Wie viele unzählige und verschiedene Landschaften es auf diesem Planet gibt. Jede dieser Landschaften trägt eine eigene Geschichte mit sich. Zudem fasziniert mich der Fakt, dass sich eine Landschaft ständig entwickelt, verändert und somit auch immer anders aussieht.
Vor ungefähr 8 Jahren, als ich meine Freundin kennengelernt habe. Sie hatte eine alte kleine Spiegelreflexkamera, die sie nicht benutzte. Also begann ich, diese zu gebrauchen. Ich war von Anfang an begeistert, und nahm die Kamera auf alle Reisen mit. Ich hatte ein grosses Bedürfnis, die Schönheit dieser Erde durch meine Bilder zu zeigen.
Im Jahr 2015 gab es Schwarzeis auf dem Lago Bianco. Meine Freundin machte einen Schnappschuss von mir, als ich auf dem gefroren See lag. Das Bild postete ich auf Instagram, es ging viral. Instagram ist und war schon immer eine wichtige Inspirationsquelle für mich. Dazu kommt, dass ich bei meiner früheren Arbeit bei der Tourismusdestination Engadin St. Moritz Influencer aus der ganzen Welt begleiten und die Schönheit des Engadin zeigen durfte. Ich merkte schnell, dass ich auf einer Wellenlänge mit diesen Menschen lag. Ihr Leben, ihre Reisen und Geschichten, die sie erlebt hatten, und die Tatsache, Menschen mit meinem Instagramprofil inspirieren, und noch dazu davon leben zu können, begeistert mich und treibt mich bis heute an.

Planung, Flexibilität und Geduld. Ich möchte neue Perspektiven finden und fotografieren, die es noch nicht gibt. Dafür ist eine gute Planung unerlässlich. Was möchte ich fotografieren? Wie soll die Perspektive sein? Wie komme ich dahin? Komme ich überhaupt dahin? Wann ist die beste Uhrzeit? Wo geht die Sonne auf/runter? Alles Fragen, denen Beachtung geschenkt werden soll. Doch die Natur hat ihre eigene Regeln und es ist wichtig diese zu erkennen, zu akzeptieren, flexibel zu sein und das Beste daraus zu machen. Ich versuche mich nicht an dem vorgestellten Bild festzuhalten – was nicht immer einfach ist –, sondern die Natur zu beobachten, zuzuhören und das zu fotografieren, was die Natur mitteilen möchte.
Meine Weltreise, es war schon immer mein Traum die Welt zu bereisen. Dies mit der Fotografie zu verbinden, war einfach perfekt. Die Umsetzung war relativ einfach. Doch man muss bereit sein, aus der eigenen Komfortzone auszubrechen. Mein ganzer Besitz war auf das Minimum reduziert und bestand lediglich aus ein paar gut kombinierbaren Kleidungsstücken und meiner Kamera. Ebenfalls entscheidend war, dass wir die Route der Weltreise nicht fest planten, sondern spontan. Ohne diese Erfahrung wäre ich heute kein Fotograf.

Ich denke, dass schöne Landschaftsbilder die Menschen immer inspirieren werden. Besonders zur jetzigen Zeit, da uns bewusst wird, dass unberührte und echte Natur immer seltener werden. Ich sehe es als eine Aufgabe von jedem Landschaftsfotografen und jeder Landschaftsfotografin, die Schönheit und Empfindlichkeit der Natur zu zeigen. Eine grosse Herausforderung ist dabei, neue, unberührte oder wenig fotografierte Landschaften überhaupt noch finden zu können. Oft sind es daher die gleichen Landschaften, die uns in Bildern begegnen. Hier sehe ich eine Chance, sich von anderen abzuheben, indem man stets auf der Suche nach neuen ungesehen Landschaften bleibt – immer mit dem erforderlichen Respekt gegenüber unserer Umwelt und Natur.
«The Unseen» bedeutet für mich eine unbekannte, noch nicht fotografierte Landschaft, diese zu entdecken und zu fotografieren. Im Fokus meiner Arbeit wird also eine unbekannte Landschaft stehen, die den Anschein macht, von einem anderen Planeten zu stammen.

Jedes Jahr lädt die CARTE BLANCHE BY FUJIFILM ausgewählte Schweizer Fotografen und Fotokünstler, die mit dem Medium Fotografie arbeiten, dazu ein, eine Arbeit zu einem spezifischen Genre der Fotografie umzusetzen. 2021 sind dies drei Schweizer Fotografen, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven der Beziehung zwischen Landschaft(en), unseren natürlichen Umgebungen und der Welt der Fotografie und Kunst unter dem Titel THE UNSEEN widmen.
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