Pareidolie – Gesichter erkennen

Der Begriff Pareidolie kommt aus dem Altgriechischen und bezeichnet das Phänomen, in Dingen und Mustern vermeintliche Gesichter, vertraute Wesen oder Gegenstände zu erkennen. Für Fotografie-Einsteiger eignet sich die Pareidolie besonders gut als Thema bzw. als Bildidee, da sie keinerlei technisches Know-how erfordert und den Blick für spannende und ungewöhnliche Motive schärfen kann.

Fast jeder hat schon einmal Tierformen in den Wolken gesehen oder in einer Regenpfütze eine Figur erkannt. Sicher kennen Sie auch das „Mars-Gesicht“ oder den „Mann im Mond“? Mit „Gesichtern“ tritt dieses Phänomen besonders stark zu Tage, was wahrscheinlich auch evolutionär bedingt ist.

Weshalb wir überall Gesichter sehen

Mars-Gesicht

Bereits kurz nach der Geburt richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Gesichter und Dinge, die Gesichtern ähneln und erziehen so unser Gehirn dazu, in allem Möglichen Gesichter zu sehen: Andauernd muss es eine Ansammlung von Linien, Oberflächen und Farben richtig interpretieren und da wir es so trainiert haben, fällt es ihm dabei manchmal leichter, ein Gesicht anstelle etwas anderem zu erkennen. Einmal gesehen, verstärkt die Erwartung das Phänomen und das entdeckte Gesicht ist kaum mehr wegzudenken.

Den Blick trainieren

„Ich sehe aber keine Gesichter … was nun?“ Keine Angst! – das Phänomen, in leblosen Gegenständen und Anordnungen Gesichter zu erkennen, ist nicht bei jedem gleich stark ausgeprägt, lässt sich aber trainieren:

Denken Sie dabei an folgendes: Ein Gesicht besteht im Grunde aus drei Teilen: zwei Augen und ein Mund.

Halten Sie also Ausschau nach drei nahe beienanderliegenden Objekten. Das können Gegenstände, Löcher, Farbflächen, u. s. w. sein. Dabei erkennt man leichter ein Gesicht, wenn sich „die Augen“ in Grösse und Form ähneln und „der Mund“ etwas breiter ausfällt. Beispiel Autofront: Zwei Scheinwerfer und ein Kühlergrill – fertig ist das Gesicht.

Suchen Sie aber nicht nur in und um Ihre eigenen vier Wände Gesichter – es gibt sie überall: an Ihrem Wohnort, in einer fremden (oder vertrauten) Stadt, auf Ihrem Arbeitsweg, in und an Gebäuden, am Himmel, im Wald, etc.

Haben Sie einmal damit begonnen, Ihre Umgebung etwas aufmerksamer zu betrachten, werden Sie sich vor lauter Gesichter nicht mehr retten können. Es müssen ja nicht zwingend Gesichter sein – schon blad werden Sie auch komplexere Formen und Figuren entdecken.

Entdecktes festhalten

Die Paraidolie bietet die perfekte Grundlage für ein kleines Fotografie-Projekt, für das kein grosses Equipment oder Technik-Wissen benötigt wird. Auch lässt sie sich gut in den Alltag integrieren, denn zum Bewahren einer zufällig entdeckten Paraidolie reicht sogar ein Smartphone.

Die Bilder kreativ und vielseitig verwenden

Die so entstehende Bildsammlung kann für unzählige Zwecke verwendet werden: Als Bilderrätsel für Kinder (und Erwachsene) in einem kleinen Fotobuch oder auf einfachen Fotoabzügen. Aber auch zum Knobeln in einem Original Ravensburger my memory®. Als kleine Erinnerung an einen Städtetrip, oder als kreatives Geschenk für einen Freund, einfach unschlagbar!

Also schnappen Sie sich Ihre Kamera und legen Sie los …

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13.06.2017