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Fototipps

Landschaftsfotografie – Fotografieren mit Plan

Wieso wirken Landschaftsbilder von passionierten Fotografen meist imposanter als die eigenen? Das hat nichts mit Glück zu tun, sondern ist oft das Ergebnis minutiöser Vorbereitung. Mit Hilfe einiger Apps lassen sich Landschaftsaufnahmen bis ins Detail vorausplanen. Der passionierte Landschaftsfotograf Hanspeter Gass zeigt am Beispiel der Steinsetzung bei Mettmenstetten ZH, wie man dabei vorgeht.

Am Anfang steht die Bildidee

Ausgangspunkt war eine konkrete Bildidee: die Steinsetzungen befinden sich im Wald. Der Boden sollte mit Laub und eventuell schon mit etwas Schnee bedeckt, die Bäume aber noch nicht ganz kahl sein. Daher musste die Aufnahme im Spätherbst erfolgen. Zudem sollte durch die Bäume etwas Licht scheinen, welches am frühen Morgen oder am Abend am interessantesten wirkt.

 

Wenn Sie selbst keine Bildidee haben oder noch etwas Inspiration brauchen, so hilft es oft, sich einfach einmal im Internet umzuschauen. Suchen Sie in der Bildsuche nach Schlagwörtern wie: schöne Landschaften Schweiz, Herbstmotive, Natur, schöne Orte Schweiz, etc...

 

Wenn Sie schon etwas genauer wissen, was für ein Objekt/Motiv Sie fotografieren möchten, aber noch nicht, wie es dann aussehen soll oder wo Sie es finden, so verfeinern Sie Ihre Suche: Wasserfall Schweiz, Schlösser Schweiz, schöne Seen Schweiz, etc...

 

Aufnahmeort analysieren

Mit einer speziellen App, wie z. B. PhotoPills oder TPE, wird nun der Aufnahmeort genauer analysiert. Derartige Apps sind das Kernstück der fotografischen Planung. Damit lassen sich Sonnenstand, Winkel sowie Schattenwurf, aber auch der Zeitpunkt der goldenen und der blauen Stunde berechnen. In der Regel eigenen sich diese Apps auch als Hilfsmittel bei der Wahl der Graufilter sowie der Schärfentiefe-Berechnung.

 

Falls Sie an Ihrem Standort Internet Verbindung haben, können Sie auf eine Art „Live Modus“ umschalten und die App zeigt Ihnen mit Hilfe der eingebauten Kamera im Smartphone wo sich die Sonne zur welchen Zeit sein wird.

 

Zeitpunkt ermitteln

Mit Hilfe der Planungs-App PhotoPills wurde in unserem Beispiel der späte Nachmittag gegen Ende November als idealer Aufnahmezeitpunkt berechnet. In der Winterzeit sind die Sonnenuntergänge am schönsten und der Himmel verfärbt sich durch die flacher stehende Sonne bunter. Dieses Schauspiel ist aber schnell vorbei, daher sollte man stets eine Stunde vor dem idealen Zeitpunkt am Standort eintreffen, um dann auch bereit zu sein.

Situation am Aufnahmeort

Nun geht es darum, sich mit dem Aufnahmestandort und dem Zugang vertraut zu machen. Google Earth bietet dafür eine gute Grundlage. Apps wie Sentiers, Swiss Map oder Schweiz Mobil nutzt man, um zu sehen, auf welches Terrain man sich begibt und ob die Fähigkeiten und die Outdoor-Ausrüstung dafür vorhanden sind. Die eigene Sicherheit muss dabei oberste Priorität haben.

Für den Notfall

Die Notfall-App iRega sollte stets mit dabei sein. Zudem sollten Sie zu Hause immer jemanden über Ihr Vorhaben informieren. Vereinbaren Sie auch eine Uhrzeit, wann Sie sich zurückmelden.

Anreise und Wetter

Mit Google Maps oder SBB Mobile lässt sich die Anfahrt berechnen. Rechnen Sie bei der Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber mit einem grösseren Zeitbedarf.

 

Apps wie Meteo Schweiz oder Weather Pro erlauben eine gute Wettervorhersage. Schauen Sie aber auch beim Fotografieren darauf: Ein Blick auf den Wetterradar bewahrt vor unvorhergesehenen Überraschungen, wie z. B. einer sich nähernden Schlechtwetterfront.

Am Aufnahmetag

Es Empfiehlt sich grundsätzlich jeweils 30-60 Minuten vor dem eigentlichen Aufnahme-Zeitpunkt am Zielort zu sein. Haben Sie den Aufnahmeort erreicht, halten Sie inne. Spüren Sie die Natur, erst dann öffnet sie sich Ihnen. Passen Sie zudem auf, dass Sie Ihr gewünschtes Fotomotiv nicht durch Fussabrücke kaputt trampeln. In unserem Beispiel wären willkürliche Fussspuren im Schnee kontraproduktiv.

Fazit

Fotografie hat viel mit Erfahrung zu tun und diese entsteht erst beim Rausgehen und Ausprobieren. Mit der entsprechenden Planung überlässt man entscheidende Faktoren nicht dem Zufall. In der Landschaftsfotografie führt genau das zu den wirklich aussergewöhnlichen Aufnahmen.

 

Aber auch „ungeplante“ Aufnahmen sollen nicht ausser Acht gelassen werden. Diese sind oft genauso spannend und entstehen durch Zufall. Deshalb: haben Sie immer eine kleine Kamera dabei, wenn Sie rausgehen. Die schönsten Momente kommen überraschend und gehen meist schnell vorüber – halten Sie diese fest, auch ganz ungeplant!

 

>> Eine Übersicht aller Fotografie-Apps finden Sie in den Downloads.

 

Im Fokus

Dieser Artikel und alle Tipps stammen von Hanspeter Gass, Landschaftsfotograf mit Passion. Er verbingt seine Freizeit am liebsten auf Reisen und beim Fotografieren, Wasserfälle und fremde Kulturen sind dabei seine grosse Leidenschaft.

 

 

>> Weitere Infos, Workshops und Bilder finden Sie unter http://www.thefabulousview.com

Downloads zum Thema

trume

Sehr informative, nützliche Hinweise.
Empfehlenswerter Link für Landschaftsfotografie.

FUJI.CH

Hallo trume

Vielen Dank für das tolle Kompliment. Es freut uns, dass die Infos in diesem Artikel nützlich sind und werden dies gerne dem Autor weiterleiten.

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