Testbericht: die neue FUJIFILM X-T3: Alles noch einmal sehr viel besser!

Die Gerüchteküche brodelte schon lange. Überall wurde gemunkelt, dass es bald einen Nachfolger der bereits unglaublich erfolgreichen FUJIFILM X-T2 geben wird.

Nun ist es offiziell: noch im September startet voraussichtlich der Verkauf der FUJIFILM X-T3 – mit der 4. Generation des Sensors und Prozessors.

Der Schweizer FUJIFILM X-Photographer Tilman Jentzsch hat die neue Kamera auf Herz und Nieren getestet.

Was ist sonst noch neu bei der Kamera, was macht sie aus und wieso sollte man sich das Gerät überhaupt anschaffen? Die Antworten finden Sie in diesem Erfahrungsbericht…

Neuer Sensor, neuer Prozessor, neuer Autofokus – und jetzt?

Anfänglich hatte ich die FUJIFILM X-T3 nicht wirklich auf meinem Radar und erwartete auch nicht mehr, als kleine Verbesserungen gegenüber dem X-T2.

Als mich Anfang August FUJIFILM Schweiz fragte, ob ich Interesse hätte, ein Vorproduktions-Modell der X-T3 zu testen, war ich aber neugierig, ob die neue Kamera vielleicht doch mehr zu bieten hatte. Schliesslich passt die XT-3 auch zu meinem Schwerpunkt Musikfotografie.

Bei einem ersten Briefing am Telefon sprach FUJIFILM viel über den verbesserten Autofokus, was natürlich immer ein willkommenes Upgrade ist. Andererseits war ja auch der Autofokus der X-T2 nach mehreren Firmware-Updates nicht mehr so langsam.

Auch soll mit der neuen FUJIFILM X-T3 die 4. Generation des Sensors und Prozessors geschaffen werden…

Justin Timberlake musste als erstes hinhalten

Am 16. August, wenige Stunden bevor ich das Justin Timberlake Konzert in Zürich fotografieren musste, übergab mir FUJIFILM ein brandneues silbernes Vorproduktions-Modell der X-T3. Silber (Graphit) war schon immer meine Lieblingsfarbe für die T-Serie.

Gehäuse und Design

Ein neues Kameramodell nur wenige Stunden vor einem wichtigen Shooting zu bekommen, kann eine Herausforderung sein, wenn man die Kamera-Details zuerst kennenlernen muss. Mit der FUJIFILM X-T3 war das aber unproblematisch. Wer schon die X-T1 und X-T2 in der Hand hatte, dem ist die X-T3 vom ersten Moment an vertraut. Das Gesamtdesign und das Tasten- und Rad-Layout sind mehr oder weniger identisch mit dem der Vorgängermodelle.

Stabile und „direkte“ Einstellräder

Allerdings gibt es kleinere Anpassungen im Vergleich zur X-T2. Der etwas grössere Daumengriff auf der Rückseite macht einen positiv spürbaren Unterschied. Das Rad der Belichtungskorrektur ist etwas kleiner und etwas weiter weg vom Rand der Kamera. Es dreht sich nicht mehr so leicht, was das Risiko einer unabsichtlichen Verstellung minimiert.

Eine grosse Verbesserung ist auch der Dioptrien-Knopf, der jetzt wie eine Krone einer Uhr funktioniert: Man muss ihn erst herausziehen, bevor man justiert und man muss ihn danach wieder zurückschieben. Damit sind die Zeiten eines verschwommenen Suchers vorbei, als sich das Rad in der Tasche von selbst drehte. Allgemein sind bei der FUJIFILM X-T3 die Räder stabiler gebaut, der Input ist direkter als bei der X-T2 (die X-T3 hat viele Eigenschaften der X-H1 geerbt).

Verbesserter Batteriegriff

Wer die Eigenschaften eines Batteriegriffs mag, wird von der XT-3 begeistert sein. Der vordere Griff ist jetzt etwas breiter und bietet besseren Halt und Stabilisierung, was bei der Verwendung längerer Objektive positiv bemerkbar wird – besonders beim neuen Fujinon XF 200mm f/2!

Im Griff integriert sind Auslöser, Fokus-Taste, AE-L-Taste, AF-L-Taste, Q-Taste und Fn-Taste: Die Bedienbarkeit ist sowohl bei quer- wie hochformatigen Aufnahmen exzellent.

Leistung der 4. Generation

FUJIFILM hat mit dem in der FUJIFILM X-T3 verbauten neuen X-Trans CMOS 4 Sensor und der X-Processor 4 Bildverarbeitungs-Engine einen richtigen Leistungsschub erzielt. Was das aus praktischer Sicht bedeutet, versuche ich hier zu erklären:

Beginnen wir mit dem Autofokus …

Ich bin es gewohnt, dass meine beiden Hauptzoomobjektive Fujinon XF 16-55mm und XF 50-140mm mit der X-T2 ziemlich schnell fokussieren und dass andere Objektive etwas langsamer sind, insbesondere eines meiner Lieblings-Objektive, das Fujinon XF 35 mm f/1.4. Beim Einsatz dieses Objektivs an der X-T3 ist der Geschwindigkeitsschub allerdings sehr bemerkenswert. Selbst wenn der Pre-AF nicht aktiviert ist, gibt es kein Jagen mehr und man kann einfach fokussieren und das Motiv wechseln.

