FUJI CREATE. Das Magazin für die schönsten Fotomomente
zurück
Fototipps

Zürichs Blaue Stunde

Die Blaue Stunde ist eine äusserst fotogene, aber leider auch sehr kurze Zeitspanne des Tages. Der Begriff beschreibt den Übergang zwischen Sonnenuntergang und Nacht. In dieser Zeit schwindet das natürliche Licht, der Himmel erhält eine immer stärkere blaue Färbung und erzeugt zusammen mit dem künstlichen Licht spannende Farbkontraste. Das Fotografieren während der Blauen Stunde ist gar nicht so schwierig und mit diesen Tipps werden auch Ihnen wunderschöne Fotos gelingen.

Belichtung

Aufnahmen in der Blauen Stunde erfordern aufgrund des schwachen Tageslichts etwas längere Belichtungszeiten von drei oder mehr Sekunden und erfolgen daher immer ab Stativ. Verwenden Sie einen Kabel-, Funk- oder Drahtauslöser oder, wenn nicht vorhanden, den Selbstauslöser der Kamera, um Verwackelungen zu vermeiden. Wählen Sie den Belichtungsmodus A /AV. Da ein Stativ verwendet wird, kann der ISO-Wert ( Empfindlichkeit des Films bzw. des Sensors ) eher
tief, etwa zwischen 200 und 800, gehalten werden. Fotografiert wird mit hohen Blendenwerten zwischen 8 und 16, um eine grosse Schärfentiefe zu erreichen.  Bei hohen bis sehr hohen Blendenwerten entstehen um Lichtquellen herum sternartige Effekte, welche das Bild zusätzlich attraktiver machen. Sofern möglich,  lohnt es sich, von jedem Motiv eine Belichtungsreihe von – 1,0 und +1 EV ( Lichtwert ) zu machen, dies vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen.

 

Planung ist alles

Die Blaue Stunde dauert am Abend in der Regel rund 30 Minuten. Es bleibt also nicht viel Zeit und die Planung der Aufnahmestandorte ist umso wichtiger. Wenn die Tage wieder kürzer werden, muss man abends nicht mehr so lange auf das Einsetzen der Blauen Stunde warten, und so ist der Spätsommer und Frühherbst eine ideale Zeit. Seien Sie rechtzeitig vor Ort, wählen  Sie Ihre Standorte und Bildausschnitte und machen Sie ein paar Testaufnahmen! Unter http://jekophoto.de/tools finden Sie einen Dämmerungsrechner, der Ihnen den exakten Zeitraum der Blauen Stunde am gewünschten Aufnahmeort errechnet. Machen Sie in den ersten 15 Minuten Aufnahmen eher in Richtung Osten und danach in Richtung Westen, so können Sie die kurze Zeitspanne optimal nutzen.

 

Scharfstellung

Während einer Langzeitbelichtung kann der Autofokus störend sein, denn je schwächer das Licht, umso schwieriger wird die automatische Fokussierung. Sofern das Licht noch ausreicht, können Sie die Schärfe automatisch einstellen lassen. Vor dem Auslösen sollten Sie dann jedoch auf manuelle Fokussierung umschalten, damit Ihre Fokus-Einstellung nicht mehr von der Kamera verändert wird. Ist für den Autofokus zu wenig Licht vorhanden, deaktivieren Sie ihn und stellen Sie manuell scharf. Kontrollieren Sie vor und nach der Aufnahme die Schärfe des Bildes im Display mit der Lupen-Taste ( + ).

 

Weitere Einstellungen

Schalten Sie bei Aufnahmen ab Stativ den Bildstabilisator aus.

 

Bei Spiegelreflexkameras ist die Spiegelvorauslösung zu aktivieren, denn schon feinste Erschütterungen durch die Spiegelbewegung könnten das Bild unscharf werden lassen.

 

Sofern vorhanden, deaktivieren Sie die Rauschunterdrückung bei Langzeitbelichtungen, denn in der Regel rechnet die Kamera nach der Aufnahme das Rauschen raus, was meist lange dauert und die Kamera blockiert. Oft ist der Verbesserungseffekt relativ gering bis gar nicht sichtbar, die lange Wartezeit ist somit nicht lohnenswert. Gerade bei der blauen Stunde ist die Zeit knapp und der Blauton des Himmels ändert sich von Minute zu Minute und genau das möchte man ja festhalten.

 

Gut zu wissen

Die Fotoschule PHOTOMUNDO bietet in Zürich einen eigenen Kurs zum Thema Blaue Stunde an. Die Altstadt von Zürich mit ihren Brücken, Kirchtürmen und Zunfthäusern ist hierfür die ideale Kulisse. Weitere Informationen finden Sie unter: www.photomundo.ch

^