Effektfotografie – einzigartige Kunstwerke leicht gemacht

In der Effekt-Fotografie geht es darum, spannende Effekte zu erzeugen und diese fest zu halten. Alles beginnt mit einer Idee, wobei einem kaum Grenzen gesetzt werden. Dass bereits mit einem überschaubaren Aufwand und wenigen Hilfsmitteln verblüffende und verrückte Kunstwerke erzeugt und fotografiert werden können, zeigt Patrik Oberlin, passionierter Fotograf und Foto-Kursanbieter, am Beispiel eines Streichholzes.

Wieso Effekte fotografieren?

Die Effektfotografie ist aus der Idee entstanden, meinen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern einen kreativen Fotokurs für die kalten und nebligen Wintertage bieten zu können und dabei zu zeigen, dass schon mit einfachen Hilfsmitteln kleine Kunstwerke kreiert werden können. Diese und weitere Bilder werden dabei umgesetzt:

Effekt-Fotografie mit Streichhölzern

Gerne zeige ich Ihnen anhand eines Beispiels mit einem Streichholz, wie mit wenig Aufwand und ein paar Hilfsmitteln ein beeindruckendes und effektvolles Bild kreiert werden kann.

Welche Fotoausrüstung braucht es?

Das gute vorab: Sie brauchen in jedem Fall keine teure Fotoausrüstung.

  • Kamera: Bei der Kamera ist lediglich wichtig, dass mit dieser ein Blitzgerät ausgelöst werden kann.
    Bei diesen Aufnahmen habe ich mit der FUJIFILM H-H1 gearbeitet, es genügen aber auch einfachere Modelle.
  • Objektiv: Als Objektiv reicht für den Anfang ein einfaches Zoom-Objektiv. Dieses können Sie bei Bedarf später z. B. mit Nahlinsen oder Zwischenringen ausstatten, damit noch mehr Details abgebildet werden können.
    Persönlich nutzte ich für diese Aufnahme ein FUJINON XF 80mm (KB äquivalent 120mm) Makro-Objektiv mit Zwischenringen.
  • Blitzgerät: Es kann mit einfachen Blitzgeräten fotografiert werden, welche per Kabel, Funksender oder Servo-Impuls ausgelöst werden.
    Um die Lichtführung zu verfeinern können Sie zusätzlich kleine Softboxen oder Spots verwenden (optional).
    Persönlich verwende ich ein Hähnel Modus 600RT Blitzgerät und den Viper Funksender. So kann ich den Blitzimpuls von der Kamera kabellos an die Blitzgeräte senden.
  • Weiteres Zubehör: Ein Stativ für die Kamera und den Blitz (dieser kann auch auf einem anderen stabilen Untergrund platziert werden) sowie ein Fernauslöser und, je nach Blitzgerät, ein Kabel für das Auslösen des Blitzes.

Was braucht es sonst noch?

  • Damit die Bilder mit dem Streichholz schön scharf werden, gibt es einen kleinen Trick. Hierfür brauchen Sie lediglich eine kleine Herdplatte aus dem Elektrohandel.
  • Dazu natürlich noch verschiedene Streichhölzer. Es mag lustig klingen, aber nicht jede Streichholzart brennt gleich schön ab…
  • Einen Tisch. 
  • Ein feuerfester Untergrund für auf den Tisch.
  • Die Arbeit mit Feuer kann gefährlich sein! Ich empfehle zur Sicherheit eine Löschdecke oder einen Feuerlöscher bereit zu haben.

Der Aufbau 

  1. Stellen Sie die kleine Herdplatte auf einen hitzebeständigen Untergrund auf einem Tisch. Den Strom für die Platte schliesse ich immer erst kurz vor der Aufnahme an.
  2. Am schönsten ist es, wenn man vor einem schwarzen Hintergrund arbeitet. Bitte achten Sie unbedingt darauf, dass der Hintergrund genug weit weg steht und dieser nicht in Berührung mit dem Feuer kommen kann.
  3. Montieren Sie nun Kamera auf das Stativ und schliessen Sie den Fernauslöser und das gewünschte Objektiv an.
  4. Um die Schärfe optimal einstellen zu können legen Sie am besten ein Streichholz auf die kalte Herdplatte und stellen Sie den Fokus automatisch oder manuell auf den richtigen Punkt ein. Machen Sie nach Möglichkeit mit einem feinen Kratzer eine Markierung.
  5. Das schwierigste an der ganzen Aufnahme ist das Blitzgerät. Es muss am richtigen Ort platziert werden und die richtige Menge Licht abgeben. Dies erfordert einiges an Testen und Ausprobieren. Dies macht aber auch sehr viel Spass und – als kleiner Nebeneffekt – können Sie so einiges über die Lichtführung mit Blitz lernen. Im Schema nebenan zeige ich Ihnen, wie der Blitz bei der Aufnahme gesetzt wurde.
  6. Später können Sie den Aufbau bei Bedarf z. B. mit einem zweiten Blitzgerät ausbauen, welches beispielsweise in den Rauch blitzt.

