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Fototipps

Makrofotografie - eine faszinierende Welt

Spannende Nahaufnahmen lassen sich schon mit einer besseren Handy- oder einer Kompaktkamera realisieren. Es gibt aber eine Reihe von Hilfsmitteln bis hin zu hoch spezialisierten Makro-Objektiven, die Ihnen noch bessere Ergebnisse ermöglichen.

Wann spricht man von Makro-Fotografie?

Bei der Makro-fotografie geht es um die massstäbliche Aufnahme von Objekten, Pflanzen, Tieren etc., also mit einem Abbildungsmassstab von 1:1. Herkömmliche Objektive schaffen es, ein Motiv im Massstabbereich von 1:7 bis 1:10 abzubilden.

 

Spezielle Makroobjektive ermöglichen einen Abbildungs-Massstab von 1:4 bis 1:1 oder vergrössern das Motiv sogar. Für erste Schritte in der spannenden Welt der Nah- und Makroaufnahmen gibt es aber auch erschwinglichere Möglichkeiten.

 

Nahaufnahmen mit der Kompakt-Kamera

Gängige Kompakt-Kameras bieten in der Regel einen Nahaufnahmemodus, oft gekennzeichnet mit einem Blumensymbol. Damit lassen sich bereits viele Grundlagen kennen lernen. In der Makroeinstellung erlauben viele Kompakt-Kameras sehr kurze Aufnahmedistanzen. Das kann bei unbeweglichen Motiven interessant sein, bietet aber auch das Risiko, dass man sich selbst einen Schatten wirft.


Vor allem geht es bei der eigentlichen Makrofotografie weniger um eine grosse Nähe zum Motiv, sondern um einen möglichst grossen Abbildungsmassstab. Für die Aufnahme von Insekten sind zudem kurze Distanzen eher kontraproduktiv, da der Fluchtreflex dazu führt, dass das Tier aufschreckt und davon fliegt oder läuft, bevor Sie nahe genug gekommen sind. In diesem Fall kann es Sinn machen, die Makrofunktion abzuschalten, mit dem Zoom der Kamera zu arbeiten und nachträglich am Computer einen engeren Bildausschnitt festzulegen.

 

Zur besseren Konzentration auf das Motiv und vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen werden Sie oft um den Einsatz eines Stativs nicht herumkommen. Was bei Kompakt-Kameras noch aus der Hand möglich ist, wird mit Systemkameras und grösseren Abbildungsmassstäben schwieriger. Gegen den Einsatz eines Stativs kann ein agiles, sich schnell bewegendes Motiv sprechen, denn das Stativ schränkt natürlich die Bewegungsfreiheit ein.

 

Der Ausschnitt

Auf richtigen Makro-Aufnahmen ist oft nur ein kleiner Entfernungsbereich scharf zu erkennen. Dies wird oft bewusst eingesetzt, um das Motiv vom Hintergrund abzusetzen. Kompakt-Kameras weisen aufgrund der geringeren Sensorgrössen in dieser Hinsicht klar weniger Möglichkeiten auf, mit der Schärfentiefe ein Motiv zu isolieren und so in Szenen zu setzen. Ist man an dieser Grenze angelangt gibt es keine Alternative zu Systemkameras mit geeigneten Wechselobjektiven.

 

Systemkameras & Wechselobjektiven - Nah- und Makroaufnahmen

Alle Objektive weisen baulich bedingt eine individuelle Nahgrenze auf. Unter dieser Grenze lässt sich das Motiv nicht mehr scharfstellen. Bevor man nun in spezialisierte Makroobjektive investiert, bietet sich die Möglichkeit, bestehende Objektive mit Nahlinsen, Zwischenringen oder speziellen Adaptern um- und aufzurüsten. Eine Übersicht dazu finden Sie in diesem Wikipedia-Eintrag:

 

>> Makrofotografie Wikipedia

 

Nahlinsen sind meist günstig und einfach in der Handhabung. Die optische Qualität, vor allem in Randbereichen, ist aber in der Regel höchstens durchschnittlich. Der Einsatz von Zwischenringen, zwischen Objektiv und Kamera, ist eine weitere, kostengünstige Möglichkeit für bestehende Objektive.

