Fotografieren an der Fasnacht

Die Fasnacht bietet mit den Umzügen, den Fasnachts-Partys und all den farbigen und flippigen Kostümen ideale Fotomotive. Hier kann man das bunte Treiben auf den Strassen wunderbar einfangen. Allerdings gibt es dabei einiges zu beachten …

Die Standortwahl

Zunächst einmal ist die Wahl Ihres Standorts entscheidend. Wollen Sie beispielsweise harte Schatten oder helles Sonnenlicht vermeiden, dann wählen Sie einen Platz, bei dem keine Schatten von Gebäuden oder Bäumen auf Ihr Motiv fallen, und positionieren Sie sich mit dem Rücken zur Sonne.

Wahrscheinlich wird es Ihnen nicht immer gelingen, solche Schattenwürfe zu vermeiden. Dabei gibt es jedoch Abhilfe: Wenn z. B. die Person, die Sie fotografieren möchten, halb im Schatten und halb im Licht steht, kann ein Aufhellblitz gute Diensteleisten. Nehmen Sie allerdings die Leistung des Blitzgerätes etwas zurück, um zu harte Kontraste zu vermeiden.

Stellen Sie sich zudem auf eine erhöhte Position (z.B. eine Treppe), damit Sie auch die Guggenmusiken und anderen bunten Figuren auf den Fasnachts-Wagen vorteilhaft vor die Linse bekommen.

Der richtige Mix

Achten Sie schon beim Fotografieren darauf, dass Sie sich nicht nur in Detailaufnahmen oder Gesamtaufnahmen verlieren. Schaffen Sie mit einigen  Fotos des gesamten Geschehens eine Übersicht und fangen Sie so das bunte Treiben auf vielfältige Weise ein. Mit einem Teleobjektiv oder aber aus einer kürzeren Distanz lassen sich dann interessante Details wie Masken, Accessoires oder Frisuren heranholen und besonders hervorheben.

Nahaufnahmen bekommen Sie aber auch mit einer Fokuseinstellung von 28 mm sehr gut hin. Verkürzen Sie allerdings den Fokus nicht zu sehr. Andernfalls könnten dadurch unschöne Verzerrungen, wie zum Beispiel zu grosse Köpfe oder Nasen, entstehen.

Nehmen Sie sich allenfalls ein Stativ zu Hilfe, um Verwackelungen zu vermeiden. An solchen Anlässen eignet sich ein Einbein-Stativ am besten. Es ist zum einen flexibel, schnell abgebaut und umplatziert und Sie stören damit nicht die anderen Besucher, welche über die ausladenden Beine eines Dreibein-Stativs stolpern könnten.

Fotografieren im Dunkeln und in der Nacht

Anlässe wie der „Urknall“ in Luzern oder der „Morgenstreich“ in Basel finden in den frühen Morgenstunden statt, wobei es, zumindest zu Beginn, noch dunkel ist. Worauf Sie beim Fotografieren im Dunkeln bzw. in der Nacht achten müssen, erfahren Sie in folgenden Artikeln. Diese sind auch Hilfreich, wenn Sie in einem Lokal z. B. „Schnitzelbängg“ hören.

Fotografieren in der Nacht

Blaue Stunde

Fotografieren in Räumen

Grössenverhältnisse

Sicherlich sind die Wagen und die Guggenmusiken das Highlight des Fasnachts-Umzuges. Umso schöner ist es, wenn sich die Pracht und Grösse der Wagen auch in Ihren Aufnahmen widerspiegeln.

Fotografieren Sie also nicht nur die Wagen und Musiker, sondern ruhig auch die Personen, welche hinter oder vor den Wagen her gehen. So bekommt der Betrachter Ihrer Bilder einen besseren Eindruck von der Grösse des Anlasses.

Bunte Farben

Je schriller und farbenprächtiger, desto besser. Gerade Fasnachtsfotos leben von der Vielfalt der Farben – seien es die phantasievollen Kostüme oder die ausgelassene Stimmung.

Sollte der Himmel etwas eingetrübt oder das Licht mangelhaft sein, dann ist es besonders wichtig, dass Sie die Farbabstimmung korrigieren. Hierzu können Sie die Einstellungen des Weissabgleiches oder aber der Belichtung anpassen. Gegebenenfalls lassen sich die Farben aber noch hinterher mit einer Tonwertkorrektur auffrischen.

Mehr Infos zum Bearbeiten von Fotos finden Sie im Artikel „ Bildbearbeitung – Programme in der Übersicht“

Mehr zum Thema Fotografieren bei Schlechtem Wetter finden sie hier.

Bewegte Fotos

In der fünften Jahreszeit wird viel getanzt und gelacht. Möchten Sie den Schwungdieser Anlässe und Festivitäten festhalten, dann fotografieren Sie am besten ohne Blitz. Wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind, lässt sich der Einsatz von Blitzlicht allerdings nicht vermeiden, da die Fotos sonst leicht unscharf werden können.

Mehr Infos zum Verwenden des Blitzes finden Sie im Artikel „Fotografieren mit Blitz“

Besonders dynamisch werden Ihre Bilder, wenn Sie die Bewegungen der Personen festhalten. Sei es durch „einfrieren“ oder „mitziehen“. Wie Sie Bewegung optimal einfangen können erfahren Sie in diesen Artikeln:

„Bewegung einfangen Teil 1“

„Bewegung einfangen Teil 2“

Bildergeschichten und der rote Faden

Ihre Bilder wirken am interessantesten, wenn sie alle dem gleichen Leitmotiv untergeordnet sind. Gerade an der Fasnacht finden sich viele spannende Motive. Suchen Sie sich eines davon aus und machen Sie es zu Ihrem Leitmotiv.

Vielleicht begleiten Sie auch eine Figur eine Weile und fangen diese während dem Umzug und den Festivitäten davor und danach immer wieder ein. So erzählen Ihre Fotos eine Geschichte und Ihre Bilderserie hat einen roten Faden.

Oder aber Sie halten den Tagesablauf mit Ihrem Kind oder Ihren Freunden fest. Das Schminken, das Anziehen, die leuchtenden Augen, die Vorfreude.

Am Umzug oder dem Fest selbst werden diese so abgelenkt sein, dass Sie zudem tolle, authentische Schnappschüsse machen können. Was gibt es witzigeres, als ein Kollege oder Ihr Kind, welches gerade mit Konfetti beworfen wird, oder aber wenn er oder Sie vor den Hexen davonläuft?

Bitte beachten Sie, dass es beim Fotografieren von fremden Menschen Rechte und Gesetze gibt, die zu befolgen sind.

Mehr dazu finden Sie im Artikel „Recht am eigenen Bild“ 

Diesen Artikel durften wir von unseren Kollegen in Deutschland übernehmen. Vielen herzlichen Dank hierfür und allen einen frohen Karneval und Fasching!

Hier gehts zum Originalartikel

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6.02.2017