5 Quick-Tipps für wirkungsvollere Fotos

Professionellere, ansprechendere und wirkungsvollere Fotos schiessen: Wer möchte das nicht? Wenn Sie die folgenden 5 einfachen Tipps beherzigen, werden Ihre Bilder sichtbar besser. Von Klaus Zellweger

In Zeiten von Instagram, Facebook, Flickr, Pinterest und Co. werden mehr Fotos geschossen als je zuvor – doch seien wir einmal ehrlich: ein Grossteil dieser Bilder sehen doch irgendwie gleich oder zumindest wenig ansprechend aus.

Dabei reichen bereits einige wenige Tricks, damit eine Szene im wahrsten Sinn des Wortes in einem neuen Licht erstrahlt oder spannender wird. Wie wenig es dazu braucht, zeigen die folgenden fünf Quick-Tipps.

Die ewige Drittelregel 

Wird das Hauptmotiv exakt in der Bildmitte positioniert, ist Langeweile vorprogrammiert. Dagegen hilft der „goldene Schnitt“ und somit die uralte, aber ewig gültige Drittelregel:

Dabei teilen Sie das Bild in ein Raster aus 3 x 3 Feldern auf. Die wichtigsten Bildelemente werden auf einen der Schnittpunkte gelegt. Es kann sich zum Beispiel um das Gesicht einer Person handeln (genauer: die Augen), ein Haus in der Ferne oder ein knallbuntes Auto in einer farblosen Umgebung.

Wenn Sie eine Landschaft mit Himmel fotografieren, legen Sie den Horizont nicht in die Mitte, sondern auf die untere oder obere horizontale Drittelslinie – je nachdem, ob Sie die Landschaft oder den Himmel prominenter abbilden möchten. Oder einen Baum in einer Landschaft oder eine Strassenlaterne auf die linke oder rechte, vertikale Linie.

Das Anwenden der Drittelregel ist kinderleicht und setzt nicht einmal Vorstellungsvermögen voraus, denn die meisten Kameras können ein solches Raster auf dem Display über dem Motiv einblenden.

Achtung beim Fokussieren

Achten Sie bei der Drittelregel unbedingt auf die korrekte Fokussierung, sonst stellt die Kamera auf ein Element im Hintergrund scharf. Um das zu vermeiden, verschieben Sie den Fokuspunkt (dies ist z. B. bei den meisten FUJIFILM Kameras möglich) zu Ihrem Motiv oder nehmen Sie das Hauptmotiv in die Bildmitte und drücken den Auslöser halb durch, um zu fokussieren. Halten Sie diesen gedrückt, legen Sie den Bildausschnitt nach der Drittelregel fest und drücken Sie den Auslöser anschliessend ganz hinunter, um das Foto zu schiessen.

Mehr Tipps und weitere Infos zur Drittelsregel und der Bildgestaltung finden Sie in diesen Artikeln.

Blick- und Aufnahme-Höhe Ändern

Viele Hobbyfotografen halten die Kamera stur auf Augenhöhe, wenn sie ein Bild machen. Diese Ansicht kennen wir bestens, darum wirkt ein Foto nur allzu leicht langweilig. Deshalb gilt: Fotografieren Sie möglichst oft aus ungewöhnlichen Blickwinkeln.

Halten Sie die Kamera über eine Menschenmenge oder steigen Sie (vorsichtig!) auf ein Mäuerchen und schiessen Sie mehrere Bilder, aus denen Sie später das Beste herauspicken. Begeben Sie sich beim Fotografieren von Kindern unbedingt in die Hocke und damit auf Augenhöhe – denn Fotos von oben herab kommen in diesem Fall nur selten gut. Oder schiessen Sie Fotos, ohne dass es die anderen merken; zielen Sie aus der Hüfte und lassen Sie sich überraschen, was dabei herauskommt.

Alles ist besser, als steif herumzustehen und aus der immer gleichen Höhe zu fotografieren. Das gilt erst recht, wenn die Digitalkamera mit einem schwenkbaren Display ausgerüstet ist.

