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Wissenswertes

Fotografie-Begriffe und deren Relevanz beim Kamera-Kauf

Im Artikel "Fotografie Begriffe verstehen" haben wir eine Vielzahl von Begriffen aus der Fotografie kurz erklärt. In diesem Artikel nehmen wir die, die für einen Kamerakauf relevant sind, etwas genauer unter die Lupe und geben ein paar Tipps, die beim Kauf eines Fotoapparates nützlich sein können.

Megapixel

Der Klassiker der Verkaufssprache: mehr Megapixel = besser. Das ist nur bedingt wahr. Mehr Megapixel bedeuten zwar eine höhere Auflösung für grosse Drucke und mehr Flexibilität zum digitalen Zoomen durch Zuschneiden des Bildes. Die erhöhte Pixeldichte macht den Sensor aber auch anfälliger für Bildrauschen (vor allem beim Fotografieren im Dunkeln) und führt zu deutlich grösseren Bilddateien. Zudem sind mehr als 12 Megapixel selten wirklich nötig ausser Sie wollen in Metergrösse drucken. Sie können die Megapixel also getrost ignorieren; alle DSLRs und DSLMs bieten genug davon.

 

>> Mehr zu den Themen Megapixel und Auflösung finden Sie im Artikel "Was bedeutet «Auflösung», «Megapixel», «dpi» und wie gross kann ich meine Bilder drucken?"

 

ISO-Wert

Der ISO-Wert beschreibt die Empfindlichkeit des Sensors für Licht, ähnlich wie früher ASA beim Film. Händler betonen gerne, wie hoch der ISO-Wert ihrer Kameras geschraubt werden kann. Gerade bei Filmfotografen, die selten über 800 ASA kamen, lösen Werte wie 512 000 ISO Euphorie aus. Die Zahlen sind aber mit Vorsicht zu geniessen. Erstens: Für die meisten Anwendungszwecke reichen 100 bis 3200 ISO. Zweitens: Der maximale ISO-Wert sagt nichts über die Qualität des Fotos aus. Meistens sind die obersten drei bis fünf Einstellungswerte praktisch unbrauchbar und stark verrauscht. Häufig sind im Dunkeln ein lichtstarkes Objektiv mit kleiner Blende oder ein Stativ für längere Belichtungszeiten besser als ein riesiger ISO-Wert.

 

Brennweite

Die Brennweite eines Objektivs wird in Millimetern angegeben. Eine Brennweite von 50 mm entspricht etwa dem Blickfeld, das wir uns von unseren Augen gewohnt sind. Was darunter liegt (z. B. 28 mm), bezeichnet man als Weitwinkel: Es wird mehr von der Szene eingefangen, der Blickwinkel wird grösser. Eine längere Brennweite (z. B. 120 mm) nennt man Tele: Objekte werden näher herangeholt. Für Landschaftsfotografen aber auch für einfache Ferienfotos und das Einfangen von Szenerien sind Brennweiten im Weitwinkelbereich um 24 - 28 mm optimal. Für Sport-/Tierfotografie ist der Telebereich wichtig.

 

Möchte man sich nicht auf eine Brennweite festlegen gibt es zahlreiche, sehr gute Zoom-Objektive mit wählbaren Brennweiten, welche ein breites Spektrum von "Blickwinkeln" abdecken. Dabei ist zu beachten, je länger die verfügbare Brennweite, desto länger (und schwerer) das Objektiv.

 

Blendenzahl

Die Blende bestimmt, wie viel Licht auf die Kameralinse und somit den Sensor trifft. Dafür steht die Blendenzahl. Sie gibt den regulierbaren Bereich an, etwa f/3,5–5,6. Je grösser die Blendenzahl, desto kleiner ist die Blendenöffnung und desto weniger Licht dringt ins Objektiv. Je kleiner die Blendenzahl, desto mehr Licht gelangt ins Objektiv.

 

>> Mehr zu den Themen Blende, ISO und Verschlusszeit und was diese bewirken finden Sie in diesem Artikel.

 

Autofokuspunkte

Viele Autofokuspunkte sind eine praktische Sache – allerdings nicht in jedem Fall nötig. Wichtiger sind die Qualität der Punkte und die Verteilung im Sichtfeld. 96 Fokuspunkte, die nur einen Drittel des Suchers abdecken, bringen nichts, wenn Sie den Fokus an den Rand setzen wollen. 

 

Recherchieren Sie auf jeden Fall, wie die Fokuspunkte Ihrer Wunschkamera verteilt sind und ob sich Kreuzsensoren darunter befinden, diese sind genauer und sollten vorwiegend verwendet werden. Die reine Anzahl der Punkte ist hingegen nicht so wichtig.

 

Achtung auch beim Objektiv-Kauf!

Natürlich möchte man als Besitzer einer Systemkamera diese auch optimal nutzen können. Dafür muss man jedoch genau wissen, was man mit der Kamera anstellen will, wie hoch die eigenen Ansprüche an die Qualität sind und wie viel Geld man ausgeben möchte.

 

Ein "perfektes" Objektiv mit der Brennweite 10–1000 mm und einer durchgehenden Maximalblende von f/0,95 in einem kompakten Format und für wenig Geld gibt es nicht.

 

Grundsätzlich unterscheiden wir drei verschiedene Objektiv-Typen (Festbrennweite (Prime), Zoom-Objektiv, Spezial-Objektiv) in drei Brennweiten (Weitwinkel, Normal, Tele).

 

Festbrennweite (Prime)

Prime-Objektive haben eine feste Brennweite. Gezoomt wird, indem Sie näher herangehen. Diese Objektive sind das Mass der Dinge, wenn es um Bildqualität geht, sie sind so zu sagen "spezialisiert" in der jeweiligen Brennweite. In der Regel sind sie schärfer, lichtstärker und günstiger als Zooms.

 

Der Nachteil ist die mangelnde Flexibilität. Beim Einsatz von Festbrennweiten müssen Sie meist etwas mehr gehen und/oder öfters das Objektiv wechseln. Falls Sie damit jedoch kein Problem haben, bietet ein Set von Primes (z. B. 24 mm, 35 mm, 50 mm und 85 mm) die beste Bildqualität.

 

Zoom-Objektive

Das Zoom-Objektiv deckt eine Reichweite von Brennweiten in einer fliessenden Zoom-Bewegung ab. Damit sind diese Objektive flexibler als Primes und somit für gewisse Fotografen bzw. Disziplinen (Konzert, Sport) fast unerlässlich.

 

Der Nachteil: Zooms sind qualitativ nicht ganz so stark wie Primes, kosten oft mehr und bieten weniger grosse Blendenöffnungen. Auch der Qualitätsunterschied ist bei Zoom-Objektiven grösser. Bessere Modelle kosten schnell mal über 700 Franken.

 

Spezial-Objektive

Spezial-Objektive werden für einen bestimmten Anwendungszweck erstellt. Sie sind wenig flexibel und als Allround-Objektiv nicht wirklich praktisch. Zu den Spezial-Objektiven gehören Makro- Objektive, Tilt-Shift-Objektive oder Fischaugen-Objektive.

 

>> Mehr zum Thema Objektive und das richtige Objektiv finden lesen Sie in diesem Artikel.

 

Quelle: PCtipp / Juni 2015

Autor: Luca Diggelmann

 

Vielen Dank der PCtipp Redaktion, dass wir diesen Artikel wiederverwenden dürfen.

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