Aussen Retro innen Hightech: Der kleine Kamera-Champion mit APS-C-Sensor zeigt es den Grossen.

Die neue und kompakte Systemkamera X-T30 von FUJIFILM kann sich in allen Belangen mit grösseren und teureren Kameras messen. Gegenüber den Top-Modellen haben die Macher von FUJIFILM einige Details weggelassen, um den ambitionierten Fotografen eine handliche und praktische Kamera für alle Einsätze und mit höchster Qualität mit auf den Weg zu geben. Das Resultat: Spitze. Ein Erfahrungsbericht von Hanspeter Frei – Fotoexperte und Fotograf.

Die neue FUJIFILM X-T30 wiegt angenehme 383 Gramm und ihre wertige Verarbeitung hebt sich wohltuend von üblichen Kunststoffgehäusen ab. Äusserlich bleibt die FUJIFILM  X-T30 dem schicken Retrolook von FUJIFILM treu. Vor allem die silberne Ausführung erinnert an frühere Zeiten und verheimlicht schon fast, welch grosse Entwicklung in ihr steckt. Zur Nostalgie passt auch die bewährte Bedienung über mechanische Tasten und Drehrädchen, die bei der smarten Touch-Generation oft zunächst Erstaunen und dann Begeisterung hervorruft.

Spass für Umsteiger – Perfektion für Profis

Für Foto-Einsteiger oder -Umsteiger gibt es eine Vollautomatik-Einstellung für sorgenfreies Fotografieren. Daneben stehen noch 14 stilvolle Motivprogramme zur Wahl. Profis kombinieren Wahlrad und Blendenring für die bekannten Programm-, Zeit- und Blenden-Automatiken oder zur manuellen Kamerasteuerung.

Über ein Schnellmenü lassen sich viele Einstellungen auch per Fingertipp auf das Touchdisplay verändern. Das Display lässt sich nach oben und unten aufklappen und erleichtert damit Aufnahmen in Bodennähe oder Überkopf. Ein seitliches Ausklappen wie beim grossen FUJIFILM-Bruder FUJIFILM X-T3 ist nicht möglich.

Mehr Infos und Videos zur FUJIFILM X-T30 finden Sie hier.

Sensor für erstaunliche Detailwiedergabe

Von der viel beachteten „grossen Schwester“ FUJIFILM X-T3 hat die X-T30 viele seiner inneren Werte übernommen. Vom hochauflösenden 26,1 Megapixel X-Trans CMOS 4 APS-C-Sensor für eine überragende Schärfe und erstaunliche Detailwiedergabe bei geringem Rauschen über die analogen Filmsimulationen bis hin zu den 2,16 Millionen Phasendetektionspixel, die 100 Prozent der Bildfläche abdecken.

Zusammen mit dem neuen Joystick oder durch Tippen auf das Display ist eine blitzschnelle und genaue Scharfstellung möglich. Und mit der verbesserten Gesichts- und Augenerkennung schlägt die X-T30 sogar ihren grossen Bruder.

Fotografieren mit einem Handgriff

Ich habe die Kamera mit dem Kit-Objektiv FUJINON XF 18-55mm und dem Tele-Objektiv XF 50-200mm problemlos in meiner Foto-Umhängetasche untergebracht, die sonst knapp einer Vollformatkamera mit Standardobjektiv Platz bietet. Ein Blitzgerät passte auch noch hinein.

Ideal für Reisen und im Urlaub, aber auch für Event-, Porträt- und Street-Fotografie.

Die X-T30 liegt perfekt in normalgrossen Händen. Mit meinen Pranken konnte ich sie zwar gut umfassen, doch mein rechter kleiner Finger ruderte hilflos unter dem Kameraboden hin- und her. Zum Glück gibt es als Zubehör den Handgriff MHG-XT10, welcher auch auf die Nachfolgemodelle X-T20 und X-T30 passt. Er empfiehlt sich auch beim Einsatz von langen und schweren Optiken für eine bessere Griffsicherheit.

Ein Autofokus der Freude macht

Meinen Testparcours im Stadtweiher mit Verfolgen der Enten und Schwäne absolvierte die FUJIFILM X-T30 sowohl beim Fotografieren im Serienbildmodus wie auch beim Videofilmen ohne Probleme. Der Autofokus blieb am Motiv dran, auch zwischen Blättern und Ästen im Vordergrund hindurch. Die AF-Empfindlichkeit und Reaktionszeit lässt sich dazu dem Motiv anpassen.

Bei den Porträtaufnahmen begeisterte das einfache Freistellen dank APS-C-Sensor einmal mehr und die X-T30 fokussierte rasch und genau auf die Augen. Das Klapp-Display erleichterte auch die Kommunikation mit dem Modell, musste ich doch nicht immer durch den Sucher gucken.

Fazit

Die FUJIFILM X-T30 ist eine tolle kleine Kamera, die in Leistung und Bildqualität ihrer grossen Schwester FUJIFILM X-T3 kaum nachsteht.

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3.06.2019