Kuriose, spannende und witzige „erzwungene“ Foto-Perspektiven

Sie alle kennen diese Bilder, auf denen beispielsweise eine vermeintlich riesige Person den schiefen Turm von Pisa zu stützen scheint … Solche optischen Täuschungen werden als „erzwungene Perspektiven“ bezeichnet. Damit lassen sich lustige bis surreale Bildeffekte erzielen – ganz ohne digitale Bildbearbeitung.

Was genau versteht man unter „erzwungene Perspektive“?

Die erzwungene Perspektive ist eine Technik, die dazu dient, Objekte für den Betrachter grösser, kleiner, näher dran oder weiter weg erscheinen zu lassen, als sie wirklich sind. Der Schlüssel zu diesen Illusionen ist das Distanzverhältnis zwischen der Kamera und den Objekten.

Lassen Sie sich von den Beispielen unten in der Galerie inspirieren – diese sind wirklich ganz einfach nachzumachen. Für viele dieser Fotos ist nicht einmal besonderes Equipment erforderlich. Oft reicht sogar bereits ein Smartphone, um solch lustige und kreative Bilder aufzunehmen.

Grössenmanipulation

Das ist die wohl verbreitetste Anwendungerzwungener Perspektiven und wird sogar noch heute beim Film anstelle von digitalen Effekten eingesetzt. Hierbei macht man sich zu Nutze, dass auf zweidimensionalen Abbildungen unterschiedlich weit entfernte Objekte unterschiedlich gross wirken.

Die Wahl einer bodennahen Kameraposition verstärkt die Illusion zusätzlich. So können Sie es auf Ihrem Bild zum Beispiel so aussehen lassen, als hätten Sie Ihren Freund geschrumpft und ihn nun auf Ihrer Hand sitzen, wobei er sich tatsächlichnur weiter von der Kamera entfernt befindet als Sie.

Auf diese Weise können Sie unter Einbezug von Personen, Tieren, Objekten und der Umgebung verschiedene optische Täuschungen erzeugen. Da Sie bei dieser Technik meist über weite Distanzen fotografieren und es für eine perfekte Illusionoptimal ist, dass alles gleich scharf abgebildet wird, sollten Sie unbedingt auf die „hyperfokale Distanz“ fokussieren.

Mehr Informationen zur hyperfokalen Distanz finden Sie in diesem Artikel.

Perspektiven mit Dreh

Diese erzwungene Perspektive funktioniert ganz ohne Grössenmanipulation und komplizierte Kameraeinstellungen, denn sie kommt bereits durch einfaches Drehen der Kamera zu Stande. So lassen sich dramatische Effekte erzielen:

Wenn Sie sich auf den Boden legen kann es so aussehen, als hingen Sie an einem gefährlichen Abgrund und krabbeln Sie auf allen Vieren über felsigen Untergrund, macht eine leichte Drehung der KameraSie zum Bergsteiger.

Schattenspielereien

Ähnlich wie bei der Grössenmanipulation mit unterschiedlich weit entfernten Objekten können Sie auch mit Schatten experimentieren. So kann auf Ihrem Bild beispielsweise eine Person mit dem Schatten einer anderen Person interagieren. Hierfür bietet es sich womöglich an, mit mehreren Lichtquellen zu arbeiten.

Und jetzt heisst es nur noch: Schnappen Sie sich Kamera oder Smartphone und experimenteiren Sie – es macht garantiert einen riesen Spass!

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12.09.2017