FUJI CREATE. Das Magazin für die schönsten Fotomomente
zurück
Gegenlicht Sprung
Fototipps

Fotografieren mit Gegenlicht

Gegenlicht ist entweder störend oder wird bewusst als Gestaltungsmittel eingesetzt. Wie man damit umgehen kann erfahren Sie in diesem Beitrag.

Eine Gegenlichtaufnahme wird immer in Richtung einer Lichtquelle aufgenommen, sei es eine natürliche oder eine künstliche. Von dieser Art des Fotografierens wird zwar häufig abgeraten, mit Gegenlichtaufnahmen können Sie sich jedoch auch zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten erschliessen, ganz gleich ob Sie Schwarz-Weiss-Bilder oder Farbaufnahmen machen wollen. Mit ein paar wenigen Tipps vermeiden Sie unerwünschte Effekte und erhalten noch ausdrucksstärkere Fotos.

Störendes Gegenlicht

Gerade bei Ferienschnappschüssen – vor allem wenn Menschen fotografiert werden – gilt es, Gegenlicht zu vermeiden, sofern man den Effekt nicht kreativ nutzen will. Ist ersteres der Fall, sollte man konsequent mit der Sonne bzw. der Lichtquelle im Rücken fotografieren.
 

Ist Gegenlicht nicht vermeidbar oder gar erwünscht, sollte man sich der Auswirkungen auf die Belichtung bewusst sein. Speziell kleine Kompaktkameras oder Handys sind oft mit derartigen Lichtsituationen überfordert. Eine erste, wirksame Gegenmassnahme ist die Verwendung des Blitzes zur Aufhellung des Vordergrunds.

Die richtige Aufnahmetechnik wählen

Gelungene Gegenlichtaufnahmen mit einem Automatikprogramm einer Kamera zu machen, ist ziemlich aussichtslos. Deshalb sollten Sie bei Gegenlicht die genauen Lichtverhältnisse, vor allem der bildwichtigen Bereiche, durch Spotmessungen ermitteln.


Feineinstellungen können danach durch leichte Belichtungskorrekturen vorgenommen werden. Da bei Gegenlichtaufnahmen genügend Licht vorhanden ist, kann die Kamera auf einen tiefen ISO-Wert eingestellt werden. Als Ausgangsblende kann mit f/8 gearbeitet werden. Da die richtige Belichtung oft nicht auf Anhieb gefunden werden kann, empfiehlt sich die Erstellung einer Belichtungsreihe.

Ungewünschte Reflexionen vermeiden

Gegenlicht hat vor allem bei Verwendung eines nicht für Gegenlichtaufnahmen ausgestatteten Objektivs eine ganze Reihe von fotografischen Auswirkungen auf die Bildaufzeichnung. Typische Fehler, die auf Gegenlicht zurückzuführen sind, äussern sich zum Beispiel in Farbreflexen, den sogenannten Blendenflecken, die auch den Kontrast mindern. Die Farben des Bildes erscheinen sogar auf Flächen sehr reduziert, die direkt von der Sonne bestrahlt wurden.
 

Objektive mit vergüteten Linsen können diese Auswirkungen von unerwünschten Reflexionen zwar herabsetzen, ganz ausschliessen können sie solche Effekte jedoch nicht. Wirksam mindern können Sie die durch Reflexionen entstandenen Effekte dadurch, dass Sie zusätzlich zu einer vergüteten Linse eine Streulicht- bzw. Gegenlichtblende verwenden.

Bei Helligkeitsunterschieden richtig blitzen

Gegenlicht bewirkt, dass Motive vor der Lichtquelle zu dunkel erscheinen. Dies, weil die Kamera die hohe Lichtmenge als Messbasis verwendet und Blende und Zeit entsprechend reduziert, um eine Überbelichtung zu vermeiden.

Wollen Sie dann zum Beispiel ein Porträt bei Gegenlicht aufnehmen, so ist ein Aufhellblitz unabdingbar. In einer solchen Portraitsituation sollte darauf geachtet werden, die Lichtquelle nicht mit ins Bild zu nehmen.

Spiel mit Schatten und Silhouetten

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Bei Gegenlichtaufnahmen laufen die Schatten dem Fotografen entgegen. Konzentrieren Sie sich als Alternative auch mal nur auf diese Schatten. Sie können diesen Gegenlichteffekt kreativ nutzen.

Durch Gegenlicht bekommen Silhouetten eine scherenschnittartige Wirkung, die durch den Kontrast zwischen schwarzem Motiv vor einer strahlend hellen Fläche entsteht. So lassen sich auch eindrucksvolle Schwarz-Weiss-Bilder erzeugen.

Gegenlicht und Kontur

Rauch, Nebel oder Staub in der Luft streuen das Gegenlicht stark und sorgen für eine Reduzierung der Kontraste. Dieses - wie die Schleierbildung des Objektivs - eigentlich unerwünschte Phänomen können Sie auch gestalterisch zum Darstellen von sehr weich gezeichneten Konturen nutzen.

Besonders bei Aufnahmen im Gebirge zeichnen Sie damit interessante Lichtsäume um die Konturen der Berge. Mit der gleichen Technik können Sie Strahlenkränze erzeugen, die ein Motiv richtig blitzen lassen.

Gegenlicht zeigt Transparenz

Durchleuchtete Gegenstände zeigen Details, die sonst nur begrenzt sichtbar sind, z.B. das Adergeflecht in einem Blatt. Gleichzeitig bringt das durscheinende Licht die Farben besonders zum Leuchten. Auch Spinnweben, Grashalme oder Insekten zeigen im Gegenlicht ganz besondere Effekte.

Gegenlicht und Wasser

Wasserflächen, Wellenspiegelungen, Springbrunnen – Wasser im Gegenlicht bietet viele dankbare Motive. Eine korrekte Belichtung ist bei derart hohen Kontrasten unabdingbar, dazu kommt die Wahl der korrekten Verschlusszeit, um die Dynamik des Wassers einzufangen. Gerade in diesen Situationen wird man um mehrere Versuche nicht herumkommen.

 

Bei Gegenlicht gibt es also nur zwei Wege: entweder die störenden Effekte bewusst vermeiden, indem man eine bessere, dem Licht abgewandte Aufnahmeposition wählt, oder die Lichteffekte kreativ nutzen. Mit etwas Übung und der richtigen Aufnahmetechnik entstehen jedoch aussergewöhnliche Aufnahmen, die einem lange viel Freude bereiten.

^