FUJI CREATE. Das Magazin für die schönsten Fotomomente
zurück
Bewegung Motorrad
Fototipps

Bewegung einfangen Teil 1

Fotos voller Leben: Geschwindigkeit mit der Kamera einfangen. Sie halten die Bewegung des Motivs fest und fangen mit Ihrer Kamera die rasantesten und lebendigsten Momente ein. Wie das geht, lernen Sie in diesem Beitrag

Mit sogenannten "Mitziehern" beginnen Ihre Fotos zu leben.

Die Kamera beim Fotografieren bewegen, herumschwenken und währenddessen abdrücken: das klingt zunächst merkwürdig, haben wir doch schliesslich gelernt, die Kamera möglichst still zu halten, um ein scharfes Foto zu erhalten.

 

Wenn Sie aber die Dynamik bewegter Objekte wie Autos in rasanter Geschwindigkeit oder Sportler einfangen möchten, müssen Sie die Kamera in Bewegung bringen.

Bei Mitziehern schwenken Sie die Kamera während des Auslösens.

 

Warum? Sie können natürlich mit entsprechend niedriger Belichtungszeit ein fahrendes Auto fotografieren; gestochen scharf und ohne Verwischen. Dann wirkt das Fahrzeug aber so, als würde es stehen. Der Hintergrund, die Räder und das gesamte Fahrzeug wirken unbewegt (eingefrohren).

 

Wenn Sie aber die Mitzieher-Technik verwenden, verschwimmen der Hintergrund sowie die Bewegung der Räder. Das Auto selber bleibt gestochen scharf.

Fotografie Tipps für Mitzieher - So geht's:

Nutzer einer DSLR-Kamera können bei dieser Übung die Blendenautomatik verwenden. Geben Sie Ihrer Kamera eine Belichtungszeit vor und lassen Sie vom System die passende Einstellung der Blende bestimmen.

 

Spielen Sie mit den Werten und testen Sie. Starten Sie mit einer Belichtungszeit von 1/125 Sekunden und verlängern Sie die Belichtungszeit nach und nach je nach Geschwindigkeit des Motivs.

 

So verstärken Sie den Bewegungseffekt um das Fahrzeug oder den Menschen herum. Mit etwas Übung lernen Sie schnell, für welches Motiv Sie welche Verschlusszeit benötigen.

 

Ihr Auge macht das Bild

Es braucht keine Profi-Kamera, um bewegte Bilder mit viel Stimmung einzufangen. Den Mitzieher-Effekt können Sie sogar mit einer Handy-Kamera erzeugen. Wichtig ist, im richtigen Moment abzudrücken und die Bewegung des anvisierten Objekts nachzuvollziehen.

 

Generell gilt: je direkter und schneller Ihre Kamera nach dem Abdrücken auslöst, desto besser. Schliesslich wollen Sie das Objekt im genau richtigen und gewünschten Zeitpunkt auf Ihrem Bild verewigen. Denken Sie daran, Ihrem Motiv regelmässig zu folgen und nicht nach dem Auslösen abbrupt den Schwenk abzubrechen.

 

Inszenierung und Location für bewegte Bilder

Sie brauchen ausreichend Licht, um bewegte Objekte mit Ihrer Kamera einzufangen. Um die Mitzieher-Technik zu üben, ist eine stark befahrene Strasse optimal.

 

Suchen Sie sich einen Platz mit etwa 50 bis 70 Metern Abstand zur Strasse, um vorbeifahrende Autos möglichst frühzeitig anvisieren zu können.

 

Autos eignen sich besonders gut, um diese Technik zu üben. Auch verschiedene Sport-Veranstaltungen sind spannende Anlässe, um Bewegungen einzufangen. Zum Beispiel Mountainbike-Rennen oder Fussball-Spiele.

 

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf. Nehmen Sie jemanden beim Joggen auf der Strasse ins Visier oder fangen Sie die Bewegung eines Pferdes auf der Rennstrecke auf.

 

Alternative zur Mitzieher-Technik

Sie können bewegte Bilder auch festhalten, indem Sie eine längere Verschlusszeit Ihrer Kamera wählen und dazu einen starken Blitz verwenden. Dabei wird die Bewegung des Hauptmotivs durch den sehr kurzen Blitz eingefroren, der Hintergrund des Objekts verwischt aber durch die längere Verschlusszeit.

 

Mehr kreativen Einfluss auf Ihr Bild haben Sie aber erfahrungsgemäss bei der Mitzieher-Technik, weil Sie das Ergebnis freier und mit Ihrer eigenen Bewegung bestimmen.

Störungen und unerwünschte Effekte vermeiden

Generell eignet sich ein sogenannter Polfilter dafür, Reflexionen wie zum Beispiel von Wasserflächen oder Glasscheiben zu reduzieren.

 

Den Filter können Sie auf dem Objektiv Ihrer Kamera anbringen - und im Gegensatz zu vielen anderen Filtern, kann ein Polfilter in der Nachbearbeitung von Fotos nicht digital nachgeahmt werden.

 

Generell sollten Sie bei der Aufnahme bewegter Bilder aber versuchen, gar nicht erst Spiegelungen und Reflexionen aufzunehmen, es sei denn, Sie möchten diese Effekte als künstlerische Elemente einsetzen.

 

Reflexionen lassen die Farben von Fotos oft verwaschen aussehen. Durch eine sorgfältig gewählte Position während des Fotografierens wird das Risiko von Reflexionen und Spiegelungen verringert. Die Sonne und andere Lichtquellen sollten Sie also in einem passenden Winkel zu Ihnen wählen.

Bewegte Bilder bearbeiten

Nachträglich können Sie an einem Foto mit bewegtem Hintergrund nicht mehr viel retuschieren. Weichzeichner-Effekte können Ihren Fotos noch etwas mehr Dynamik verleihen und die Geschwindigkeit des fotografierten Objekts unterstreichen.

 

Vielmehr können Sie nachträglich mit den Farben Ihres Fotos spielen und so Kontraste erhöhen. Je stärker das bewegte Objekt, zum Beispiel ein Mountainbike-Fahrer oder ein Rennwagen, sich vom verschwommenen Hintergrund abhebt, desto eindrucksvoller kann Ihr Foto werden.

 

>> Mehr Infos zum Thema finden Sie im Artikel "Bewegung einfangen Teil 2"

 

^