Verbesserung ist mit allen Objektiven deutlich spürbar

Bei allen X-Kameras, die ich bisher verwendet habe, war der AF mit diesem Objektiv noch nie so schnell! Diese Verbesserung ist mit allen Objektiven deutlich spürbar. Beim Justin Timberlake Konzert verwendete ich das XF 100-400mm (die Entfernung zum Künstler lag zwischen 30 und 40 Metern, die Lichtverhältnisse waren eher dunkel). Auch in dieser Situation war der Autofokus sehr schnell, zuverlässig und auf den Punkt präzise.

1,5-fach höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit

FUJIFILM erklärt, dass dies durch die verbesserte AF-Leistung erreicht wird, die im Vergleich zur FUJIFILM X-T2 eine 1,5-fach höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit aufweist. Die Bilder vom Justin Timberlake Konzert kann ich aus rechtlichen Gründen nicht hier posten, aber ihr könnt sie auf usgang.ch sehen.

Serienaufnahmen

Ausserdem gibt es bei Serienaufnahmen mit hoher Bildrate (maximal 20 Bilder/s mit dem elektronischen Verschluss) keinen Blackout mehr, so dass man das Motiv im Sucher gut verfolgen kann und man das Motiv immer klar im Auge behält. Besonders Sport- und Naturfotografen werden begeistert sein.

Phasen AF mit 425 Punkten über ganzem Sensor

Ein Punkt, über den ich mich sehr freue, ist der verbesserte Phasen-AF mit maximal 425 Punkten über den gesamten Sensor. Mit dem AF-Joystick navigiert man einfach über alle Punkte und hat Punkt für Punkt den gleichen und schnellen AF, und zwar unabhängig, ob man einen einzelnen Punkt oder eine Gruppe von Punkten auswählt. Bei der X-T2 war der Phasen-AF auf die Mitte des Sensors begrenzt.

Technisch gesehen ergibt sich diese Verbesserung aus der 4-fachen Anzahl an Phasendetektionspixeln im Vergleich zur X-T2. Dies hat auch den positiven Nebeneffekt, dass der Schwachlicht-Autofokus (low-light) um 2 Stufen erweitert wurde.

Weniger Rauschen und schärfere Bilder 

Eine letzte Sache auf der Leistungsseite: Die JPEG-Dateien rauschen nicht nur bei hohen ISO-Werten viel weniger, sie sind auch schärfer (ich habe keine Schärfen bei den Bildeinstellungen verwendet, sie war auf „0“ gesetzt). Zum verbesserten Dynamikumfang kann ich zudem Dateien, die 2 bis 3 Stopps zu dunkel waren, wirklich korrigieren.

Batterie

Die Akkulaufzeit hat sich im Vergleich zur X-T2 ebenfalls verbessert hat. Mit dem getesteten Vorproduktions-Modell habe ich etwas mehr als 1000 Bilder aufgenommen (im Normalmodus nicht im Performance-Modus) und lediglich die erste Batterie im Batteriegriff geleert.

Zusammenfassung

Von der Leistung der neuen FUJIFILM X-T3 bin ich mehr als überrascht worden und freue mich, sie in meine Kameratasche zu bekommen, sobald sie verfügbar sein wird (ab voraussichtlich 20. September 2018). Mit der X-T3 erhält man eine leistungsstarke Kamera, mit vielen spürbaren Verbesserungen und Weiterentwicklungen.

A propos:

Als offizieller FUJIFILM X-Fotograf basiert mein Review auf meiner eigenen Meinung und ist nicht mit FUJIFILM abgestimmt. Und da Bilder mehr als Worte sagen können: Hier noch einige Bilder, die ich am ersten Tag des diesjährigen Zürich Openair gemacht habe. Alle diese Bilder wurden mit dem Vorproduktions-Modell der FUJIFILM X-T3 aufgenommen, ohne finale Firmware. Die JPEGs wurden nur minimal in Adobe Lightroom korrigiert, hauptsächlich um die Belichtung korrigiert.

Til Jentzsch

Til Jentzsch fotografiert seit über 30 Jahren. Seit 2008 ist er als freischaffender Musikfotograf unterwegs. Dabei steht er nicht nur vor der Bühne, sondern begleitet Künstler auch vor und nach den Auftritten und dokumentiert so deren Alltag

Seit 2015 ist er darüber hinaus offizieller Schweizer X-Photographer.

Mehr Infos zu Til Jentzsch findet man auf seiner Webseite http://blickwechselfotografie.ch

Auf Instagramhttp://instagram.com/blickwechsel

Sein offizielles X-Photographers-Galerie-Profil finden Sie hier.

Produktbilder

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Auch was die Kamera selbst betrifft. Vielen Dank an Denny Phan für diese wunderbaren Ansichten.

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6.09.2018

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4 Kommentar sind “Testbericht: die neue FUJIFILM X-T3: Alles noch einmal sehr viel besser!”

  1. j.p.
    November 17, 2018 at 12:24 pm

    Die T3 ist extraklasse! grosses Kompliment an Fujifilm, weiter so!

    1. FUJI.CH
      November 18, 2018 at 3:23 pm

      Guten Tag j.p.

      Besten Dank für das tolle Kompliment! Auch wir freuen uns, dass wir eine solch hochwertige und innovative Kamera in der FUJIFILM X-Serie anbieten können.

      Wir wünschen in jedem Fall viel Freude mit der Kamera und vor allem der Fotografie!

      Herzliche Grüsse

      Ihre FUJI.CH

  2. Noirjean Claude
    September 7, 2018 at 8:15 am

    Gibt es ein Adapter für Leica m Opjektive

    1. FUJI.CH
      September 7, 2018 at 12:07 pm

      Guten Tag Claude Noirjean

      Vielen Dank für Ihre Frage.
      Ja, den gibt es: FUJIFILM M Mount Adapter

      Liebe Grüsse

      Ihre FUJI.CH

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