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Wissenswertes

Das Fotobuch: Papier, Bindung, Eigenschaften

Um aus digitalen Daten ein Buch zu machen, müssen sie entweder gedruckt oder auf echtem Fotopapier ausbelichtet werden. Bei diesen beiden Herstellungsverfahren werden unterschiedliche Papiersorten und Bindungsarten verwendet. Wir erklären Ihnen die Unterschiede der Verfahren, Bindungen und Eigenschaften.

Der Digitaldruck

Der Digitaldruck ist sehr vielseitig. Ähnlich wie beim Laserdruck wird das Bild hier mit einem elektrostatischen Verfahren erzeugt: Farbpartikel werden über eine elektrische Ladung zu einem Bild zusammengesetzt. Verwendet wird dazu ein Toner in den Grundfarben Gelb, Magenta, Cyan ( Blau-Grün ) und Schwarz.

 

Da diese vier Farben immer jeweils im Vollton aufgetragen werden, muss für die Wiedergabe von Mischfarben ein Trick angewandt werden: Die Bildinformationen werden gerastert, also in kleine Punkte umgerechnet, die je nach Anordnung und Grösse und bei normalem Betrachtungsabstand vom Auge als neuer Farbton wahrgenommen werden. Unter der Lupe kann man die einzelnen Rasterpunkte erkennen. Vor allem fein abgestufte Farbflächen wie der Himmel oder die Haut in einem Gesicht sehen dadurch nicht ganz so gleichmässig aus wie in der Realität. 

 

Ausbelichtung auf echtem Fotopapier

Ganz anders ist das beim zweiten beliebten Herstellungsverfahren für Fotobücher: der Ausbelichtung auf echtem Fotopapier. Sie erfolgt so, wie wir es von klassischen Fotoabzügen kennen. Das heisst, das Papier wird mit den Fotos belichtet und die Bilder werden dann in einem Chemiebad entwickelt. Die Farbpartikel sind in der Trägerschicht des Papiers eingelagert (siehe dazu auch «Gut zu wissen» ).

 

Auf diese Weise können 16,7 Millionen Farbtöne dargestellt werden. So entstehen auch in Flächen wie Himmels- oder Hautpartien feinste Verläufe. Nicht einmal unter der Lupe kann man kleine Punkte entdecken. Die Ausbelichtung kann deshalb auch feinste Details der Realität wiedergeben, die durch das Rastern beim Digitaldruck zerstört würden. Das Echtfoto-Verfahren ist deshalb zu Recht ein Klassiker und sehr beliebt. 
 

Papiervarianten und Haltbarkeit

Beim Digitaldruck wird bei FUJI.CH ausschliesslich hochwertiges Digitaldruckpapier mit einer Grammatur von 170 g / m2 verwendet. Für die Echtfotobücher gibt es die Varianten « Matt » und « Glanz ».

 

Den alltäglichen Sehgewohnheiten entspricht mattes Papier wie das « FUJICOLOR Crystal Archive Album Paper matt ». Motiven, etwa aus der Architektur, von Reisen oder Landschaften verleiht ein Glanz-Papier wie das « FUJICOLOR Crystal Archive Album High Definition » noch mehr Brillanz. Dabei muss man sich beim Glanz keine Sorgen mehr um Fingerabdrücke machen: Eine spezielle Mikro-Schutzschicht versiegelt die Seitenoberfläche und sorgt dafür, dass sie mit einem Mikrofasertuch problemlos abgewischt werden kann.

 

Selbst wenn die Seiten mal feucht oder nass werden, zum Beispiel durch Kaffee oder Wasser, lässt sich das beim Echtfoto- papier in der Regel ungeschehen machen: Man muss es nur umgehend mit einem fusselfreien, feuchten Lappen abwischen und geöffnet trocknen lassen. Wichtig ist, dass die Seite vor dem Schliessen vollständig getrocknet ist – sonst verklebt sie. Wie lange ein Buch die Qualität behält, hängt davon ab, wie häufig es Licht und Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Daher sollte jedes Fotobuch, wenn es gerade nicht betrachtet wird, bei Raumtemperatur und geriner Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden. 

 

Klebebindung

Beim Digitaldruck werden hochwertige, biegsame Bilderdruckpapiere eingesetzt, wie wir sie von Kunstbildbänden kennen. Sie werden beidseitig bedruckt und an den Hinterkanten mit Klebstoff zu einem festen Buchblock verbunden. Dies führt zwangsläufig zu einem «Falz» in der Buchmitte und somit zu einem gewissen Bildverlust an dieser Stelle. Ein Digitaldruck-Buch kann so jedoch bis zu 120 Seiten umfassen. 

