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Typografie in Fotobüchern

Ja richtig, ein Fotobuch lebt von schönen Bildern. Fügt man aber noch Texte hinzu, so ist die typografische Gestaltung genauso wichtig. Beachten Sie diese paar einfachen Regeln im Umgang mit Typografie und heben Sie Ihre Fotobuchgestaltung auf ein neues Level!

Welche Schriftart?

Es existieren ja unzählige unterschiedliche Schriftenarten: mit oder ohne Serifen (Füsschen), verschnörkelte, handgeschriebene, illustrative, …  

Sich da zu entscheiden ist gar nicht so einfach.
Überlegen Sie sich deshalb, welche Art von Fotobuch Sie erstellen möchten. Wollen Sie einen Bildband erstellen, in dem die schönen Fotos für sich sprechen sollen, wählen Sie neutrale, unaufdringliche Schriften die nicht mit den Bildern konkurrenzieren. Hier gilt vor allem: weniger ist mehr!
Bei einem Reisetagebuch, einem Kochbuch, einem Geschichtebuch oder ähnlichem, können Sie ruhig mit etwas ausgefalleneren Schriften experimentieren.

Schriftklassen und ihre Eigenschaften

Schriften werden anhand Ihrer optischen Merkmale klassifiziert. Folgend sind die vielen unterschiedlichen Schriftklassen, sehr vereinfacht, in drei Hauptkategorien zusammengefasst:

Serifenschriften

Schriftarten mit Serifen (Füsschen) wirken klassisch und sind auch bei kleiner Schriftgrösse und langen Texten noch angenehm und gut lesbar.

Die Serifen und die teils unterschiedlichen Strichstärken machen die einzelnen Buchstaben besser unterscheidbar, wodurch sie von unserem Auge schneller erfasst werden können. Texte in Serifenschrift können dadurch sehr schnell gelesen werden, weshalb Zeitungen und Romane meist Serifenschriften verwenden.

Serifenlose Schriften

Schriftarten ohne Serifen (Sans Serif) hingegen, laden zum Verweilen ein und werden daher beispielsweise oft in Sachbüchern oder im Web eingesetzt. Am Bildschirm sind diese Schriften meist besser lesbar, als solche mit Serifen.

Auch serifenlose Schriften sind für Fliesstexte geeignet, sofern sich die Zeichen gut voneinander unterscheiden lassen: Die Schriftart «Republica Minor» beispielsweise, hat sehr flächige Buchstaben und ist so in kleinen Schriftgrössen anstrengend zu lesen.

Zier- und Schreibschriften

Illustrative Schriften sind meist schlecht lesbar und daher ungeeignet für kleine Schriftgrössen und lange Textabschnitte – doch sie haben andere Vorzüge: Mit den teils sehr ausgeprägten Formen, lässt sich leicht ein optisch-inhaltlicher Bezug zum Buchthema herstellen, was gerade für Überschriften sehr reizvoll seien kann.

Aber achten Sie immer darauf, dass Schrift und Thema eine Einheit bilden: Zu den Bildern des ersten Schultages passt die Schrift «Palace Script» wahrscheinlich nicht so gut. Wählen Sie in dies Fall für die Titel beispielsweise  die «Chalkduster» oder die «Kristen ITC».

Die meisten Schriftarten gibt es als sogenannte Schriftfamilien, welche unterschiedliche Schriftschnitte, also Variationen, beinhalten. Hierbei werden nebst anderem die Strichstärke und Neigung unterschieden.

Die gebräuchlisten Schriftschnitte sind sicherlich dünn (light), normal (regular/roman), fett (bold), kursiv (italic/oblique) und fettkursiv (bold italic/bold oblique).

Jeder dieser Schnitte wird eigens gezeichnet, damit er optisch auch zu den anderen passt, gut leserlich und schön anzuschauen ist.

Ist nur der Regular-Schriftschnitt vorhanden, können die meisten Textbearbeitungs-Softwares andere Schnitte auch vortäuschen. Hierbei werden für „italic“ die Buchstaben einfach schräggestellt, also verzerrt und für „bold“ eine Kontur darumgelegt. Dadurch wird jedoch das Schriftbild verfremdet und die Lesbarkeit beeinträchtigt. Besser ist es, immer den entsprechenden Original-Schriftschnitt zu installieren.

Welche Schrift, in welchem Schnitt, wie gross, für was?

Generell sollten Sie nicht mehr als 2 unterschiedliche Schriftarten und nicht mehr als jeweils 2 Schriftschnitte und -grössen für das gesamte Buch verwenden. So erzeugen sie einen einheitlichen Gesamteindruck.