Da Zwischenringe bei eher kurzen Brennweiten die Aufnahmedistanz verringern, kann das je nach Motiv ungünstig sein. Aus dieser Sicht wären bei der Verwendung von Zwischenringen  Brennweiten von 50-100mm besser. Direkte optische Nachteile haben Zwischenringe nicht, dass sie keine Glaselemente enthalten. Andererseits ist jedes Objektiv für einen bestimmten Abbildungsmassstab und Distanzbereich gerechnet, und bei der Verwendung von Zwischenringen kann dieser Idealbereich verlassen werden, was die Abbildungsqualität negativ beeinflusst.

 

Makroobjektive

Für optimale Ergebnisse bleibt dann nur noch der Einsatz von speziellen Makroobjektiven (ZBsp. das FUJINON XF 60mm F2.4 macro). In der Regel werden diese etwa in Brennweitenbereiche um 50mm, 100mm und gegen 200mm angeboten.

Je kürzer die Brennweite, umso geringer der Abbildungsmassstab und die Aufnahmedistanz. Makroobjektive um 50mm bieten einen günstigen Einstieg und sind gut geeignet für statische, unbewegte Motive.

 

Für Makroobjektive mit langer Brennweite sprechen der grössere Abbildungsmassstab und die längere Aufnahmedistanz, allerdings kann die freihändige Nutzung recht anspruchsvoll sein. Daher bieten Makroobjektive um 100mm oft einen optimalen Kompromiss und können überdies auch gut für Portraitaufnahmen eingesetzt werden. Ergänzend hierzu können Balgengeräte verwendet werden, um den Auszug der Makroobjektive weiter zu verlängern.

Alternative: gebrauchte Makroobjektive aus analogen Zeiten

Als Alternative gäbe es zudem noch die Möglichkeit, gebrauchte, manuell fokussierende Makroobjektive aus der analogen Zeit mittels Adaptern auf aktuellen spiegellosen Systemkameras einzusetzen. Dies kann auch in Kombination mit zu den Objektiven passenden Balgengeräten, z.B. von Novoflex, erfolgen. Analoge Objektive sind zwar nicht zwingend gleich scharf wie aktuelle, auf das Auflösungsvermögen von Digitalkameras gerechnete Objektive, aber sie bieten oft einen preisgünstigen Einstieg in die Makrofotografie und haben ihren speziellen Reiz.

 

Auf der Jagd nach spannenden Motiven!

Als dankbare Motive eignen sich für die ersten Gehversuche unbewegliche Gegenstände. Blumen, ein paar Münzen, Essen, Gegenstände aus dem Haushalt oder gar eine geopferte Haarsträhne können dafür gut herhalten. Auch Materialien wie Holzfasern oder Wassertropfen bieten spannende Möglichkeiten für Makro-Experimente.

 

>> Mehr Infos finden Sie im Artikel „Makrofotografie im Alltag“

 

Nachdem Sie erste Erfahrungen gesammelt haben, können Sie sich auf die Jagd nach beweglichen Motiven drinnen oder im Freien machen. Faszinierend ist dabei natürlich die Welt der Insekten. Nutzen Sie für Ihre ersten Gehversuche in diesem spannenden Bereich der Makrofotografie eher kühlere Tage und beginnen Sie Ihre Streifzüge in der Natur früh am Morgen, wenn die Insekten noch nicht so munter sind.

Erfahrene Insekten-Fotografen setzen sich zudem intensiv mit der Lebensweise ihrer bevorzugten Motive auseinander und wissen somit genau Bescheid über ihre Lebensumstände. So ist die erfolgreiche Bilderjagd nicht auf glückliche Zufälle angewiesen.

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