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Fototipps

Bewegung von Wasser richtig einfangen

Am Oberlauf der Verzasca, wo sich die Ursprünglichkeit des Verzascatals in seiner ganzen Schönheit präsentiert, bieten sich unzählige Motive für einmalige Wasserbilder. Die unbändige Kraft und gleichzeitig meditative Ruhe lässt sich besonders gut mit Langzeitbelichtungen einfangen.

Grundsatz

Wir können die Dynamik des Wassers mit verschiedenen Aufnahmetechniken einfangen: mit kurzen Verschlusszeiten lässt sich die Bewegung einfrieren, mit langen Verschlusszeiten wird ein fliessender bis absolut verschwommener Effekt erzielt. Um bei Tageslicht und langen Verschlusszeiten Überbelichtungen zu vermeiden, werden neutrale Graufilter, sog. ND-Filter verwendet. Diese reduzieren das einfallende Licht, ohne die Farbe zu verändern.

Graufilter

Graufilter gibt es z. B. von Cokin, B+W oder Lee in unterschiedlichen Stärken sowohl als runde Schraubfilter für verschiedenste Objektivdurchmesser, als auch als Glasscheiben, welche mit Filterhaltern auf unterschiedlichen Objektiven eingesetzt werden können. In der Regel können auch mehrere Filter miteinander kombiniert werden, um den Lichteinfall noch stärker zu reduzieren und damit die Verschlusszeit noch weiter zu verlängern. Je länger die Verschlusszeit, umso weicher erscheint das fliessende Wasser auf dem Bild.

Weiteres Zubehör

Unerlässlich bei solchen Aufnahmen ist zudem ein robustes Stativ und ein Kabel oder Fernauslöser. Bei der Suche nach einem passenden Motiv lohnt es sich, die Umgebung zu beobachten, Bildausschnitte zu prüfen und Standorte auszuprobieren. Ist das Motiv gefunden, wird das Stativ aufgebaut, wenn nötig sogar im Wasser. In diesem Fall muss jedoch drauf geachtet werden, dass die Strömung das Stativ nicht bewegt. Es ist zudem empfehlenswert, den Aufbau der Kamera mit Objektiv, Filter und Fernauslöser möglichst im Trockenen zu machen.

Einstellen der Kamera

Nach der Wahl des Bildausschnitts wird entweder manuell fokussiert, oder mit Einzelautofokus scharf gestellt und dann, ohne Verändern der Schärfe, der Autofokus abgeschaltet. Nun können die Aufnahmen beginnen. Wir empfehlen, sich mit einer Reihe von Aufnahmen an die richtige Blenden- / Zeitkombination heranzutasten und dabei den Verwischungseffekt des Wassers zu kontrollieren. Für eine ausgewogene Schärfe des gesamten Bildes werden eher mittlere bis geschlossene Blenden von 8 bis 16 gewählt. Ist die Verschlusszeit ohne Graufilter noch zu schnell, kommt dieser nun zum Einsatz.

 

Weiter unten in diesem Artikel finden Sie eine Checkliste zu den Einstellungen der Kameras für diese Art Fotografie.

 

Viele Kameras lassen eine Messung der Belichtung zur automatischen Wahl der Verschlusszeit auch mit aufgesetztem Graufilter zu. Andernfalls muss mit einer Verschlusszeitentabelle die Zeit bestimmt werden. Bei unseren Aufnahmen wurden oft Zeiten um 30 Sekunden gewählt, bei einer Aufnahme sogar über drei Minuten. Hierbei wurden mehrere Graufilter übereinander kombiniert.

Auch zu beachten

Neben der Wahl der Blenden- / Zeitkombination ist die Bildgestaltung mindestens genauso wichtig. Es gibt dabei kein Richtig oder Falsch, sondern nur die Frage nach der gewünschten Bildaussage. Linien, Proportionen und Ebenen sind fantastische Gestaltungsmittel und es lohnt sich, sich mit diesen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. So gelingen einmalige Bilder mit garantiertem WOW-Effekt

 

Checkliste Kameraeinstellungen

  • Belichtungsmodus: Blendenvorwahl mit Zeitautomatik
  • ISO-Empfindlichkeit: ISO 200
  • Messmodus: Mehrfeldmessung
  • Weissabgleich: Automatik
  • Fokusmethode: einzelner AF-Punkt oder manuelle Schärfe
  • Bildstabilisator: Aus bei Verwendung eines Stativs
  • Langzeitrauschminderung: Aus
  • Bildformat: RAW oder RAW+JPEG


 

Philipp Dubs – Fotograf 

Der Fotograf Philipp Dubs setzt sich seit über zehn Jahren mit dem Thema Wasser auseinander und bietet mit seiner Fotoschule Photomundo mehrtägige Fotokurse im Verzascatal an. http://www.photomundo.ch/ 

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