sie jetzt!“ wird zu einem gemeinsamen „komm, lass uns Bilder machen“. Das funktioniert bei einem normalen Shooting nur selten. Mit der X100V wird das zum Spiel.


Samy Liechti, Gründer und Inhaber der bald 30jährigen Blacksocks SA hat sein Unternehmen immer geschickt den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Das ursprüngliche Angebot mit schwarzen Socken im Monatsabonnement für Banker wurde farbig, sehr farbig sogar. Inzwischen gibt es auch Unterwäsche, T-Shirts und Hemden von Casual bis hin zu Business Attire.
Die Coronakrise hinterlässt allerdings auch bei diesem smarten Online-Store Spuren: Umsatzrückgang 40%.
(200 ISO, Filmsimulation Provia)


Die verbaute Technik in der X100V ist sehr komplex, das Handling dagegen beeindruckend einfach!

Die X100V hat so ziemlich alle technischen Features, die grössere und teurere Kameras haben und sie hat alles, was ihre Schwestermodelle (X Pro3, X-T3, X-T4) bieten.

Freude machen der neue X-Trans-CMOS-IV-Sensor (26,0 Megapixel), das verbesserte 23er Objektiv, der verbesserte Autofokus und elektronische Sucher; im Test zeigt sich alles makellos. Das neue sauber integrierte Klapp-Display möchte man nicht mehr missen, an den Joystick anstelle des Steuerkreuzes gewöhnt man sich schon in der ersten Stunde.

Die X100V lässt sich in einem einzigen Arbeitsgang individuell so perfekt konfigurieren, dass man sich danach nicht mehr um einzelne Einstellungen kümmern muss. Wer will, kann im Quickmenü zusätzliche Felder individuell besetzen. Kurz: Mit der X100V kann man sich aufs Fotografieren konzentrieren, ohne ständiges und mühsames Suchen in Unter- und Untermenüs – und das ist einfach nur schön!


Die Vinothek Brancaia bietet ein breites Angebot an Qualitätsweinen für die Spitzengastronomie und Privatkunden.
Mit der amtlichen Schliessung aller Gastronomiebetriebe Ist der Umsatz von einem Tag auf den anderen auf Null eingebrochen. Man freue sich darum, dass der Umsatz der Privatkunden über den Olineshop und im Verkaufsladen in dieser Zeit merklich zugenommen hat, so Geschäftsführer Raymond Silvani.
(1600 ISO, Filmsimulation Provia)


Die X100V ist die ideale Reise- und Reportagekamera.

Natürlich möchte ich meine anderen Kameras und die Wechselobjektive nicht vermissen, ich werde sie weiterhin mitnehmen – wenn ich sie auch tatsächlich brauche. Die X100V werde ich aber immer dabei haben und nicht mehr hergeben wollen.

Die FUJIFILM X100V ist robust und leicht, sie ist so kompakt, dass man sie nicht als zusätzliches Gepäck wahrnimmt. Sie ist extrem schnell parat, wenn man sie braucht und als Reise- und Reportagekamera schlicht die beste Wahl.

Wer Zeit hat und einfach nur schöne Bilder machen will, fotografiert im RAW-Format. Wer professionell für Reportagen unterwegs ist und im Auftrag von Agenturen arbeitet, nutzt den JPEG-Modus. Die Nachrichtenagentur Reuters verlangt von allen Pressefotografen explizit, dass sie im JPEG-Format fotografieren, Bilder, die in RAW aufgenommen und danach in JPEG konvertiert wurden, werden nicht mehr angenommen. Nach Reuters ist ein Pressefoto kein künstlerisches Werk, das nachträglich vom Fotografen manipuliert werden darf. Es soll die Wirklichkeit abbilden, soweit das eben mit einem Foto möglich ist.

Ich habe mich an das Fotografieren mit JEPG gewöhnt, und ich habe festgestellt, dass die FUJIFILM X100V im JPEG-Standardformat eine makellose Qualität bietet. Überhaupt ist auf die Standardeinstellungen in FUJIFILM-Kameras Verlass. Wer sich zum Beispiel nicht täglich mit der Einstellung des Weissabgleichs beschäftigt, tut gut daran, es bei der automatischen Standardeinstellung zu belassen – um kein schlechteres Resultat zu riskieren.


Die Blumenbörse wurde wie viele anderen Handelsbetriebe dieses Jahr schlimm und unvorhersehbar auf dem linken Fuss erwischt. Der bestehende Warenbestand und unwiderruflich gemachte Bestellungen im Wert einer siebenstelligen Summe landen auf dem Kompost. Im ersten Monat der Pandemie verzeichnete die Blumenbörse Zürich einen 50%igen Umsatzeinbruch. Mario Galli, Geschäftsleiter des Unternehmens, rechnet mit einem katastrophalen Jahresergebnis.
(3200 ISO, Filmsimultation Provia)


Was jetzt… die FUJIFILM X100F behalten oder die neue X100V kaufen?

Die X100F ist ein perfektes Werkzeug und im direkten Konkurrenzumfeld immer noch erste Wahl. Mehr braucht es eigentlich nicht. Wer bereits eine besitzt und mit ihr rundum zufrieden ist, sollte sie behalten.

Ich kaufe mir die neue X100V. Mich hat sie fasziniert und Features wie etwa das Klappdisplay oder den Joystick mag ich und auch die wetterfeste Abdeckung mit dem UV-Filter kommt mir entgegen, weil ich so nicht dauernd die Objektivabdeckung aufstecken, respektive abnehmen muss. Wer sich neu eine X100F oder X100V kaufen möchte, hat meiner Ansicht nach freie Wahl – beides sind perfekte Kameras, die X100F ist günstiger, die X100V kostet etwas mehr.

Reiche und superreiche Leute stürzen sich derzeit auf Sachwerte. Traditionell sind das Immobilien, Gold, immer mehr auch wertbeständige Kunst… und Edelsteine. Dabei kommen allerdings nur zertifizierte Waren infrage, grosse Steine und edler Schmuck, wie sie Gemmologe und Juwelier Bernhard Blum in Zürich anbietet. Beispiel: ein 55karätiger Smaragd aus Kolumbien – Grosshandelswert knapp 300’000.00, Endkundenpreis 400’000.00.
(6400 ISO, Filmsimulation Provia)

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