Kamera-Einstellungen

  • ISO: Die ISO-Einstellung der Kamera ab Stativ am besten so tief wie möglich belassen. Das heisst bei meiner X-H1 ISO 200.
  • Verschlusszeit: Stellen Sie Verschlusszeit auf ca. 1/60 Sek. Bei dieser Verschlusszeit kommt das Licht des brennenden Streichholzes noch gut zur Geltung. Am besten probieren Sie ein paar verschiedene Zeiten aus und schauen, was dabei passiert…  
  • Blende: Optimal ist eine Blende von F7.1. Diese lässt das natürliche Licht vom Streichholz noch wirken und die Schärfentiefe ist noch gross genug.
  • Blitz / Lichtstärke: Die Lichtstärke wird am Blitz manuell eingestellt (nicht TTL). Dies erfordert, wie oben beschrieben, ein paar Tests und je nach Situation und Geschmack kann die Lichtstärke bei den Aufnahmen wieder variiert werden. 

Zuerst ein wenig Proben

Am besten drücken Sie als erstes einmal auf den Auslöser und prüfen, ob der Blitz auslöst und korrekt platziert und eingestellt ist.

Es lohnt sich allenfalls, zuerst auch das Entzünden des Streichholzes ein wenig zu üben um zu beobachten, was dabei genau passiert und auch das „richtige“ Streichholz zu finden.

Schalten Sie hierfür die Herdplatte an und warten Sie, bis diese heiss genug ist. Dann das Streichholz genau dort, wo vorher die Markierung gemacht wurde, auf die Herdplatte halten – das Streichholz entzündet sich automatisch.

Es kann losgehen 

Wenn bei der Kamera alles richtig eingestellt ist können Sie den Fernauslöser in der einen und das Streichholz in der anderen Hand festhalten.

Ready? Dann das Streichholz, wie beim Üben, auf die Herdplatte halten und im perfekten Augenblick die Kamera über den Fernauslöser auslösen. Sie werden sicher einige Anläufe brauchen, bis Sie den „richtigen Moment“ eingefangen haben – das ist vollkommen normal.

Vielleicht experimentieren Sie, wie oben erwähnt, auch mit den Einstellungen der Verschlusszeit noch ein wenig.

 

Ich wünsche Ihnen nun viel Spass beim Umsetzen. Vielleicht kommen Ihnen ja dabei während der Aufnahme noch andere Ideen und Möglichkeiten in den Sinn, wie Sie aus dieser Fotografie weitere, effektvolle Kunstwerke kreieren können.

Falls Sie Lust auf mehr haben, so würde ich mich natürlich sehr freuen, Sie bei mir im Effektfotografie-Kurs begrüssen zu dürfen. Alle Informationen dazu finden Sie unter www.fotoexpert.ch

Im Fokus – Patrik Oberlin 

Patrik Oberlin ist leidenschaftlicher Fotograf und bietet bereits seit geraumer Zeit Fotografie-Kurse an. Im Jahr 2000 hat er mit der ersten fotografischen Ausbildung begonnen. Seit seinem Abschluss im Jahr 2003 arbeitet er nun in der Fotobranche und konnte sein Hobby zum Beruf machen. In den Jahren konnte er sich ein grosses Know-how aneignen und gibt dieses nun in seinen Kursen und Workshops weiter.

Besonders fasziniert ist er von den fast grenzenlosen Möglichkeiten der digitalen Fotografie, welche er in der Effektfotografie, Landschaftsaufnahmen, Langzeitbelichtungen und in der Stadt- und Architekturfotografie auslebt.

Sein komplettes Kursangebot finden Sie unter: www.fotoexpert.ch

Seine Website mit seinem fotografischen Schaffen finden Sie hier: https://patrikoberlin.com/

Patrik Oberlin in den Sozialen Medien:

https://www.facebook.com/patrik.oberlin

https://www.instagram.com/patrik_oberlin_photography/

https://www.youtube.com/user/fotoexpert1

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11.10.2018

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