Top Foto-Spots und Secret Places – TIPP NR. 14: Gauligletscher (Berner Oberland)

Vor nicht mal sechs Jahren schwammen noch riesige Eisbrocken im See… leider Tempi Passati. Wie die meisten Gletscher der Alpen, hat sich auch der Gauligletscher mittlerweile so stark zurückgezogenen, dass auch er nur noch eine Bergflanke in Besitz nimmt. Nichts desto trotz, die Landschaft gepaart mit diesem riesigen See haben heute noch ihren Reiz. Dieser Tipp ist FUJIFILM-„hausgemacht“ und stammt von Hanspeter „Hampi“ Gass.

Es rattert und knattert, die Sicht ist schlecht, die Fallwinde bringen die Douglas DC3 auf einer Höhe von 3350 zur unfreiwilligen Landung. Das Flugzeug schlittert mit 280 Km/h den vereisten Gletscher 80 Meter hinab bis es nach endlosen Minuten endlich zum Stillstand kommt. Tote gibt es keine – dafür viele Verletzte.

Was nach einem Krimi klingt ereignete sich 1946 auf dem Gauligletscher im Berner Oberland. Die Suche und die sechs Tage spätere Rettung der zwölf Passagiere erlangte hohes internationales Interesse und war der Beginn der Alpinen Flug- und Berg-Rettung. Dem Ereignis wurde gar ein Wikipedia-Eintrag gewidmet.

Wie schon diese Einleitung zu ahnen vermag, liegt dieser Gletscher weit abseits jeglicher Zivilisation. Die Schweiz mag dicht besiedelt sein, aber es gibt sie noch: die wilden, unberührten Ecken in diesem kleinen Alpenland.

Ein Eldorado für Fotografen

Fotografisch ist die der Gletscher und die ganze Region ein Eldorado, drei oder gar vier Tage reichen nicht aus. Eine unglaubliche Vielfalt von Formen, Farben und Sujets bieten sich dem Fotografen. Wem das Biwakieren zu abenteuerlich ist, kann auch in der SAC Hütte „Gaulihütte“ nächtigen.

An dieser Stelle ist jedoch zu erwähnen, dass wenn man sich hier in der Natur aufhält, auch jedes noch so kleine „Fötzeli“ wieder mit zurück in die Zivilisation mitgebracht werden muss. Die einzige, gestatte Hinterlassenschaft sind Fussabdrücke…

So gelangen Sie zum Gauligletscher

Bevor man den Gauligletscher erreicht, liegt eine harte 7-10 stündige Wanderung vor einem. Gestartet wird etwas oberhalb von Innertkirchen im Urbachtal / Berner Oberland. Zuerst gemächlich – dann bekommt man die Beine jedoch regelrecht zu spüren.

Dabei geht’s vorbei an steilen Schluchten, azurblauen Bergseen wie zum Beispiel dem Mattenalpsee, an Wasserfällen welche den Eindruck machen, dass die Kaskaden direkt aus dem Fels spritzen. Und dann endlich: umgeben von Drei- und Viertausendern steht man in einer Art Fjord-Landschaft.

Mehr Infos zum Gauligletscher

Der Gauligletscher ist ungefähr 6 Km lang, im Durchschnitt 1 Km breit, hat mit allen Seitengletschern eine Fläche von ungefähr 13.5 Km2 und liegt im östlichen Berner Oberland. Der Gletscher liegt auf einer Höhe von über 3400 MüM und an dessen Ende entstanden durch die Eisschmelze zwei Seen.

Lage des Gauligletschers auf Google-Maps.

Mehr über den Gauligletscher finden Sie in diesem Wikipedia-Artikel.

Fazit des Tippgebers

Dieses Stückchen Wildnis muss hart erobert werden, aber jeder einzige Tropfen Schweiss ist es wert. Vor allem dann, wenn die Fotos, welche dort gemacht hat, so atemberaubend sind, dass der Betrachter denkt, dass das abgebildete Motiv irgendwo im Karakorum sein muss.

Der Tipp-Geber: Hanspeter „Hampi“ Gass

Hanspeter „Hampi“ Gass ist seit eh und je fasziniert von der Fotografie und passionierter Landschaftsfotograf. Seit 2016 arbeitet er in der Kamera-Abteilung und dem Repair-Center bei FUJIFILM (Switzerland) AG in Dielsdorf.

Seine Liebe zur Fotografie lebt er jedoch nicht nur bei der Arbeit sondern auch in der Freizeit aus. Seine grosse Leidenschaft sind nebst anderem Wasserfälle.

Sein Werk Perlen Zürichs beinhaltet über 80 selbst aufgenommene Fotos von Wasserfällen in um um Zürich. Auch war er bereits mehrere Male in Regionen wie dem Kongo unterwegs und konnte dort Bekanntschaften mit seltenen Gorillas machen. 

Mehr zu Hampi Gass finden Sie auf seiner WebsiteThe Fabulous View

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29.03.2018