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Fototipps

Belichtungsmessung

Beim Messen der Belichtung wird die Helligkeit des Motivs gemessen und daraus die Daten für die Belichtung (Blende und Belichtungszeit) berechnet bzw. bestimmt. Bis vor wenigen Jahren musste die Helligkeit manuell abgeschätzt oder externe Belichtungsmesser verwendet werden. Mittlerweile erhält der Fotograf dank intelligenter Elektronik Unterstützung, um das perfekte Foto zu schiessen. Die vier verschiedenen Messmethoden einer Kamera möchten wir Ihnen hier kurz erklären.

Mehrfeld- oder Matrixmessung

Bei der Mehrfeld- bzw. Matrixmessung ist der gesamte Bildbereich in mehrere kleine Sektoren unterteilt, aus denen Daten über die Helligkeitsverteilung an das Messsystem übermittelt werden.

 

Oftmals ist die Messtechnik mit den Autofokus-Messfeldern verbunden, wodurch die Elektronik weitere Informationen zu Motiv und Bildaufbau generieren kann.

 

Mithilfe der Mehrfeldmessung lassen sich dank dieses Zusammenspiels der Elektronik auch Aufnahmen unter schwierigen Lichtverhältnissen machen - beispielsweise Fotos bei Gegenlicht.

 

Die Mehrfeldmessung ist in vielen Fällen einfach zu bedienen und liefert auch akzeptable Ergebnisse. Allerdings hat diese Form der Motiverkennung auch ihre Grenzen und kann bei komplexen Aufgabenstellungen zu Schwierigkeiten führen.

 

Spotmessung

Bei der Spotmessung wird nur ein kleiner Bildbereich von weniger als fünf Prozent für die Belichtungsmessung herangezogen. Dadurch kann eine sehr exakte Belichtungsmessung eines winzigen Bildelements erfolgen. Der Messpunkt ist, je nach Kamera, frei wählbar.

 

Ideal ist das Verfahren bei starken Kontrasten, wenn z. B.. der Hintergrund sehr hell ist und das eigentliche Motiv bei einer Mehrfeldmessung zu stark belichtet würde, oder wenn kleine Bildbereiche sehr genau ausgemessen werden sollen.

 

Die Gefahr einer Falschbelichtung ist jedoch sehr hoch, wenn Sie als Fotograf nur wenig Zeit zur Verfügung haben. Für jede einzelne Aufnahme muss eine Messung des gewünschten Bildbereichs durchgeführt werden, damit das Ergebnis das gewünschte Resultat liefert.

 

Selektivmessung

Die Selektivmessung ist ähnlich wie die Spotmessung. Auch bei ihr wird nur ein kleiner Teil von etwa zehn Prozent des Bildes zur Belichtungsmessung genutzt. Der Messpunkt ist rund um den mittleren Autofokus-Punkt und ist nicht frei wählbar.

 

Dadurch lässt sich auch eine genaue Messung von kleinen Bildbereichen vornehmen, wodurch Ihnen Bilder mit starken Kontrasten gut gelingen. Haben Sie als Fotograf nur sehr wenig Zeit, sollten Sie eher die mittenbetonte Integralmessung als Belichtungsmethode wählen, da eine Selektivmessung mehr Zeit beansprucht.

Mittenbetonte Integralmessung

Bei der mittenbetonten Integralmessung wird das Gesamtbild in die Messung mit einbezogen, der mittlere Bildabschnitt erhält jedoch eine stärkere Gewichtung. Dies kann zu Problemen führen, wenn das Hauptmotiv nur einen kleinen Teil des Bildes ausfüllt oder ein starker Kontrast zwischen Hauptmotiv und Hintergrund vorliegt.

 

Die Messmethode ist universell einsetzbar und für viele Motivsituationen geeignet, daher galt sie auch lange als das Standardbelichtungsverfahren bei vielen Kameras.

 

Wenn Sie genügend Zeit beim Fotografieren haben, eignet sich das Verfahren sehr gut für Nahaufnahmen oder für das Ablichten von Gebäuden. Das Messergebnis ist nicht so anfällig für kleine Veränderungen des Bildausschnitts, weswegen es in der Regel nachvollziehbar ist.

Die vier genannten Belichtungsmethoden können bereits bei einer Vielzahl von Motiven trotz nicht ganz einfacher Lichtverhältnisse zum gewünschten Ergebnis führen. Einige Kameras besitzen weitere Feinsteuerungsoptionen, die bei richtiger Anwendung zusätzliche Hilfe versprechen und einen weiteren Schritt zum perfekten Bild darstellen.

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