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Wissenswertes

Wieso heute noch analog Fotografieren?

In den heutigen, digitalen Zeiten ist fast nichts mehr unmöglich. Dies ist auch in der Fotografie nicht anders. Seit Jahren kann man mit Digitalkameras (fast) unlimitiert Fotos aufnehmen, diese praktisch ohne Einschränkungen bearbeiten, wieder löschen oder online mit der ganzen Welt teilen. Wieso also soll man denn heute noch analog fotografieren? Dieser Artikel gibt einige Anregungen und – wer weiss – vielleicht packt es ja auch Sie, wieder einmal einen Film in eine Kamera zu legen ...

Kreativität durch Limitierung – limitierte Kreativität?

Im Gegenteil! Nutzen Sie die Einschränkungen, welche durch die wenigen Einstell-Möglichkeiten der Kameras, die begrenzte Anzahl Bilder und die dadurch gegebene Notwendigkeit, sich vor jedem Auslösen Gedanken zu machen und zu überlegen „soll ich jetzt wirklich?“ – denn bei jedem Abdrücken entsteht ein Bild, welches nicht einfach wieder gelöscht werden kann und letztendlich auch kostet.

 

Plötzlich werden andere Dinge wichtiger bzw. es gibt ebendiese Limitierungen, welche man für die eigene Kreativität nutzen kann.

 

Limitierungen der Kamera

Analoge Kameras boten bzw. bieten generell weniger Möglichkeiten und Funktionen als Digitalkameras. Sie konzentrieren sich auf das Wesentliche: ISO, Blende, Verschlusszeit und bei den Objektiven auf die Brennweite bzw. das Zoom.

 

Sie haben kein Menü in dem all die Einstellungen vorgenommen werden können.

 

Die „Filmsimulation“ ist durch den Film gegeben, der Weissabgleich muss manuell gemacht werden und es stehen keine Motiv-Automatiken (Makro, Action, Landschaft, Portrait, etc.) zur Verfügung.

 

Auch gibt es keinen Live-View bzw. keinen elektronischen Sucher, bei welchem man bereits vor der Aufnahme sieht, wie das Bild am Schluss herauskommen wird.

 

Film fertig!

Je nach Format und Kamera stehen einem in der analogen Fotografie mehr oder weniger Bilder pro Film zur Verfügung. Wenn Sie sogar noch mit Fachkameras und Planfilmen arbeiten möchten, so ist je nach dem jeder „Film“ nur ein Bild. Bei einem Kleinbild-Negativfilm sind es bis zu 36 Bilder, bei den Rollfilmen (z.B 120er oder 220er) bis zu 16 bzw.32, bei den APS-Filmen bis zu 40 und so weiter.

 

Diese Gegebenheit zwingt einen dazu, sich vor dem Auslösen viel mehr Gedanken zu machen, sich mehr auf die Komposition, das Motiv, den Bildausschnitt und die Einstellungen der zur Verfügung stehenden Werte zu konzentrieren.

 

Natürlich können Sie auch mit einem analogen Film dutzende Male abdrücken und immer wieder einen neuen Film einlegen. Dies geht jedoch schnell ins Geld ...

 

Jedes Bild nur ein Mal

Im Gegensatz zur Digitalen Fotografie, wo das Vervielfachen und das Teilen der Fotos kein Problem bzw. fast schon selbstverständlich ist, gibt es in der analogen Fotografie jedes Bild nur einmal. Wer ein Bild mehrmals haben möchte, muss diese mehrfach entwickeln lassen oder ab dem Streifen nachbestellen.

 

Wer die Bilder online teilen möchte, muss diese zuerst digitalisieren lassen oder selbst einscannen.

 

Sofortbild-Kameras – auch das ist analoge Fotografie!

Nicht zu vergessen sind die heutigen Sofortbild-Kameras wie beispielsweise die INSTAX von FUJIFILM. Auch dies ist nichts anderes als analoge Fotografie.

 

Diese Kameras erleben gerade ein grosses Revival und finden sogar in der heutigen Zeit, in der jedes Erlebnis überall „geshared“ werden muss, riesigen Anklangvielleicht eben gerade wegen diesen Limitierungen? Genau weil die Bilder eben nur einmal vorhanden und somit etwas Besonderes sind.