 

Fragen Sie sich bei der Entscheidung, wie Sie einen Text darstellen stets, welche Funktion er erfüllen soll: Ist er eine plakative Überschrift, ein langer Text (Fliesstext) mit komplexem Inhalt oder nur eine kurze Bildlegende?

Bestimmen Sie für jede Art von Textelement eine genaue Regel, wie es auszusehen hat und wenden Sie diese im gesamten  Buch konsequent an.

Haupt- und Untertitel

Schriftart: frei / = Fliesstext
Schriftschnitt: frei / = Fliesstext
Schriftgrösse: > Fliesstext
 

In der Wahl der Schriftart für die Haupttitel (Kapitelüberschriften) sind Sie frei, denn solange die Schrift gross genug ist, sind einzelne Wörter oder kurze Sätze sogar in Zierschrift noch lesbar.

Für Untertitel bietet es sich an, dieselbe Schriftart wie für den Fliesstext zu verwenden, nur grösser und/oder in einem anderen Schnitt.

 

Fliesstexte

Schriftart: mit Serifen / serifenlos
Schriftschnitt: regular / light
Schriftgrösse: mind. 8pt - max. 12pt
 

Nur Serifen-, Serifenlose- und eventuell einfache Schreibschriften sind in kleinen Schriftgrössen und langen Texten angenehm zu lesen. Am Bildschirm scheint die Schriftgrösse mit mindestens 8 bis maximal 12 Punkt vielleicht eher klein, im gedruckten Buch sieht das aber dann gut aus.

 

Auszeichnungen

Schriftart: = Fliesstext
Schriftschnitt: ≠ Fliesstext
Schriftgrösse: = Fliesstext
 

Um wichtige Schlagwörter oder bestimmte Textstellen hervorzuheben, können Sie diese durch die Verwendung eines anderen Schriftschnitts, wie beispielsweise bold oder italic, «auszeichnen». Beachten Sie dabei, dass der Unterschied deutlich zu sehen ist. Regular als Auszeichnung in einem Light-Text fällt kaum auf.

 

Bildlegenden

Schriftart: = Fliesstext
Schriftschnitt: =Fliesstext
Schriftgrösse: ≤ Fliesstext
 

Bildunterschriften, wie beispielsweise Datum, Copyright oder Ortsangabe, sollten nicht zu gross sein, denn sie stehen nahe beim oder sogar im Bild, sollten aber nicht davon ablenken.

 

Kreativer Umgang  mit Typografie

Bei aller Einheitlichkeit sollte Ihr Fotobuch aber auch nicht langweilig werden. Trauen Sie sich mit Schrift zu experimentieren, lassen Sie aber die Aspekte der Lesbarkeit und des «Roten Fadens» Ihrer Gestaltung nicht ausser Acht.

Sie könnten beispielsweise jedem Kapitel eine andere passende Schriftfarbe zuordnen. Achten Sie aber darauf, dass der Kontrast zwischen Schrift- und Hintergrundfarbe gross genug ist: Gelbe Schrift auf weissem Grund ist nur schwer zu lesen. Zu ähnliche und zu gegensätzliche Schrift- und Hintergrundfarben können auch ganz bewusst als gestalterisches Mittel verwendet werden.

Verwenden Sie Schriftzeichen als grafische Elemente und experimentieren Sie mit starken Grössenunterschieden. Geben Sie Texten genügen Raum auf der Buchseite, um dem Inhalt, wenn nötig, mehr Gewicht zu geben.

Lassen Sie auch beim Textinhalt Ihrer Fantasie freien Lauf und beschreiben Sie nicht, was man auf den Bildern ohnehin schon sieht: Eine Bildunterschrift wie „Eiffelturm“ gibt dem Leser keinerlei Mehrinformation und kann ebenso gut weggelassen werden – Aber, dass Sie statt mit dem Lift über die Treppen bis ganz nach oben gegangen waren und wie weit Sie sehen konnten von der Aussichtsplattform, kann eine unterhaltsame Anekdote sein.

Woher bekomme ich kostenlose Schriften?

Einige Schriftarten sind bereits auf Ihrem Computer vorinstalliert und in der FUJI.CH-Gestaltungssoftware können Sie all diese Schriften verwenden. Zudem sind in der Gestaltungssoftware schon viele Schriften hinterlegt. Um die Vielfalt Ihrer Schriftensammlung noch zu vergrössern gibt es einige Internetseiten, von denen sie diverse Schriften kostenlos herunterladen und installieren können. Beginnen Sie Ihre Suche doch auf dafont, Google Fonts oder Font Squirrel. Mit den praktischen Filterfunktionen werden Sie bestimmt schnell fündig.

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