Weitere Tipps und Infos zum Thema Aufnahmehöhe und Aufnahmeposition finden Sie in diesen Artikeln.

Näher herangehen 

Eine vollständige Szene zu fotografieren, hilft dem Betrachter, sich zu orientieren. Denken Sie aber auch an die Details. Gehen Sie näher heran, untersuchen Sie ein Objekt und finden Sie heraus, welcher Ausschnitt die Schönheit am besten zeigt.

Zwar können Sie auch später am PC einen Bildbereich vergrössern, doch dabei geht ein grosser Teil der Bildinformationen und damit der Schärfe verloren. Und auch hier gilt: Komponieren Sie das Bild gemäss der erwähnten Drittelregel.

Internen Blitz richtig nutzen

Je kleiner eine Lichtquelle ist, umso gnadenloser und härter strahlt sie. Wenn Sie das interne Blitzlicht Ihrer Kamera betrachten, werden Sie feststellen, dass die Motive entsprechend wenig schön aussehen, die damit beleuchtet werden.

Zum Glück sind dagegen mehrere Kräuter gewachsen:

Verwenden Sie den eingebauten Blitz zum Beispiel im harten Mittagslicht, das ist eine der wenigen Situationen, bei welcher der interne Blitz seine Berechtigung hat, denn so lassen sich die Schatten in den Gesichtern ein wenig aufzuhellen.

Im Dämmerlicht (draussen und drinnen) sollten Sie auf das Blitzgerät ganz verzichten und stattdessen wann immer möglich nach anderen Lichtquellen suchen oder aber die Empfindlichkeit (den ISO-Wert) der Kamera erhöhen. ACHTUNG Bildrauschen: Testen Sie zuerst die Grenzen Ihrer Kamera, denn ab einem gewissen ISO-Wert erreicht das Bildrauschen ein unerträgliches Mass.

Es gibt eine dritte Möglichkeit, um bei schwachem Licht ansprechende Blitzfotos zu schiessen. Fast jede Kamera kennt das Motivprogramm «Nachtporträt», «Nachtaufnahme mit Blitz» oder so ähnlich (das Handbuch zu Ihrer Kamera weiss mehr). Dabei wird der Verschluss relativ lange offen gelassen; die Umgebung wird dadurch heller. Am Schluss der Belichtung löst auch noch der Blitz aus, um das Motiv im Vordergrund korrekt zu belichten. So entstehen oft Bilder, die etwas Traumartiges an sich haben und auf jeden Fall besser aussehen, als wenn der Blitz auf herkömmliche Weise gezündet wird. ACHTUNG Verwackelung: nutzen Sie in solchen Situationen wenn möglich ein Stativ und den Selbst- oder Fernauslöser.

Weitere Tipps und Infos rund ums Thema Blitzen finden Sie in diesen Artikeln.

Schärfentiefe reduzieren für ein schönes „Bokeh“

Die Schärfentiefe bezeichnet den Bereich, in dem ein Motiv scharf abgebildet wird. Sie gehört zu den wichtigsten Gestaltungsmitteln. Die Wirkung der Tiefenschärfe wird durch mehrere Faktoren bestimmt: Brennweite, Blendenöffnung, Abstand zwischen Motiv und Hintergrund sowie Grösse des Bildsensors.

Sicher kennen Sie den Ausdruck „Bokeh“. Das Bokeh steht für den Unschärfen-Bereich eines Bildes. Für ein ausgeprägtes Bokeh achten Sie darauf, dass der Abstand zwischen dem Motiv und dem Hintergrund so gross wie nur möglich ist und verwenden Sie eine möglichst grosse Blende (kleine Blendenzahl).

Mehr Tipps zur Tiefenschärfe und Schärfentiefe finden Sie in diesen Artikeln.

 

Quelle: PCtipp / Oktober 2011

Autor: Klaus Zellweger

www.pctipp.ch

Vielen Dank der PCtipp Redaktion, dass wir diesen Artikel wiederverwenden dürfen.

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22.02.2019