 

Einwegkameras als Alternative

Wer nicht gleich eine analoge Kamera zur Hand hat bzw. eine solche beschaffen und dennoch mit der analogen Fotografie experimentieren möchte, kann auch auf eine Einwegkamera, wie z. B. die Quicksnap von FUJIFILM, zurückgreifen. Diese Kameras sind sogar noch etwas limitierter und weniger ausgebaut als ein „richtiger“, analoger Fotoapparat

 

Diese Einwegkameras sind auch sehr beliebt für Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstagsfeste: den Gästen werden einige Kameras zur Verfügung gestellt und diese können frei fotografieren. Die Resultate sind jedes Mal eine grosse Überraschung und mit Sicherheit gibt es den einen oder anderen witzigen Schnappschuss für ins Foto-Album!

 

Entschleunigen und überlegen

Dadurch, dass man sich vor der Aufnahme mehr Gedanken machen muss, man nicht endlos oft einfach abdrücken kann (bei den digitalen Kameras kann man auch mal einfach mehrere Aufnahmen oder sogar eine Serienaufnahme machen, und danach schauen, welches Bild man denn verwenden möchte und die anderen einfach löschen) und man keine Möglichkeit hat, bereits vor dem Abdrücken zu sehen, wie das fertige Bild wird, braucht man oft mehr Zeit für ein Bild. Das Arrangieren und Komponieren des Bildes bzw. des Motivs sollte vor dem Auslösen abgeschlossen sein.

 

Überraschung!

Das kennt wohl jeder, der schon mal analog fotografiert hat: man bringt die Filme zum Fotogeschäft des Vertrauens, dieses entwickelt die Bilder selbst oder schickt sie in ein Labor ein. Das Warten auf die entwickelten Bilder, egal ob Fotoabzüge ab einem Negativ-Film oder die Dias für den Projektor, ist wohl genauso spannend, wie das Fotografieren selbst.

 

Wie eine Wundertüte nimmt man dann die gelieferten Fototaschen entgegen, kommt am Küchentisch zusammen und schaut mit der versammelten Familie oder Kollegen Bild für Bild an.

 

Erst jetzt weiss man, was all die Einstellungen, die Kompositionen und die Motive hervorbrachten und man kann nun das Erlebte nochmals Revue passieren lassen.

 

Selbst ist der Fotograf – Schwarz-weiss-Filme selbst entwickeln

Vor allem Schwarz-weiss-Filme könnten sogar selbst entwickelt werden. Das Equipment dazu erhält man im Internet oder in ausgewählten Fotogeschäften.

 

Für die Filmentwicklung braucht es nicht viel mehr als einen (stock-)dunklen Raum, Plastikwannen und etwas Chemie. Für die Papierabzüge wird dann ein Vergrösserungsgerät, fotochemisches Papier und ebenfalls die entsprechende Chemie benötigt.

 

Eine kleine Anleitung finden Sie hier.

 

Experimentieren mit Sonderformaten und -Kameras

Es muss nicht zwingend eine 135er-Film-Kamera sein. Schaut man weiter zurück in der Geschichte der Fotografie, so entdeckt man Geräte, Filme und Verfahren, welche heute zwar sehr rar aber noch immer vorhanden sind.

 

Man denke an die Kamera Obscura, welche man ganz einfach nachbauen kann, Fachkameras mit Balgen für Planfilme, die Daguerreotypie, die ersten Rollfilme, 4x5-Filme, u. s. w.

 

>> Mehr dazu finden Sie im Artikel „Meilensteine der Fotografie

 

(Heutige) Problematiken in der analogen Fotografie

Die analoge Fotografie war früher Gang und Gäbe – es gab schlicht keine Alternativen.

 

Heute ist dies anders, was auch gewisse Schwierigkeiten bringt:

 

  • Einige Laborarbeiten werden bereits kaum oder gar nicht mehr angeboten.
  • Auch werden nicht mehr alle Filmformate hergestellt.
  • Der Preis pro Bild ist nach wie vor relativ hoch (Filmpreis, Abzüge, Nachbestellungen, etc.)
  • Um die Bilder vor dem Zerfall zu retten oder aber diese für weitere, digitale Zwecke verwenden zu können, muss man diese digitalisieren lassen oder selbst einscannen.

 

FUJIFILM stellt noch heute analoge Filmformate her und bietet auch noch analoge Laborarbeiten an. Auch das Digitalisieren von Abzügen, Filmstreifen oder einzelnen Dias ist möglich.

 

>> Mehr dazu finden Sie hier.

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