 

Leporello-Bindung

Da beim Echtfotobuch einseitig belichtbares Fotopapier eingesetzt wird, werden die Bögen, also jeweils eine Doppelseite, zur Herstellung des Fotobuchs mittig gefalzt und rückseitig zu einem Buchblock verklebt, die sogenannte Leporello Bindung.

 

So entsteht das Markenzeichen des Echtfotobuches: Etwas dickere Seiten, die gut in der Hand liegen und auch in der Buchmitte flach aufliegen. Ideal besonders für doppelseitige (Panorama-)Fotografien. Allerdings bedingt die aus der Verklebung resultierende Papierdicke einen maximalen Buchumfang von 72 Seiten, damit die Stabilität noch gewährleistet werden kann. 

 

Gut zu wissen

Echtfotopapier: Ein technisches Wunder der Extraklasse 

Fotopapier besteht aus zahlreichen Schichten, die bis zu 50 Mal dünner sind als ein Haar.

 

Die Basis bildet ein extrem langlebiger Papierkern. Das Papier muss hochweiss sein, damit es zu keiner Farbverfälschung kommt.

 

Den Papierkern umschliessen Polyethylen- Schichten, die verhindern, dass die Entwicklersubstanzen des Chemiebades in den Kern eindringen.

 

Darauf liegen die Farbschichten, in denen durch die Reaktion von Silberhalogenid mit Farbsubstanzen das eigentliche Bild entsteht, welches in einem weiteren Chemiebad fixiert wird.

 

 

Der mit Abstand grösste Hersteller von klassischen Fotopapieren ist FUJIFILM. Seit über 80 Jahren beschäftigt man sich mit Film- und Foto-Technologien und optimiert die komplexen Verfahren ständig. Dabei werden auch zeitgemässe Themen wie der Umweltschutz sehr ernst genommen: Recycling wird gross geschrieben. Das Silber etwa wird vollständig zurückgewonnen und kann wieder genutzt werden. Auch die Entwicklungsbäder werden aufbereitet und gelangen zum grossen Teil wieder in den Produktionskreislauf.

Petra Vogt – Fachautorin und Fotobuch-Spezialistin 

Welches Herstellungsverfahren ist das Beste?

«Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Es hängt vom jeweiligen Buchprojekt ab, ob der Digitaldruck oder die Ausbelichtung die bessere Wahl ist. Der Digitaldruck ist für sehr umfangreiche Bücher ideal. Das Echtfotobuch ist geeigneter für alle, die Bilder über die komplette Doppelseite hinweg zeigen wollen und auch Wert auf die Wiedergabe feinster Details und Tonabstufungen legen. Insbesondere für Panoramafotos sind Echtfotobücher wie geschaffen. Der Digitaldruck ist dagegen preiswerter und leichter.» 

FUJI.CH

Guten Tag Herr Henry

Vielen Dank für Ihren Kommentar und die Rückfrage.

Eine Funktion für solche Entwürfe können wir leider nicht anbieten und ist auch nicht vorgesehen. Das Resultat einer Fotobuches, mit echtem Fotopapier, kann mit einem Digitaldruck nicht verglichen werden, da das Verfahren und das Papier ein ganz anderes ist.

Was wir Ihnen jedoch anbieten können, sind unsere Fotobuch-Papiermuster. Diese können Sie ganz bequem hier bestellen:


https://fuji.ch/de/static/fuji-ch-service/gratis-muster-service


Fotos können natürlich auf einzelne Papiere gebracht werden, jedoch nur einseitig bebildert. Dies wären dann die normalen Fotoabzüge.

Wir hoffen sehr, Ihre Frage richtig verstanden und beantwortet zu haben.
Falls dies nicht der Fall ist, schreiben Sie uns doch eine Email an: create@fujifilm.ch

Nochmals besten Dank und herzliche Grüsse


Ihre FUJI.CH

Pierre Henry

Sehr geehrte Frau Vogt,

Vielen Dank für den sehr instruktiven Beitrag.
Ich habe folgende Frage an Sie: Ein Photo-Portfolio ist dank der digitalen Technik
meistens sehr umfangreich. Wie können "Entwürfsalben" oder "Vordruckbücher"
günstig produziert werden? D.h. Entwürfe v. Photobücher vor der endgültigen Produktion gestalten? Besser gesagt: Photosammlungen (thematisch sortiert oder nicht) auf Fotopapier bringen, quasi als Fundus für spätere Photobücher.
In der Analog-Photographie müssten damals einzelne Photos mühsam von Hand selektiert, sortiert und anschliessend gruppiert werden. Heute ist es nicht viel besser, weil die Datenvolumen explodiert sind . Alles kann nicht am Bildschirm erledigt werden. Der "Papier-Umweg" vor der Buchgestaltung scheint mit unausweichlich zu sein. Das ist meine Problemstellung heute.
Vielleicht bin ich nicht allein mit diesem Thema?
Herzliche Grüsse.

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