Sofortbildfotografie – wie funktioniert das?

Seit einigen Jahren entdecken viele die Sofortbildfotografie neu. Nicht zuletzt dank den instax Kameras von FUJIFILM wurde eine regelrechte Renaissance der Sofortbilder einberufen. Dies hängt sicher zum einen damit zusammen, dass man sofort greifbare und voll entwickelte Bilder in der Hand halten kann, zum anderen aber sicher auch damit, dass es sich dabei um „Unikate“ und keine digitalen, überall „streubaren“ Bilder handelt. Zudem mögen viele Fotoliebhaber den kultigen Look der Instant-Fotos. Wie eine Sofortbildkamera funktioniert und welche Varianten es gibt, erfahren Sie hier.

Grundsätzliche Funktionsweise der Sofortbildfotografie

Der Ursprung

Edwin Herbert Land (www.polaroid.com)

Technischer Vordenker der Sofortbild-Kamera war der US-amerikanische Physiker und Fotopionier Edwin Land. Land ist es bereits 1932 gelungen, den sogenannten Polaroid-Filter zu konstruieren, ein in beliebiger Grösse herstellbarer Polarisationsfilter. Bis zur ersten, selbstentwickelnden Kamera sollte es dann aber noch bis 1947 dauern.

Dank Lands Pionierarbeit können all die chemischen Prozesse der Entwicklung eines Films in der Kamera selbst ablaufen. Dieser sogenannte Trennbild-Film ist zu diesem Zwecke bereits mit sämtlichen erforderlichen Chemikalien ausgestattet. Beim Prozess des Fotografierens kommt es zur Führung des Bildes durch zwei Walzen. Die Foto-Chemikalien werden dabei aneinandergepresst, wodurch es zu einer chemischen Reaktion kommt.

Wie funktioniert ein Sofortbildfilm?

Der Sofortbildfilm ist dem herkömmlichen Film nicht unähnlich. Grundsätzlich entsteht ein Bild durch die Belichtung eines fotosensitiven Materials. Für die anschliessende Entwicklung kommen Chemikalien zum Einsatz. Im Unterschied zum regulären Film sind diese bereits in das Filmmaterial integriert. Aus diesem Grund spricht man auch von einem „Integralfilm“.

Die ursprüngliche Technik des Trennbildfilm-Verfahrens wurde im Verlauf der Zeit überholt und abgelöst. Das eingesetzte Fotopapier ist aus drei Schichten aufgebaut. Diese sind übereinander gelagert und stellen Emulsionsschichten aus Kristallen dar. In ihnen enthalten sind die Grundfarben Gelb, Magenta und Cyan, die für die subtraktive Lichtmischung erforderlich sind. Die ursprünglich weissen Kristalle verfärben sich auf Basis thermischer Impulse verschiedener Temperaturen und Wirkungsdauern.

Sofortbildfotografie und Sofortbildfilme heute

Auch der Sofortbildfilm wie man diesen heute kennt ist ein Integralfilm. Bei der heutigen Technik sind die „Behälter“ mit den Entwicklungschemikalien direkt in die Bildeinheit integriert (die Entwicklerflüssigkeit befindet sich im Streifen unterhalb der Bildfläche).

Dadurch kommt die charakteristische Form des Bildes mit dem obligatorischen Rahmen zustande. Die Entwicklung des Films bzw. des Bildes wird eingeleitet, indem der Film beim Prozess des Auswerfens durch zwei Walzen gepresst wird, wodurch es zur gleichmässigen Verteilung des Entwicklers kommt. Dieser sorgt dann in einem chemischen Prozess für den so beliebten Entwicklungsprozess, bei dem das Bild zum Vorschein kommt.

Schütteln und Pusten

Schon fast reflexartig beginnen Menschen zu schütteln und zu pusten – in der Hoffnung, dass das Bild schneller fixiert ist und zum Vorschein kommt. Ob das wirklich hilft? 

Weder schütteln noch pusten oder reiben haben einen Effekt auf die Entwicklung des Bildes. Bei Temperaturen gegen den Gefrierpunkt lassen sich die Fotos eine kleine Ewigkeit Zeit, endlich Farbe anzunehmen. Hier hilft es, das Foto in die Hosentasche zu stecken und mit ein wenig Körperwärme nachzuhelfen.

Mehr zum Thema Sofortbildfotografie finden Sie im Artikel „Sofortbildfotografie – heute noch?“

Instax-Technologie von FUJIFILM

Die instax Kameras von FUJIFILM sind wohl mitverantwortlich für das riesige Revival der Sofortbildfotografie in den letzten Jahren. Bei den FUJIFILM instax Kameras kommen Filme unterschiedlicher Formate zum Einsatz: das Wide-Format (ca. 60 x 99 Millimeter), das Square-Format (ca. 61 x 61 Millimeter) und das Mini-Format mit 62 x 46 Millimetern.

Nebst den „klassischen“ instax-Kameras, welche auf die wesentlichen Funktionen (Auslösen, Film belichten, Auswerfen) beschränkt sind, gibt es seit kurzem auch Hybrid-Sofortbildkameras. So vereint FUJIFILM den analogen Charme der Sofortbildkamera mit dem technischen Fortschritt der Digitalfotografie. Die instax Kamera ist mit einem Display ausgestattet, auf dem das Motiv vor der Belichtung auf Film betrachtet, bearbeitet und gegebenenfalls gelöscht werden kann.

Ebenfalls im Angebot sind die sogenannten instax SHARE. Kleine Drucker, mit welchen sich Fotos ab Kamera (neuere Modelle der FUJIFILM Kameras), Smartphone- oder Tablet bequem als Sofortbilder drucken lassen.

Instax-Kameras und ihre Filme sind vergleichsweise unempfindlich. Sie müssen nicht vor Licht geschützt werden und entwickeln sich innerhalb kurzer Zeit.

 

Sofortbildfotografie und ihre Regeln und Techniken

Die Fotografie mit Sofortbildkamera basiert grundsätzlich auf den gleichen Techniken und Regeln wie jede andere Form der Fotografie. So gilt es auch beim Anfertigen eines Sofortbildes, Gegenlicht zu vermeiden. Ebenso sind Fotografie-Situationen mit mehreren Lichtquellen für ein Instant-Foto problematisch.

In Anbetracht der kostspieligen Sofortbildfilme sind verwackelte Aufnahmen besonders ärgerlich. Daher ist es empfehlenswert, wenn Sie die Kamera auf eine feste Unterlage stellen oder einen Arm beim Fotografieren fest an den Körper stützen und eine Hand an die Kamera halten. Im Gegensatz zur Digitalfotografie ist bei der Sofortbildfotografie auch eine Vorab-Überlegung zum gewünschten Bildausschnitt wichtigschliesslich können diese Fotos nicht noch am Computer bearbeitet werden….

 

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22.11.2018