Blitzen, aber richtig!

Wer kennt es nicht? Man löst beim Aufnehmen eines Fotos den Blitz aus und da sind sie: die roten Augen, der zu dunkle Hinter- bzw. zu helle Vordergrund, Schlagschatten und noch einige andere, unerwünschte Effekte.

Machen Sie sich aber keine Sorgen. Zum einen sind das Probleme, die wohl wirklich bei jedem schon einmal aufgetreten sind und zum anderen gibt es einfache Abhilfen.

Die roten Augen  

Problem:

Sie fotografieren eine oder mehrere Personen bzw. Tiere und auf der Aufnahme werden Sie dann mit roten Augen angeschaut.  

 

 Ursache:

Die Iris ist stark durchblutet und der Blitz reflektiert das Rot des Blutes, sofern das Objektiv in derselben Achse wie der Blitz ist, zurück auf den Sensor.  

Lösung:

Ändern Sie den Einfall-Winkel des Blitzes, indem die Person den Kopf etwas zur Seite dreht, Sie den „Rote-Augen-Modus“ der Kamera aktivieren oder indem Sie indirekt blitzen.

Letzteres geht jedoch nur mit einem externen (System-) Blitz, den Sie auf die Kamera aufstecken oder in der Hand bzw. auf einem Stativ ausrichten.

Personen oder Objekte im Hintergrund sind dunkel, das Bild hat keine Tiefe  

Problem:

Vor allem in Räumen kommt dies oft vor: Die Person oder das Motiv im Vordergrund ist gut ausgeleuchtet, die Personen oder Objekte im Hintergrund sind aber dunkel oder sogar überhaupt nicht mehr zu sehen.

 

Ursache:

Das Licht bzw. dessen Stärke nimmt über die Distanz im Quadrat ab. Je weiter weg sich etwas befindet, desto weniger wird dieses vom Blitzlicht erreicht bzw. ausgeleuchtet. Die Reichweite ist vor allem bei integrierten Blitzen mit nur ca. 3 bis 4 Metern nicht sehr gross. 

Lösung:

Erhöhen Sie den ISO-Wert oder aber verlängern Sie die Verschlusszeit. Bei der zweiten Variante benötigen Sie womöglich ein Stativ, da die Verschlusszeit eine 60stel oder maximal eine 40-stel Sekunde betragen sollte. Durch die längere Verschlusszeit kann der Sensor nicht nur das Blitzlicht, sondern noch zusätzlich Umgebungslicht einfangen.

Starke Schlagschatten  

Problem: 

Sie machen z. B. ein Portrait einer Person und im Gesicht bzw. vor allem an der Wand im Hintergrund gibt es unschöne Schlagschatten. 

 

 

 

Ursache:

Die Person oder das Objekt befindet sich zu nahe an der Wand, wobei es selbst Schatten wirft. Die harten Schatten im Gesicht entstehen durch das stark gebündelte Licht des Blitzes. 

Lösung:

Bei Schatten an der Wand platzieren Sie, wenn möglich, das Objekt weiter weg von der Wand. Geht dies nicht, versuchen Sie auch hier, indirekt zu blitzen. Schwenken Sie den aufgesteckten Blitz so, dass er nach oben oder zur Seite gewendet ist.

Bei starken Schatten im Gesicht kann bereits ein Diffusor oder ein Taschentuch Abhilfe schaffen, um das Licht und somit auch die Schatten weicher zu machen.

Motive sind nicht von vorne bis hinten gleich ausgeleuchtet

Problem:

Die fotografierten Personen bzw. Motive sind nicht alle gleich hell ausgeleuchtet. Vorne sind sie hell und je weiter hinten sie sind, desto dunkler werden Sie.

Ursache:

Dies rührt von derselben Problematik her, wie der zu dunkle Hinter- respektive zu helle Vordergrund. Die von Ihnen fotografierten Personen bzw. Motive stehen nicht alle in derselben Entfernung zur Kamera bzw. zum Blitz.

Da die Stärke des Lichts über die Distanz im Quadrat abnimmt, werden nicht alle Personen oder Motive gleich stark vom Licht erreicht und ausgeleuchtet. 

Lösung:

„Arrangieren“ Sie, sofern möglich, die Personen bzw. Motive so, dass diese alle in etwa der gleichen Entfernung zu Ihnen stehen. Auch sollten Sie mit höheren ISO-Werten und/oder längeren Verschlusszeiten arbeiten und auch hier kann das indirekte Blitzen mit einem (stärkeren) Systemblitz und gegebenenfalls einem Diffusor oder Taschentuch angewendet werden.

Reflexionen in Fenstern oder Spiegel

Problem:

Im Hintergrund des Motivs befindet sich ein Fenster oder ein Spiegel, worin das Blitzlicht unschön und störend reflektiert.

Auch können Verschmutzungen auf dem Glas und Staubansammlungen für Probleme sorgen.

 Ursache:

Bei einem Blitz ist das Licht meist sehr konzentriert und stark, wodurch auch die Reflexion entsprechend stark und sichtbar ist.

Lösung:

Die Einfachste Möglichkeit, starke Reflexionen zu vermeiden ist, den Einfallswinkel des Blitzlichtes zu verändern, also nicht gerade auf die reflektierende Fläche zu blitzen. Ähnlich wie bei den roten Augen.

Womöglich können Sie auch versuchen, die reflektierende Oberfläche zu entfernen oder abzudecken. Bestehen diese Möglichkeiten nicht, kann man auch hier das indirekte Blitzen mit einem Systemblitz und Diffusor oder Taschentuch anwenden.

Mehr Tipps und Lösungen zum Thema Reflexionen und Spiegelungen finden Sie in diesem Artikel.

 

Mehr Tipps und Artikel zum Thema Fotografieren mit Blitz finden Sie hier.

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18.10.2017

4 Kommentar sind “Blitzen, aber richtig!”

  1. November 18, 2017 at 6:12 am

    Herzlichen Dank für die guten Tipps!
    Sie sind klar beschrieben und leicht umzusetzen. Sehr gut!
    Mit freundlichen Grüßen
    Denise

    1. Petra Kull
      November 24, 2017 at 7:00 am

      Liebe Frau Rieder

      Vielen Dank für die Rückmeldung, wir sind froh, wenn die Tipps nützlich sind und helfen 🙂

      Somit weiterhin viel Freude am Fotografieren und mit CREATE und FUJI.CH

      Ihr CREATE und FUJI.CH Team

  2. Werner Wirz
    November 16, 2017 at 5:57 pm

    Ich finde diese Tipps sehr gut und werde sie jetzt auswendig lernen. Vielen Dank

    1. FUJI.CH
      November 17, 2017 at 6:17 am

      Guten Tag Herr Wirz

      Vielen Dank für Ihre so positive Rückmeldung. Es freut uns sehr, wenn die Tipps auf CREATE nützlich sind und Sie diese anwenden können – wir wünschen Ihnen viel Spass dabei!

      Herzliche Grüsse

      Ihr CREATE und FUJI.CH Team

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